Gasthof Zum Steer in Mühldorf ist zu, weil Wirt Patrick Tepin mit Corona infiziert ist

Alle Regeln eingehalten, sagt das Gesundheitsamt, trotzdem ist der Steer zu. Wirt Patrick Tepin ist an Corona erkrankt und hat das Wirtshaus vorsorglich geschlossen. Infiziert hat dort aber wohl niemand.
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Alle Regeln eingehalten, sagt das Gesundheitsamt, trotzdem ist der Steer zu. Wirt Patrick Tepin ist an Corona erkrankt und hat das Wirtshaus vorsorglich geschlossen. Infiziert hat sich dort aber wohl niemand.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Es ist ein außergewöhnlicher Schritt: Auf Facebook hat Patrick Tepin seine Corona-Erkrankung bekannt gemacht und damit die Schließung seines Wirtshauses in Mühldorf begründet. Dem Wirt geht es derzeit relativ gut, die Schließung trifft ihn und sein Team aber hart.

Mühldorf – Der Gasthof „Zum Steer“ ist geschlossen, weil der Wirt Corona hat. Patrick Tepin, der das bayerische Gasthaus in Altmühldorf betreibt, hat nach seinem positiven Testergebnis sofort die Konsequenzen gezogen und zugesperrt. „Ich hätte es offenlassen können“, sagt er, „aber die Gesundheit geht vor.“ Seitdem ist der Schweinsbraten aus.

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Reaktionen sind sehr positiv

Tepins Gesundheit ist angegriffen, aber bislang nicht dramatisch schlecht. „Zuerst hatte ich gar keine Symptome, heute fühle ich mich wie bei einer Grippe“, erzählt er am Telefon. Weil er so lange nichts gespürt hat, arbeitete er natürlich auch weiter in seinem Lokal.

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Vermutlich im Auto infiziert

Erst am Tag vor seinem eigenen Test, kam das Thema auf, eine Freundin hatte sich infiziert. Auf dem Weg zu einem privaten Grillfest mit acht anderen Gästen, sei er mit der Frau im Auto gefahren und habe sich dabei wohl das Virus eingefangen. „Eine Stunde gemeinsam im Auto reicht ganz offensichtlich, um sich selbst anzustecken.“

Patrick Tepin.

Tempin lässt sich testen und bekommt ein positives Ergebnis: Er ist auch an Covid19 erkrankt. Noch am selben Tag sperrt er zu, informiert das Gesundheitsamt in Mühdlorf über Kontaktpersonen aus dem Lokal, auch seine Eltern gehen in Quarantäne.

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Auf Facebook macht Tempin seine Infektion und die Schließung publik, ein eher ungewöhnlicher Schritt, gibt er zu. Doch die Reaktionen der Gäste geben im recht, sie sind sehr mitfühlend, es gibt bislang unter den über 60 Kommentaren keinen einzigen Angriff auf ihn und sein Team, keine Beschimpfung.

Froh über die Offenheit

Ein Gast schreibt in einem Kommentar: „Ich wünsche natürlich dem direkt Betroffenen, dass alles problemlos verläuft. Und das es bald wieder weitergeht.“ Eine andere meint: „Und wir wollten die Tage endlich mal vorbei kommen. Gute Besserung.“ Templin freut sich: „Es ist brutal, dass die Leute so gut reagiert haben.“ Jeder sei froh über seine Ehrlichkeit.

„Für das Geschäft ist die Schließung natürlich scheiße“, sagt er unumwunden, vor allem nach all den Wochen der Zwangsschließung zu Beginn der Pandemie. Trotzdem sieht Tempin keine Alternative zur Schließung: „Alles andere hätte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können. Geld ist nicht alles.“

Hygienekonzept bestätigt

Das Gesundheitsamt bestätigt, dass im Gasthof Zum Steer die Corona-Regeln beherzigt wurden: „Vorgaben, wie die Maskenpflicht beim Personal wurden eingehalten. Es wurde ebenso eine Gästeliste geführt.“

Die Entscheidung über die Schließung liege allein beim Betreiber, wenn er ausreichend Personal hätte, das nicht in Quarantäne sei, hätte er das Wirtshaus weiter betreiben dürfen, schreibt das Gesundheitsamt auf Anfrage. Laut der Behörde habe es im Wirtshaus keine engen Kontakte gegeben, die Gäste seien informiert worden. Dabei habe es nur zwei Probleme gegeben: An zwei Tischen hatten die Gäste unvollständige Telefonnummern angegeben.

Enge Kontakt habe Tepin nur im privaten Bereich gehabt, „bislang gibt es keine weiteren Fälle im Umfeld des Gasthauses“, betont das Gesundheitsamt. Weder die Eltern, noch Gäste, noch Grillfreunde haben sich infiziert So ist der Stand derzeit.

In einigen Tagen soll es weitergehen

Tepin ist noch jung, erst 34 Jahre alt, trotzdem zählt er sich wegen einer Herzkrankheit und leichtem Asthma zu den Riskopatienten der Corona-Krankheit. Angst, sagt er, habe er nicht. Stattdessen Hoffnung. Darauf, dass „Zum Steer“ am Donnerstag, 10. September, wieder öffnen kann. Und er wieder gesund wird. Damit es weiter geht.

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