LEHRER SOLLEN UMSCHULEN

Bayerische Fehlplanung

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Tja, manche lernen nie aus – zum Beispiel die Lehrer.

Wer sechs Jahre Studium inklusive hammerhartem Staatsexamen hinter sich hat, dem kann es passieren, dass er anschließend auf der Straße steht. Weil er eben das Falsche studiert hat – Gymnasial- statt Grundschul-Pädagogik. Der bayerische Staat schafft es seit Jahren, die Lehrerausbildung geradewegs am Bedarf vorbei zu organisieren. Die vom Kultusministerium angestoßene Umschulung ist letztlich eine Notmaßnahme, die die Fehlentwicklung kaschieren will.

Eine Beamtenstelle an einem bayerischen Gymnasium ist immer noch das Lebensziel junger, zumal männlicher Pädagogen. Leider, muss man sagen. Tatsache ist, dass die Grundschullehrer in den vergangenen Jahren mehr und mehr Aufgaben zugewiesen bekommen haben: Sie unterrichten Flüchtlingskinder, kümmern sich um Inklusion und müssen auch schwierige Kinder, etwa mit ADHS, im Normalunterricht integrieren. Der Job der Grundschullehrerin mag früher beschaulich gewesen sein, aber er hat einen Bedeutungszuwachs bekommen. Statt das anzuerkennen, fiel Ministerpräsident Söder in seiner Regierungserklärung nichts Besseres ein, als den Schulen auch noch „Wertekunde“ aufzubürden. Wichtiger wäre es, dass er die Fehlplanung beseitigt. Die Ansätze liegen auf der Hand: Die unterschiedliche (und ungerechte) Besoldung sollte langfristig angeglichen werden, die Zulassungsbeschränkungen an den bayerischen Unis gehören abgeschafft. Und jungen Studenten muss die gesellschaftliche Wertigkeit der Grundschule vermittelt werden.

Dirk Walter

Sie erreichen den Autor unter

dirk.walter@ovb.net

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