Zwei Heldensteinerinnen leiten „SachenMachen"-Treff seit fünf Jahren

Im Jahr 2016 fertigten die Damen (von links) Brigitte Lackermair, Anita Russwurm und Eva Mike einen großen Gemeinschaftsquilt. Auch nach der Corona-Pandemie soll ein solcher Quilt als Erinnerung entstehen. Archiv/ISixt-Majcen

Heldenstein – Als sich vor etwa sieben Jahren die Heldensteinerinnen Maria Asthoff und Brigitte Lackermair in Erding bei der Patchworkmesse zufällig über den Weg liefen, war beiden sofort klar, dass sie ein gemeinsames Hobby verband: die Handarbeit.

Sie waren sich gleich einig, von nun an gemeinsame Sache zu machen. Und weil es viel mehr Spaß macht, zusammenzuarbeiten und sich auszutauschen, kam bald die Frage auf, ob es noch andere „Einzelkämpfer“ gibt und wie sich die Frauen vernetzen könnten. Ein Treffpunkt musste her.

Mitte Januar 2015 öffnete der erste offene Handarbeitstreff der Gruppe „Sa chenMachen“ im Pfarrheim Heldenstein. Zum Erstaunen der Initiatorinnen fanden sich gleich 14 interessierte Frauen ein. Seither treffen sich die fleißigen Handarbeiterinnen jeden dritten Mittwoch im Monat im Pfarrheim. Dort stricken, nähen, häkeln und sticken sie.

Das Motto dieser Gemeinschaft ist: Raus aus der einsamen Nähecke zu Hause zum gemeinsamen Handarbeiten in der Runde. Alle sind willkommen mit ihren Fähigkeiten und Vorlieben sowie der Motivation, Handarbeit in ihrer Vielfalt zu pflegen und weiterzutragen.

Handarbeit hat eine lange Tradition. Gestartet im vierten Jahrtausend vor Christus wird sie als eine der ältesten Kulturgüter weltweit gepflegt – in unserer Zeit jedoch eine eher wenig beachtete Kunst.

Der Treff „SachenMachen“ zeigte seit seiner Gründung in zwei großen Ausstellungen im Pfarrheim, was Talent und Freude an Handarbeit in beeindruckender Vielfalt ermöglicht. Dazu wurde jeweils ein großer Gemeinschaftsquilt angefertigt und verlost. Die beim Losverkauf eingenommenen Spenden kamen dem Kindergarten und der Kinderkrippe zugute.

Ein weiterer Benefiz-Gedanke beflügelt seit 2016 die Teilnehmerinnen mit der Herstellung von Herzkissen nach einem patentierten Muster als Schmerzbremsen für Brustkrebspatientinnen. Bisher wurden 130 Stück der Kreisklinik Mühldorf überbracht.

Mehrere Workshops hielten die Frauen ab. Und zum Wiedererwachen des Gasthauses „Alter Wirt“ trugen die Teilnehmerinnen mit selbst genähten Vorhängen für die Gaststube bei.

Recycling und Upcycling ist ein weiterer Grundgedanke vieler Aktionen: Für „Stofftaschen kontra Plastiktüten“ verwenden die Frauen fast ausschließlich gebrauchte Stoffe. Gleiches gilt für die Gemeinschaftsquilts „Crazy Stripes“ und „Unser Dorf“. Die Schulanfänger der letzten beiden Jahre statteten die Handarbeiterinnen mit bunten „Büchereitaschen“ aus.

Angepasst an die kontaktarme Zeit aufgrund der Corona-Pandemie stellt Brigitte Lackermair eine spannende Idee vor: Alle Interessierten fertigen ganz nach eigenen Ideen Quadrate mit zehn Zentimetern Kantenlänge aus gemusterten, bestickten Stoffen oder gehäkelt, beziehungsweise gestrickt aus bunten Garnen an, welche zum Ende der Beschränkungen gemeinsam zu einem Erinnerungs-Quilt zusammengesetzt werden. Interessierte können Infos für die Umsetzung dieser Idee per E-Mail an Lackermair@t-online.de oder unter Telefon 0 86 36/73 45 anfordern. six

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