Wildunfälle nehmen weiter zu

Wildunfälle nehmen in wieder Bayern zu. FIB
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Wildunfälle nehmen in wieder Bayern zu. FIB

Heimischer Jagdverband gibt 36900 Markierungsbänder für Unfälle heraus – 55000 Wildunfälle allein in Bayern

Mühldorf – Wildunfälle nehmen nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland zu. Mehr als 275.000 Wildunfälle mit einer Schadenshöhe von fast 750 Millionen im Jahr 2017 sind enorm. Rund 55.000 waren es in Bayern. Pro Schaden entstehen durchschnittlich Kosten von rund 2700 Euro. Gesamtgesellschaftlich eine gigantische Summe, die letztendlich von den Autobesitzern getragen werden muss. 

Ursachen für hohe Zahl von Wildunfällen

Die unverändert hohe Zahl an Wildunfällen ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen: Zum einen nimmt die Verkehrsdichte stetig zu, Fahrzeuge fahren immer schneller, unsere Landschaft wird durch immer mehr Straßen durchschnitten und somit auch der Lebensraum der Wildtiere. Während sich Wildtiere innerhalb ihres Lebensraumes, fortbewegen, müssen sie dadurch mehrere dicht befahrene Straßen überqueren.

Zum anderen fällt gerade in der jetzigen Jahreszeit die Rush-hour des Berufsverkehrs mit den Aktivitätszeiten einiger Wildarten zusammen, das heißt, in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung sind die Tiere besonders viel unterwegs. Aber auch nachts ist die Aktivität der Wildtier hoch und daher die Gefahr von Wildunfällen immer gegeben. Speziell bei Straßen, die durch Waldstücke, entlang von Hecken oder zwischen hohen Ackerbaukulturen wie Maisfelder führen, kann unvermittelt Wild auf der Straße auftauchen.

Zerschneidet eine neu gebaute Straße den Lebensraum von Wildtieren, folgen diese oft Jahre später noch ihren gewohnten Wegen, den sogenannten wechseln – auch über die Straße. Zudem locken wildtierfreundliche Bepflanzungen an Straßenränder wie Streuobstbäume, wilde Kräuter und Blühstreifen zusätzlich Wildtiere an, daher fordert Sascha Schnürer, Stellvertretender Kreisvorsitzender der Jäger im Landkreis Mühldorf, das sogenannte Straßenbegleitgrün wildtierunfreundlich zu gestalten.

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„Die Jägerschaft kann aber auch mit einer intensiven Bejagung in Straßennähe ebenfalls Einfluss auf das Verhalten der Wildtiere nehmen.

Zu guter Letzt ist es an den Verkehrsteilnehmer selbst, Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, Warnzeichen zu beachten und so einen Teil zur Vermeidung von Wildunfällen beizutragen“, sagt der Stellvertretende Kreisvorsitzende.

Sascha Schnürer stellte auf der Bürgermeisterversammlung im Mühldorfer Stadtsasal das neue Wildunfallband vor, das der Kreisverband des bayerischen Jagverbandes mit dem Bauernverband gemeinsam realisierte.

Rund 36 900 dieser Bänder hat der heimische Jagdverband drucken lassen. Sascha Schnürer verteilte die Bänder an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Landkreis Mühldorf. Die Bänder wurden auf zertifizierten Recyclingpapier onhe Zusatz optischer Aufhellerund Chlorbleiche gedruckt.

Markierungsband an Unfallstelle anbringen

Das Band soll direkt an der Unfallstelle an einem Posten oder Baum befestigt werden, um die Unfallstelle zu kennzeichnen.

Die goldene Regel zum korrekten Verhalten lautet: Ruhe bewahren. Schalten Sie Ihre Warnblinkanlage ein, legen Sie Ihre Warnweste an und sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck. Personenschutz geht vor“, sagt Schnürer.

Verletze Tiere dürfen keinesfalls angefasst werden. Wurde das Wild durch den Zusammenstoß getötet, sollte man es nach Möglichkeit mit Schutzhandschuhen von der Fahrbahn an den Rand ziehen, um Folgeunfälle zu vermeiden.

Wild nicht mitnehmen

Schnürer: „Das getötete Wild darf keinesfalls mitgenommen werden, da es sich dabei um den Tatbestand der Wilderei handeln würde. Auch wenn das Wild nach der Kollision scheinbar unversehrt weiter läuft, ist es meist schwer verletzt und geht jämmerlich zu Grunde. Daher muss ein Wildunfall nach dem Bayerischen Jagdgesetz in jedem Fall unverzüglich der Polizei gemeldet werden. Die Polizei informiert den zuständigen Jagdpächter, der sich mit seinem Jagdhund auf die Suche nach dem verletzten Wild macht. „

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