Zwei Corona-Fälle am Gymnasium Waldkraiburg: Betroffene Klassen müssen nicht in Quarantäne

Zwei Lehrer
              am Gymnasium Waldkraiburg haben sich mit Corona infiziert. Weil das Hygienekonzept umgesetzt wurde, muss keine Klasse in Quarantäne.
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Zwei Lehrer am Gymnasium Waldkraiburg haben sich mit Corona infiziert. Weil das Hygienekonzept umgesetzt wurde, muss keine Klasse in Quarantäne.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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  • Josef Enzinger
    Josef Enzinger
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Am Waldkraiburger Gymnasium gibt es die ersten positiven Corona-Fälle. Quarantäne für betroffene Klassen wurde nicht angeordnet, weil die Schule konsequent ihr Hygiene-Konzept umsetzt. Die schulischen Hygienepläne und die disziplinierten Schüler lobt auch das Schulamt Mühldorf.

Waldkraiburg – Zwei Lehrer am Waldkraiburger Gymnasium sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Vier weitere Lehrer befinden sich deshalb in Quarantäne, für die betroffenen Klassen und Kurse kann der Unterricht aber weitergehen. Vorsorglich konnten sich Schüler betroffener Klassen und Kurse gestern an der Schule testen lassen.

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Es ist der erste Corona-Fall am Gymnasium: Insgesamt acht Klassen und Kurse hatten die beiden Lehrer noch betreut, bevor sich bei ihnen erste Symptome zeigten. Abstand halten, versetzte Pausen, Maskenpflicht und Plexiglasscheiben an den Lehrerpulten – das Gymnasium hat konsequent ihr Hygienekonzept umgesetzt und das bewahrt nun die betroffenen 150 Schüler vor einer Quarantäne. „Aufgrund dieser Maßnahmen stuft das Gesundheitsamt das Ansteckungsrisiko als gering ein“, sagt Schulleiter Helmut Wittmann. Um Schülern wie Eltern dennoch Sicherheit zu geben, gab es gestern das Angebot einer freiwilligen Reihentestung: 120 Schüler und 25 Lehrer ließen sich testen.

Acht Ausfälle am Gymnasium wegen Corona

Die beiden Lehrer sind die ersten Corona-Fälle am Gymnasium. Mit den steigenden Zahlen stieg für den Schulleiter auch der „psychische Druck“. „Ich bin froh, wenn wir wieder zur Corona-Normalität zurückkehren können. Jetzt ist eine Ausnahmesituation.“ Im Zusammenhang mit den beiden positiven Corona-Fällen sind vier Lehrer in Quarantäne. Zwei weitere befinden sich ebenfalls aufgrund eines anderen Kontakts in Quarantäne. „Wir haben damit bis zum Beginn der Herbstferien acht Ausfälle wegen Corona“, sagt Wittmann. Dazu kommen noch weitere Krankheitsfälle, sodass zehn von 69 Lehrern zu ersetzen sind. „Auffangen lässt sich das nur durch eine erhebliche Mehrbelastung für Kollegen“, fährt er fort. Kommen noch mehr Ausfälle hinzukommen, könnte es schwierig werden, für alle Klassen Präsenzunterricht durchzuführen.

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Für Elternbeiratsvorsitzenden Helmut Rochlitz ist es Ziel, Schülern und Eltern größtmögliche Normalität zu geben. „Wir haben gesehen, dass Präsenzunterricht viel wertvoller ist als Online-Beschulung.“ Maskenpflicht, Abstand und Spuckschutzwände: Das Ansteckungsrisiko schätzt auch er als „nicht sehr hoch“ ein. Große Verunsicherung unter den Eltern mache er nicht aus, dennoch gebe es auch Eltern, die aufgrund der Situation verunsichert seien.

Schulamt Mühldorf zögert mit dem Einsatz Mobiler Kräfte

Auch wenn es in nächster Zeit zu mehr Ausfällen bei Lehrern kommt, das Schulamt Mühldorf geht auf Nummer sicher, was den Einsatz mobiler Kräfte betrifft. Vereinzelt war es in der vergangenen Woche zu Situationen gekommen, dass Schulklassen wegen eines positiven Covid-19-Falles oder wegen einer Erkrankung des Lehrers zu Hause bleiben mussten. Im Falle einer Schulklasse in Niedertaufkirchen klagte eine Mutter darüber, dass keine mobile Reserve zur Verfügung gestanden hätte, nachdem sich eine Lehrkraft krank gemeldet hatte.

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Am Freitag musste eine Grundschulklasse in Mettenheim aus demselben Grund zu Hause bleiben. „Weil die Inzidenzzahl die Marke von 100 übertroffen hatte, hat das Schulamt verfügt, dass Mobile Reserven nicht mehr tageweise in die Schulen geschickt werden“, erklärt Schulamtsdirektor Hans Wax. Es handle sich um eine reine Vorsorgemaßnahme, damit die mobilen Lehrkräfte kein mögliches punktuelles Infektionsgeschehen über den Landkreis streuen.

Präsenzunterricht aufrecht erhalten

Wax betont: „Bis jetzt ist es so, dass sich in den Grund- und Mittelschulen des Landkreises kein einziges Kind in der Schule angesteckt hat. Ein Beweis, dass unsere Hygienepläne greifen und sicher sind.“ Wax verteidigt die Linie des Schulamtes: Man sei lieber übervorsichtig, wenn Lehrkräfte Symptome anmelden und sich auf Covid-19 testen lassen. „Lieber bleiben die Kinder für einen Tag daheim, als das Risiko einer Ansteckung einzugehen.“ Es sei wichtig, alles dafür zu tun, um den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten.

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Dass die Schüler aktuell auch im Unterricht Maske tragen müssen, verteidigt Wax. Er verstehe die Sorgen der Eltern, appelliert an deren Verständnis, verweist aber auch darauf, dass die Schüler die Maßnahme diszipliniert umsetzen. Zu den Mobilen Reserven sagt Wax, dass man aktuell analog zu den Infektionszahlen handele. Sollte eine Entspannung der Lage eintreten, werde auch die Situation der Mobilen Kräfte und deren Einsatzmöglichkeit neu bewertet.

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