So weit sind digitale Klassenzimmer im Landkreis Mühldorf

Wolfgang Gaigl, Schulleiter der Berufsschule I, treibt die Digitalisierung des Unterrichts seit längerem voran. Bauer
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Wolfgang Gaigl, Schulleiter der Berufsschule I, treibt die Digitalisierung des Unterrichts seit längerem voran. Bauer

Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen erklären Wolfgang Gaigl, Schulleiter der Berufsschule I in Mühldorf, und mit Max Heimerl, Leiter des Beruflichen Schulzentrums in Mühldorf, wie weit die Technik im Unterricht bereits eine Rolle spielt.

Mühldorf – Der digitale Ausbau der Schulen im Sachaufwand des Landkreises Mühldorf (Gymnasien, Realschulen und Berufsschulen) läuft.

Der Kreistag nimmt viel Geld in die Hand, um die technische Ausstattung der Schulen auf den neusten Stand zu bringen. Wir sprachen mit Wolfgang Gaigl, Schulleiter der Berufsschule I in Mühldorf, und mit Max Heimerl, Leiter des Beruflichen Schulzentrums in Mühldorf, über den Ausbau zur digitalen Schule.

Wie geht es mit dem Ausbau der digitalen Schule bei Ihnen weiter?

Heimerl: Wir sind am Beruflichen Schulzentrum schon mitten drin. Der Neubau an der Innstraße wird nach den modernsten digitalen Standards ausgestattet. Wir sind auch schon dabei, den Unterricht nach und nach umzustellen und die neuen Medien optimal zu nutzen. Uns ist aber wichtig, dass die Digitalisierung nur ein Werkzeug und kein Allheilmittel ist. Am wichtigsten halten wir immer noch den persönlichen Umgang der Menschen untereinander. Und unsere gemeinsam vereinbarten Werte müssen auch in der digitalen Welt gelten.+++

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Gaigl:Die Staatliche Berufsschule I ist schon seit vielen Jahren dabei, die Digitalisierung voranzutreiben. Beispielsweise sind alle Unterrichtsräume mit PC, Beamer, Dokumentenkamera und Internetanschluss ausgestattet und die didaktischen Jahrespläne berücksichtigen den Einsatz der digitalen Medien.

Aktuell sind wir dabei, die Ausstattung auf den neuesten Stand zu bringen sowie weitere integrierte digitale Fachräume auszustatten. Unser Medienkonzept ist fertiggestellt und wird laufend den neuesten Entwicklungen angepasst. Allerdings steht der Mensch im Mittelpunkt unseres Wirkens und die digitale Ausstattung ist als ein, wenn auch sehr wichtiges, Werkzeug für den Unterricht zu sehen.

Stimmen Sie einer Studie des DGB zu, dass ein Drittel aller Auszubildenden die Ausstattung ihrer Schule mit digitalen Medien als nur ausreichend oder mangelhaft qualifizieren?

Heimerl:Das halte ich für zu pessimistisch. Unsere Klassenzimmer sind ja schon heute mit Laptop, Dokumentenkamera und Beamer ausgestattet. Wir sind schon digital und entwickeln uns kontinuierlich weiter.

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Gaigl: Dieser Aussage kann ich nicht zustimmen und sie trifft für unsere Schule bestimmt nicht zu, weil wir schon seit vielen Jahren digitale Medien einsetzen. Zwei Beispiele hierfür sind CAD-Zeichenprogramme bei den Schreinern oder die Fehlerdiagnose mit Laptop und Testern in den Berufen der Fahrzeugtechnik.

Ab wann gibt es an Ihrer Schule digitalisierte Klassenzimmer?

Heimerl: Schon heute. Momentan ist der Lehrerarbeitsplatz digitalisiert. Der nächste Ausbauschritt ist dann die Ausstattung der Schüler mit Tablets oder Notebooks und die digitale Verzahnung der Schüler mit den Lehrkräften. Dann ergeben sich ganz neue Möglichkeiten: des digitalen Austauschs innerhalb und auch außerhalb der Unterrichtsstunden.

GaigL:Diese sind bereits vorhanden und werden kontinuierlich auf den neuesten Stand gebracht. Dazu gehört unter anderem die schrittweise Ausstattung mit Digitalboards und Endgräten für die SchülerInnen.

Wie steht es mit dem Glasfasernetzausbau?

Heimerl: Es sind alle Vorbereitungen getroffen. Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres am Glasfaser hängen.

Gaigl: Wir sind vom Landratsamt darüber informiert, dass der Glasfaseranschluss bis Ende 2019 vollzogen sein wird.

Gleiche Standards bei Hardware und gleiche Systeme wurden im Kreistag beschlossen. Stimmen Sie diesem Ausbau zu?

Heimerl:Wir haben uns ja nicht auf identische Systeme für alle geeinigt, sondern für die Klassenzimmer auf drei verschiedene Ausbauvarianten. Sie unterscheiden sich insbesondere bei den sogenannten Ausgabegeräten: wie Beamer, Bildschirm oder Whiteboard.

Der Ausbau ist sinnvoll und berücksichtigt zu 100 Prozent unsere Vorstellungen und Wünsche.

Gaigl:Diese Maßnahme halte ich für sehr sinnvoll, weil sie den Aufwand in der Anschaffung und Betreuung vermindert. Damit ist ja auch nicht gemeint, dass ein Gymnasium die identischen Systeme hat wie eine Berufsschule. Interview: Josef Bauer

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