So will der Landkreis Mühldorf die geologisch bedeutsame Toteiskessel erhalten

Die Öko-Modellregion im Landkreis Mühldorfsoll noch ausgeweitet werden. Friedrich
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Die Öko-Modellregion im Landkreis Mühldorfsoll noch ausgeweitet werden. Friedrich

Das Projekt Öko-Modellregion legt besonderes Augenmerk auf die Eiszerfallslandschaft. Als geologische Besonderheit treten dort gehäuft zahlreiche, nur wenige hundert Quadratmeter große sogenannte Toteiskessel und eiszeitliche Restseen auf, die für Süddeutschland einmalig sind.

Mühldorf – Das Bayern-Netz-Natur-Projekt umfasst etwa 335 Quadratkilometer. In den Landkreisen Mühldorf und Rosenheim gehört die Eiszerfallslandschaft der Endmoränenzüge dazu.

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In den abflusslosen Senken haben sich Gewässer und Vermoorungen von überregionaler bis landesweiter naturschutzfachlicher Bedeutung und Lebensräume einer Vielzahl bedrohter Arten entwickelt. Im Zentrum des Projekts der Ökomodell-Region stehen die Sicherung und Renaturierung der Toteiskessel und -seen mit ihrer typischen naturnahen Ausprägung.

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Zielarten wie Kammmolch, Kleiner Wasserfrosch, Hochmoor-Perlmuttfalter, Sumpfschrecke und verschiedene Moorlibellen sollen wieder stabile Populationen entwickeln können. Entscheidend wird jedoch nach einer Mitteilung des Landratsamtes Mühldorf sein, dass die Grundeigentümer stolz auf ihren eiszeitlichen Schatz sind. So können Bevölkerung und Besucher die Kostbarkeiten der Eiszerfallslandschaft erleben.

Kosten werden bezuschusst

Unter der Trägerschaft der Landkreise Mühldorf und Rosenheim sollen im Rahmen des Projekts Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit, Erfolgskontrollen und das Projektmanagement finanziert werden. Die Pflegemaßnahmen werden über staatliche Förderprogramme finanziert. Für die übrigen Kosten wird eine Förderung von 75 Prozent beim Bayerischen Naturschutzfonds und ein Zuschuss beim Bezirk Oberbayern beantragt.

Ökomodell zur Nahversorgung

Die Nachhaltigkeit des Projektes soll durch Beteiligung der Land- und Forstwirte, der Bayerischen Staatsforsten und der Landschaftspflegeverbände an der Maßnahmenumsetzung gewährleistet werden. Die Schwerpunkte der Öko-Modellregion sind die Förderung der regionalen Nahversorgung, der Aufbau von Wertschöpfungsketten im Ökolandbau sowie Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt.

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Dabei wurden bisher etliche Projekte angegangen und durchgeführt. Beispiele sind der Aufbau des Regionalladens Buchbach, der Aufbau der regionalen Lieferpartnerschaft mit einem Bio-Verarbeiter sowie Wildkrautprojekte für Acker und Grünland. Die Projektbereiche werden begleitet durch eine Vielzahl von Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche sowie eines umfassenden Veranstaltungsprogrammes für Landwirte.

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