Ein Wiedersehen mit „Halleluja!“

Erstklassige Stimmen und die Liebe zur Musik, die jedem einzelnen Mitglied des Gospel-Train anzusehen war, trafen in Mettenheim auch dieses Mal wieder mitten ins Schwarze

Welch grandioses Comeback. Bereits zum dritten Mal, aber erstmals unter der Leitung von Tobias Schmidhuber, gastierte der Garser Gospel-Train im Mettenheimer Kulturhof und infizierte seine Fans erneut mit Gospel-Fieber. Glücklich, wer noch eine Karte ergattert hatte.

Mettenheim – Der Saal war bis zum letzten Platz ausverkauft. Unter dem Titel „Spirit Of New Year“ begab man sich auf gemeinsame Fahrt durch neue und alte Songs und zog das Publikum von der ersten Sekunde an in seinen Bann. Sofort verströmten Lieder wie „Jubilation“, „Lord, Reign In Me“ und „I’ve Got Joy“ ihre spirituelle Aura und animierten reihum zum Mitklatschen.

Mit einem kräftigen „Halleluja“ – es sollten noch mehrere folgen – stellte auch Sänger und Moderator Robert Müller das Konzert unter einen religiösen Stern. Einem Baptistenprediger ähnlich führte er durch das Programm und erzählte auf charmante, bairisch-lockere Art von der Entstehung und den unterschiedlichen Facetten des Gospels.

Während „Shosholoza“, die heimliche Hymne Südafrikas, durch Unbeschwertheit und Rhythmus für sich einnahm, gingen an die Sklaverei erinnernde Spirituals wie „Sometimes I Feel Like A Motherless Child“ oder „Wade In The Water“ direkt unter die Haut. Black Spirituals gelten als Wurzel des Gospelgesangs, so Müller, und sind äußerst anspruchsvoll in der Gestaltung.

Eingehüllt in die warmen Klänge des Backgroundchores können die Leadsänger dabei frei improvisieren und somit ihr Innerstes nach außen kehren. Die Frontleute des Gospel-Train, allen voran Steffi Häckl, Sabine Kobel, Kathrin Zoßeder und Franz Neudecker, genossen diese Freiheit und erwiesen sich als wahre Könner ihres Fachs.

Schmidhuber hatte seine Leute fest im Griff und sorgte nicht nur durch die Auswahl der teils von ihm frisch arrangierten Stücke für Beifall. Mitreißend auch die dynamische Gruppenchoreografie und der spezielle Sound der Begleitband. Wiederum brachte die neue „alte“ Rhythmusgruppe, sprich der ehemalige Chef alias „Käpt’n a. D.“ Michael Gäßl (Piano), Siegfried Niedermeier (Schlagzeug), Stefan Christofori (E-Bass) und Christoph Heilmaier (Hammondorgel) die Stimmung gemeinsam mit den Bläsern Ludwig Lamprecht und Manfred Peteranderl (Trompete), Stefanie Wittmann (Posaune) und Hermann Lehner (Saxofon) auf Höchsttemperatur.

Die Power dieser ebenso vielseitigen wie emotionalen Musik bestimmte auch den weiteren Verlauf des Konzerts. Jüngere und politikorientierte Gospels wie „Ain’t Gonna Let Nobody Turn Me Around“, „I Love To Praise His Name“ oder „So Get Up“ veranlassten die begeisterten Zuhörer schließlich, sich von den Sitzen zu erheben und weitere Zugaben zu fordern. Standing Ovations, viel Applaus und zahlreiche „Halleluja“-Rufe gab es deshalb auch für „Shakles“, „Oh Happy Day“ und „We Believe“.

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