Interview mit Pfarrer Roland Heimerl

Zehn Jahre Stadtkirche in Mühldorf - wie steht es um die Gemeinschaft der sechs Pfarreien?

Stadtpfarrer Roland Heimerl leitet seit zehn Jahren die Stadtkirche Mühldorf.
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Stadtpfarrer Roland Heimerl leitet seit zehn Jahren die Stadtkirche Mühldorf.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Die Stadtkirche Mühldorf blickt auf zehn Jahre zurück. Wir sprachen mit Pfarrer Roland Heimerl, der die Stadtkirche seit zehn Jahren führt. In der Stadtkirche Mühldorf sind sechs Pfarreien zusammengeschlossen. Heimerl sieht die Stadtkirche auf einem guten Weg, sie soll allen Gläubigen Heimat bieten.

Mühldorf– Als einschneidendes Ereignis hat Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger die Gründung der Stadtkirche Mühldorf vor zehn Jahren bezeichnet. Der Zusammenschluss der sechs Pfarreien bringe zwar zahlreiche Aufgaben und Schwierigkeiten mit sich, berge aber auch Chancen. „So eine Stadtkirche gibt der Kirche in Mühldorf insgesamt ein größeres Gewicht, da sie sich nun doch verstärkt gemeinsam darstellen kann“, sagte Haslberger. Die Stadtkirche Mühldorf blickt auf zehn Jahre zurück. Wir sprachen mit Pfarrer Roland Heimerl, der die Stadtkirche seit zehn Jahren führt. Die Stadtkirche Mühldorf blickt auf zehn Jahre zurück. Wir sprachen mit Pfarrer Roland Heimerl, der die Stadtkirche seit zehn Jahren führt.

Wie würden Sie den Zustand der Stadtkirche in Mühldorf beschreiben?

Roland Heimerl:Ich würde den Zustand der Stadtkirche als positiv beschreiben, Es sind unterschiedlichste Pfarreien zusammengekommen. Ich glaube, die Zusammenarbeit hat sich in den letzten zehn Jahren ganz gewaltig verbessert, ohne, dass die Pfarreien auf ihr Eigenleben verzichten müssen. Insgesamt sehe ich uns auf einem guten Weg, Es gibt in allen Pfarreien sehr engagierte Menschen, die bereit sind, ihre Talente, ihre Zeit und vor allem ihren Glauben einzubringen, um das pfarrliche Leben in ihrer Pfarrei und Stadtkirche zu bereichern.

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Können Sie sich mehr auf die priesterliche Arbeit konzentrieren oder ist mit der größeren Stadtkirche auch Ihr Aufwand an Verwaltungs-, Bau-, und Personalaufgaben gewachsen. Die Aufgabe in Töging für Sie darf auch nicht vergessen werden?

Heimerl:Die Einführung der Verwalter hat mich bei den Verwaltungsaufgaben schon entscheidend entlastet. Dies gilt auch für die Arbeit in Töging. Natürlich gebe ich die großen Linien vor, aber ich muss mich nicht mehr um jedes Detail selber kümmern. Ich habe gesehen, dass ich Verantwortung abgeben muss, um meine priesterlichen Aufgaben wahrnehmen zu können. Ich habe in der Stadtkirche Mitarbeiter die dieses Vertrauen mehr als verdienen.

Konnten die Vorgaben, die mit der Gründung der Stadtkirche verbunden waren, umgesetzt werden?

Heimerl: Mein Bischof hat mich vor zehn Jahren gebeten, die Aufgaben der Stadtkirche in Mühldorf zu übernehmen. Diese Aufgabe habe ich gerne übernommen. Es ging auch darum, wieder die Kirche in Mühldorf zu stärken. Ich kann Ihnen versichern, dass meine Tätigkeit in Mühldorf an keine Vorgaben gebunden war. Ich habe diese Ausgangslange immer als große Chance für die Mühldorfer Stadtkirche gesehen. Wir konnten experimentieren und schauen, wie die Entwicklung in den einzelnen Pfarreien vorwärts geht. Jeder konnte sich mit seinen Talenten einbringen. Ich finde, diese Ausgangslage hat uns nicht geschadet.

Sie haben diesen Prozess von Beginn an begleitet, wie fällt die persönliche Bilanz von Pfarrer Roland Heimerl nach diesen zehn Jahren aus?

Heimerl: Ich glaube, wir alle sind mit dieser Aufgabe Stadtkirche gewachsen. Diese Aufgabe war für mich sehr fordernd, aber auch sehr lehrreich. Ich mache diese Aufgabe ja immer noch sehr gerne und hoffe, dass mir der Herrgott noch so viel Gesundheit schenkt, dass ich diese Arbeit noch eine Zeit machen kann. Ich bin persönlich sehr zufrieden mit meinem persönlichen Leben, trotz meiner Einschränkungen, und mit dem der Stadtkirche Mühldorf.

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Welches Eigenleben haben die einzelnen Pfarreien noch?

Heimerl:Abgesehen von der Erstkommunion- und Firmvorbereitung, die zentral organisiert werden und einzelnen Gottesdienstangeboten, wie am Gründonnerstag oder der gemeinsamen Wallfahrt nach Altötting, spielt sich Vieles schon noch innerhalb der Pfarreien ab. Wichtig sind die Seelsorger, die das Gesicht der Pfarrei repräsentieren. Sie sind Ansprechpartner einer Pfarrei und prägen diese auch mit ihren Fähigkeiten und Vorstellungen.

Verbindungen, gemeinsame Absprachen und Planungen geschehen über das Dienstgespräch der Seelsorger und das der Sekretärinnen, die beide 14-tägig stattfinden. Ich hatte zu Beginn schon vor, mehr zu zentralisieren. Heute bin ich sehr froh, dass ich es nicht gemacht habe.

Welche wichtigen Zukunftsausgaben sehen Sie auf die Stadtkirche zukommen und werden die kirchlichen Verwaltungseinheiten aufgrund des Priestermangels noch größer?

Heimerl: Ich glaube nicht, dass diese Einheiten noch größer werden. Es ist wichtig, dass jede Pfarrei ein seelsorgerisches Gesicht hat, mit dem sie sie identifizieren kann. Aufgabe der Stadtkirche Mühldorf wird es mehr denn je sein, Antwort auf die Suche der Pfarrmitglieder zu sein. Der Ort, an dem die Menschen ihren Glauben feiern können, Unruhige zur Ruhe kommen können, Suchende Erfüllung finden.

Wo Eltern gerne ihre Kinder sehen, Alte und Kranke sich willkommen fühlen, Arme und Notleidende eine Anlaufstelle finden, Jugendliche Gelegenheit haben, sich zu treffen. Kurz ein Ort, an dem Christen, die Möglichkeit haben, ihren Glauben zu leben, zu reflektieren und weiterzugeben.

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