30 JAHRE DEUTSCHER AKTIENINDEX

Die falsche Lektion

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Deutsche Anleger sind gebrannte Kinder: Nicht mal 14 Prozent der Bevölkerung setzen bei der Vermögensbildung auf Aktien.

Die bitteren Erfahrungen mit der hochgejubelten „Volks“-Aktie der Telekom, die heute um ihren Ausgabekurs herumkrebst, haben sie nicht vergessen. Auch nicht das Platzen der New-Economy-Blase, als der Dax in Rekordzeit zwei Drittel seines Wertes verlor.

Und trotzdem: Wer Aktien als Baustein seiner Altersvorsorge außer Acht lässt, verzichtet auf einen Renditebringer. Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre zeigt: Langfristig sind Aktien nicht zu schlagen. Selbst die schwersten Einbrüche wurden binnen weniger Jahre überwunden, bislang führte noch jede Durststrecke in die Gewinnzone. Dazu kommt: In Zeiten, wo Sparbuch und Tagesgeld so gut wie keine Zinsen bringen, führt an Aktien kein Weg vorbei. Zumindest dann, wenn man vermeiden will, dass die Inflation am Ersparten nagt.

Hände weg von Aktien – das ist die falsche Lektion. Was man aus Reinfällen der Vergangenheit lernen sollte, ist Folgendes: Eine Aktienanlage ist nichts für Spekulanten. Wer dagegen sein Geld auf viele Jahre, möglichst in festen monatlichen Raten anlegt, nicht auf einzelne Aktien, sondern auf breit streuende Fonds setzt, und dann noch auf die Kosten achtet, der macht alles richtig. In den vergangenen 30 Jahren lag die durchschnittliche Rendite auf die Dax-Werte bei acht Prozent. Selbst wenn es in Zukunft nur die Hälfte sein sollte – eine andere seriöse Anlage dieses Kalibers wird man im Null-Zins-Umfeld kaum finden.

Corinna Maier

Sie erreichen die Autorin unter

Corinna.Maier@ovb.net

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