Prognose: Das erwarten die Landwirte im Landkreis Mühldorf für die Ernte 2020

Die Wintergerste steht in Schicking gut. Über die Ernteaussichten sprachen von links: Dr. Bernhard Hübner, Josef und Maria Huber sowie Ulrich Niederschweiberer.
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Die Wintergerste steht in Schicking gut. Über die Ernteaussichten sprachen von links: Dr. Bernhard Hübner, Josef und Maria Huber sowie Ulrich Niederschweiberer.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Landwirte und Landwirtschaftamt erwarten in diesem Jahr eine durchschnittliche Ernte auf den Feldern im Landkreis Mühldorf. Die Acker-Bestände an Weizen, Gerste und Mais orientieren sich an den Flächen des Vorjahres. Ernteausfälle wegen einer Dürreperiode wird es in diesem Jahr nicht geben.

Mühldorf/Ampfing – Die ersten Mähdrescher haben die Ernte 2020 eingeläutet. Auch in der Gemeinde Ampfing haben die Mähdrechser ihre Arbeit begonnen.

Ernteaussichten in Schicking diskutiert

Zu traditionellen Gespräch über die diesjährigen Ernteaussichten trafen sich die Vertreter des Landwirtschaftsamts in Töging und der Bayerische Bauernverband auf dem Hof von Josef Huber in Schicking in der Gemeinde Ampfing.

Huber bewirtschaftet mit seiner Frau Beate und der Hofnachfolgerein Maria Huber einen Schweinemastbetrieb in Schicking. Auf 162 Hektar werden Wintergerste, Winterweizen, Winterraps, Lörnernais Sojabohnen und Zuckerrüben angebaut. Die Erträge werden in der eigenen Schweinemast mit rund 1000 Mastplätzen verwendet. Auch Josef und Maria Huber gehen von einer durchschnittlichen Ernte bei Getreide und Mais aus.

Durchschnittliche Ernte wird erwartet

Prognosen für die Erträge in diesem Jahr kündigen eine durchwachsene Saison an. Laut Dr. Bernhard Hübner vom Landwirtschaftsamt Töging und BBV-Kreisobmann Uli NIederschweiberer werden die Weizen-, Geste- und Mais sowie Rapsernte in diesem Jahr durchschnittlich ausfallen. . Zudem sind aufgrund der unterschiedlichen Witterungen regionale Ungleichheiten sehr wahrscheinlich.

Keine großen Dürrezeiten

In diesem Jahr haben die heimischen Landwirte nur am Anfang des Jahres Dürrezeiten überstehen müssen. Die lange Trockenzeit im letzten Jahr hat zu großen Ausfällen in der Grünlandbewirtschaftung geführt. In diesem Jahr, so Dr. Bernhard Hübner, gibt es dagegen weder bei Weizen noch Mais und auch im Grünlandbereich keine Ausfälle. „Wir erwarten eine durchschnittliche Ernte“, prognostizierte er.

Im Landkreis Mühldorf bleibt die Anbaustatistik bei Getreide stabil. In diesem Jahr werden 7399 Hektar nit Winter-Weizen angebaut. Dies ist gegenüber dem Jahr 2019 ein Rückgang um 0,51 Prozent. Im Jahr 2019 wurden im Landkreis Mühldorf 2924 Hektar Wintergerste angebaut. In diesem Jahr stieg diese Fläche auf 2992 Hektar. Auch die Mastbestände im Landkreis Mühldorf sind stabil. 14 977 Hektar Körnermais wurden im Jahr 2019 angebaut, im diesem Jahr sind es 14 942 Hektar.

Fleischpreise sind nicht sehr gut

Der Erzeugerpreis für Schweine ist aktuell deutlich gefallen. So bekommen Schweinehalter derzeit mit 1,37 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht fünf Cent weniger als in der Vorwoche. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai sind es sogar 22 Prozent weniger. BBV-Veredelungspräsident Gerhard Stadler erläutert dazu: „Unseren Schweinehaltern droht im Schraubstock zwischen immer höheren Tierwohlanforderungen einerseits und dem Preisdruck von Lebensmitteleinzelhandel und Schlachtunternehmen andererseits die Luft auszugehen.

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Wir sind bereit, den Wünschen der Verbraucher nach mehr Tierwohl und nach der Kennzeichnung von Fleisch nach der Haltungsform der Tiere Rechnung zu tragen. Wir können in unseren Ställen aber nur dann mehr Tierwohl umsetzen, wenn dies dauerhaft bezahlt wird. Niedrige Fleischpreise und gleichzeitig immer mehr Tierwohl – das passt einfach nicht zusammen!“

Die Absatzkrise bei Rindfleisch ist wohl noch lange nicht vorüber – doch die Preise für Bullen und Schlachtkühe haben sich etwas von ihrem Absturz erholt“, sagt Dr. Olaf Zinke von Agrarheute.

Rindermäster warten auf bessere Preis

Dagegen gab es für Schlachtfärsen kaum mehr Geld und der Preise für Schlachtkälber blieben am Boden. Der Grund für die moderate Preiserholung ist der deutliche Rückgang der angebotenen und abgelieferten Tiere. Die VEZG stellt in ihrem Wochenbericht fest: „Das Angebot an Jungbullen fällt zum Ende der laufenden Woche nur knapp ausreichend aus. Anziehende Preise sind die Folge. Weibliche Tiere werden eher stabil bewertet“.

„Viele Rindermäster waren nach dem Preissturz der vorigen Woche offenbar nicht bereit, ihre Tiere zu solchen Dumpingpreise zu verkaufen“, berichten Marktbeobachter. „Allerdings sind die Rinderpreise trotz der aktuellen Erholung noch ziemlich weit von dem Niveau von vor dem Absturz entfernt“, stellt Dr. Zinke fest.

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