Wirtshaussterben geht weiter und macht auch vor Buchbach nicht Halt

Das verschmitzte Lächeln von Sepp Apfelböck, dem „Falken-Wirt“, ein bekanntes Buchbacher Wirtsoriginal, wird in der Wirtsstube ab 2020 nicht mehr zu sehen sein. Rampl

Buchbach – Mit Jahresende hat Buchbach kein bayerisches Wirtshaus mehr.

Das Gasthaus zum Falken am Buchbacher Marktplatz, schließt als letzte traditionelle Wirtschaft seine Pforten.

Bewegte Geschichte seit 17. Jahrhundert

Der Falkenwirt ist in Buchbach seit 1693 unter dem Wirt Hans Falchk, eine Institution. Das Gasthaus hat in dieser langen Zeit eine bewegte Geschichte hinter sich und wird seit 2009 von den Wirtsleuten Apfelböck geführt – am 31. Dezember ist Schluss.

Aus gesundheitlichen Gründen sind sie nicht mehr in der Lage, das Wirtshaus weiterzuführen. Der Falkenwirt beherbergt eine große Anzahl von Vereinen und Stammtischen. Sie alle verlieren ab dem neuen Jahre ihre Heimat.

Eigentlich gehört ein Wirtshaus zum Dorf dazu. Schätzungsweise ein Viertel aller Gemeinden haben inzwischen keine Gaststätte mehr. Nun hat es also auch Buchbach erwischt, es gibt im Markt kein bodenständisches bayerisches Wirtshaus mehr, nur noch ein Hotel mit Restaurant, eine Pizzeria, einen Asia-Imbiss und Döner-Laden und Vereinsheime, die nur begrenzt geöffnet sind. Außerhalb des Marktes gibt es natürlich noch Wirtshäuser in Kastenberg, Sterneck, Ranoldsberg und Engolding. Für die Buchbacher sind allerdings die Wege dorthin für ihre Schießabende, Stammtische und Treffen zu weit und fußläufig nur schwer erreichbar.

Die Verantwortlichen der beim Falken-Wirt beheimateten Vereine suchen nun eine Lösung, denn, so die allgemeine Meinung, ein Nachfolger für die Wirtsleute Apfelböck wird sich ohne umfassende Renovierung des Wirtshauses so schnell nicht finden. Die bisherigen Wirtsleute werden daher bis auf weiteres in ihrer Wohnung bleiben und so wird Josef Apfelböck den Altschützen als Schützenmeister erhalten bleiben.

Lösungen suchen sie in einem gemeinsamen Projekt aller Vereine, mit Einbindung der Stammtische und auch der Marktgemeinde, die selbst ein großes Interesse an einem geöffneten Wirtshaus „Zum Falken“ haben müsste. Ist sie doch erst vor kurzem mit dem Gütesiegel „Heimatdorf 2019“ für besonders hohe Lebensqualität, ausgezeichnet worden. Das „Gütesiegel Heimatdorf“ würdigt das besondere Engagement der Bewohner in den Gemeinden“, so Staatsminister Füracker. Buchbach hat dabei damit überzeugt, dass seine Projekte und Konzepte dazu beitragen, die Heimat vor Ort weiter zu entwickeln und die Lebensqualität und Heimatverbundenheit der Bewohner weiter zu verbessern.

Dazu gehört sicherlich auch die Sicherung der Wirtshauslandschaft. Die Vereine und Gruppierungen, die bei dieser Auszeichnung für ihr aktives Vereinsleben und das breite soziale Engagement hervorgehoben wurden, werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten sicher dazu beitragen, dass das Gasthaus „Zum Falken“ wenigstens für sie geöffnet bleibt.

Erleichtern könnte dies natürlich, wenn die Gemeinde einen Teil des für die Auszeichnung erhaltenen Preisgeldes von 60 000 Euro hierfür, für die Buchbacher Ortsvereine und die Sicherung der ehemals weitum bekannten historischen Buchbacher Wirtshauskultur verwenden würde. ram

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