MITTELMEER-OPERATION SOPHIA VOR DEM AUS?

Fehler an Land

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Man muss Italiens Innenminister von Rechtsaußen sicher nicht mögen, aber in einem Punkt hat Matteo Salvini Recht: Es kann nicht sein, dass alle Flüchtlinge, die von Schiffen der Operation „Sophia“ aus dem Meer gerettet werden, fast ausschließlich in Häfen Siziliens angelandet und damit Rom allein zur Aufgabe gemacht werden.

Dieser Makel sowie der ihm zugrunde liegende Fehler im Dubliner Asyl-Abkommen muss schleunigst durch ein solidarischeres Verfahren ersetzt werden.

Das ist das eine. Völlig daneben liegt Salvini aber mit seiner Drohung, die Mittelmeer-Operation Sophia dadurch zu sabotieren, dass er italienische Häfen für Schiffe der Armada aus 25 europäischen Staaten schließt. Denn Sophia ist zuallererst eine militärische Operation, die den Schleuserbanden vor allem vor der Küste Syriens das Handwerk legen soll. Und das nicht ohne Erfolg tut. Und damit vor allem Italien hilft. Es ist quasi ein Nebenprodukt, dass die Soldaten auf ihren Patrouillenfahrten auch Menschen aus Seenot retten. „Wir sind Europäer. Sollen wir die Menschen sehenden Auges ertrinken lassen?“, hat ein Kapitän in Catania dem Autor einmal auf eine entsprechende Frage geantwortet. Die Fehler werden an Land gemacht: in Europa aus mangelnder Solidarität. Und in Libyen, wo die Schleuserindustrie unbehelligt schalten und walten darf.

Alexander Weber

Sie erreichen den Autor unter

Alexander.Weber@ovb.net

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