TRUMP UND IRAN

Das alte Muster

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Die Überraschung war groß, warum eigentlich? Immerhin folgt Donald Trumps Ankündigung, „ohne Vorbedingungen“ mit dem Iran verhandeln zu wollen, dem gleichen Muster wie im Fall Nordkoreas.

Der US-Präsident räumt die bestehende Ordnung ab und versucht, in einem dieser archaischen Männer-Gespräche den weltbesten Deal (für die USA) herauszuholen. Mal abgesehen davon, dass der Erfolg des Treffens mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un bisher nur ein behaupteter ist (vieles spricht für das Gegenteil), wird Trumps Strategie diesmal nicht aufgehen.

Die Unterschiede sind zu gravierend: Kim wollte das Treffen unbedingt, weil es ihm und seinem verarmten Land eine Bedeutung weit über Wert zumaß. Er konnte nur gewinnen. Beim Iran verhält es sich umgekehrt: Teheran war das hart ausverhandelte Atomabkommen gerade recht – es kann also nur schlechter werden. Auch die Interessen der Akteure liegen anders. Während die ganze Welt das Trump-Kim-Treffen begrüßte, dürften diejenigen, die dem Iran-Deal die Stange halten, nun einigermaßen ratlos sein. Erwartet Trump etwa, dass sie die Ergebnisse eines sehr unwahrscheinlichen Treffens einfach so abnicken?

Am wichtigsten aber ist: Anders als Nordkorea buhlt der Iran seit Jahren um die Vorherrschaft in der Region – und begründet den Anspruch darauf auch mit einem lange gepflegten Anti-Amerikanismus. Ob der religiöse und politische Führer Ali Khamenei – der einem Treffen zustimmen muss – die eigene Legitimation für einen Trump’schen PR-Rummel opfert? Nicht in tausend Jahren.

Marcus Mäckler

Sie erreichen den Autor unter

Marcus.Maeckler@ovb.net

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare