Die „Weiße Fliege“ treibt in Polling ihr Unwesen

Offensichtlich sind auch die Blätter der Minisonnenblumen im Garten von Robert Wagner in Polling eine beliebte Speise der „Weißen Fliege“. Wagner

So schlimm war es noch nie, klagen Gartenbesitzer. Die Rede ist der Befall der Gemüse- und Zierpflanzen mit der „Weißen Fliege“. Bevorzugtes Zielobjekt sind Tomaten, Erdbeeren stehen aber auch auf dem Speiseplan der circa drei Millimeter großen „Weißen Fliege“, die zur Gattung der Mottenschildläuse gehört.

Polling/Tüßling – Offensichtlich verschmäht sie aber auch Zierpflanzen nicht, wie etwa die Hortensien im Garten des Vorsitzenden vom Tüßlinger Gartenbauverein, Lothar Liebwein. Ihm fällt ebenfalls auf, dass der Befall in diesem Jahr besonders stark ist, auch hätten sich schon einige Mitglieder des Vereins diesbezüglich an ihn gewendet. Nachfragen seinerseits bei der Kreisfachberatung ergaben, dass es sich hier wohl um kein landkreisweites Phänomen handle, sondern dieses Problem hauptsächlich in der Region auftrete, wie Liebwein erklärt.

Vermutete Ursachen seien klimatische Veränderungen, eine Kombination aus passender Feuchte und entsprechenden Temperaturen, die der Population entgegenkämen. Mittel zur Bekämpfung gebe es verschiedene, unter anderem hätten sich die sogenannten Gelbtafeln als zweckdienlich erwiesen. Gerüchte, dass die vermehrte Population in der Region mit den Gewächshäusern am westlichen Rand Tüßlings im Zusammenhang stehen, weist Inhaber Peter Reichenspurner von sich, schließlich würde ein Befall im Gewächshaus einen wirtschaftlichen Großschaden verursachen.

Damit dies nicht passiere, werden Schädlinge in seiner Anlage durch den Einsatz von Nützlingen auf biologische Art bekämpft. Die eingesetzten Schlupfwespen ersticken die Entwicklung einer größeren Population sozusagen im Keim, indem sie die Eier der „Weißen Fliege“ fressen, erklärt er die Vorgehensweise. Der Einsatz der Nützlinge beziehungsweise in welchem Umfang ein Einsatz notwendig ist, werde von Fachleuten ständig überprüft und reguliert.

Diese Art der Schädlingsbekämpfung mit Schlupfwespen wird auch bei Gemüsebau Steiner in Kirchweidach angewandt, wie von Gemeindeseite erklärt wurde. Ein stärkerer Befall in Privatgärten als üblich, konnte hier in Kirchweidach, nach Aussage des Gartenbauvereinsvorsitzenden Georg Osl, nicht festgestellt werden.

Reichenspurner vergleicht das vermehrte Auftreten der „Weißen Fliege“ im Freiland mit dem Auftreten der Blattlaus, die in einem Jahr sämtliche Rosen vehement befällt und im nächsten Jahr deutlich weniger Schaden anrichtet: „Das ist von Jahr zu Jahr verschieden und dürfte auch klimatisch beziehungsweise witterungsbedingt sein“.

Wo die heuer so starke Population des Schädlings seine Ursache hat, ist letztendlich nicht eindeutig festzustellen. Fakt ist, dass sie einigen Schaden anrichtet. wag

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