SIMON VERHOEVENS KRITIK AN DIETER WEDEL

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Simon Verhoevens deutliche Kritik an Dieter Wedel könnte vor allem eines sein: ein Zeichen dafür, dass sich das Bewusstsein auch der Männer wandelt.

Der 45-jährige Regisseur könnte für eine neue Generation stehen. Eine, die nicht wegschaut, sondern eingreift.

Eine größere und schneller informierte Öffentlichkeit kann Schutz bedeuten für potenzielle Opfer, birgt aber die Gefahr der Hexenjagd auf allen Kanälen. Deshalb müssen sich auch Medienmacher kritisch hinterfragen, wie sie über Vorwürfe gegen Personen – und seien es solche öffentlichen Interesses – berichten. Allen muss klar sein, dass grundsätzlich die Unschuldsvermutung gilt.

Der Vorschlag, keine Wedel-Werke mehr zu zeigen, bedeutete eine Strafe, die auch die Opfer träfe. Doch ebenso den möglichen Täter und alle, die lieber auf Erfolg als auf Zivilcourage gesetzt haben. Es hieße, den Spieß umzudrehen. Und denjenigen mit denselben Druckmitteln – Sorge vorm Karriereende – zu begegnen, die selbst so gern Macht ausüben. Doch die Frage ist: Kann man ein Kunstwerk nicht unabhängig vom Künstler und der Entstehung betrachten? Und müsste man sonst nicht auch in Literatur, Museen und Musik genauer hinschauen? Die Diskussion hat gerade erst begonnen.

Katja Kraft

Sie erreichen die Autorin unter

Katja.Kraft@ovb.net

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