Mit zwei Fausthieben niedergeschlagen

In Mühldorf standen ein 28-Jähriger und seine Bekannte vor Gericht.
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In Mühldorf standen ein 28-Jähriger und seine Bekannte vor Gericht.

Mühldorf/Waldkraiburg. – Ein 28-jähriger arbeitsloser Paketzusteller und eine 34-jährige Freundin des Mannes, beide stammen aus Tschechien, mussten sich vor Amtsrichter Florian Greifenstein verantworten.

Sie attackierten im vergangenen Jahr auf dem Waldkraiburger Stadtfest einen 44-jährigen Tunesier und verletzten ihn dabei.

Staatsanwalt Nils Wewer aus Traunstein warf den beiden gefährliche Körperverletzung vor. Der 28-Jährige hatte seinen Kontrahenten mit zwei Faustschlägen ins Gesicht zu Boden gestreckt, während die Frau den 44-Jährigen mit einer Flasche in den Rücken geschlagen haben soll.

Die Tat erfolgteauf einem Parkplatz

Es war nach Mitternacht, als der ehemalige Paketzusteller mit einer Gruppe von Freunden, darunter auch die 34-Jährige, auf dem Heimweg auf den Tunesier traf. Auf einem Parkplatz lief die Sache aus dem Ruder.

Angeblich hatte die 34-Jährige dem Paketzusteller kürzlich erzählt, sie sei von dem 44-Jährigen vor etwa sechs oder sieben Jahren vergewaltigt worden sei. Aus Scham, aber auch wegen Problemen mit der deutschen Sprache, habe sie den Vorfall nicht bei der Polizei angezeigt. Seitdem leide sie an Depressionen und habe zu trinken begonnen.

Darüber geriet der Paketzusteller dermaßen in Wut, dass er den Tunesier mit zwei Schlägen ins Gesicht niederschlug. Die Angeklagte, die Mutter dreier Kinder ist, habe den am Boden liegenden Mann ebenfalls attackiert. Ergebnis: Der Tunesier erlitt einen Rippenbruch sowie Prellungen und Abschürfungen. Er rettete sich in einen Sanka, wo er ärztlich versorgt wurde. Die Sanitäter meldeten den Vorgang der Polizei Waldkraiburg. Der 28-Jährige gestand die Tat, während seine Freundin diese abstritt.

Richter Greifenstein hatte zwei Zeugen geladen. Als erstes sagte eine Freundin des Tunesiers aus, eine 30-jährige Arbeitssuchende aus Waldkraiburg. Sie sei an dem besagten Abend dabei gewesen und hätte einen Faustschlag ins Gesicht abbekommen.

Als zweiter Zeuge war der Tunesier selbst vor Gericht erschienen. Er kannte seinen Peiniger über seinen Onkel, die zusammen bei einer Paketfirma gearbeitet hätten. Der Angeklagte sei auf ihn zugetreten und hätte ihn niedergeschlagen. Die Vorwürfe der Vergewaltigung leugnete der 44-Jährige. Er berichtete von einer Beziehung mit der 34-jährigen Tschechin, was diese aber bestritt.

In seinem Plädoyer sah Staatsanwalt Wewer den Vorwurf der Körperverletzung als erwiesen an. Er forderte für den 28-jährigen Angeklagten eine Geldstrafe in Höhe von 80 Tagessätzen zu 20 Euro, für die Frau plädierte er auf Freispruch.

Amtsrichter Florian Greifenstein verhängte eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 20 Euro. Die 34-jährige Tschechin wurde freigesprochen. hra

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