Weil sie wegen Coronakrise nicht aufmachen darf, verschenkt Ampfinger Gärtnerei Blumen an Senioren

Aus der Not eine tolle Geste gemacht: Thomas Igerl von der gleichnamigen Ampfinger Gärtnerei, die Tausende von Primeln an Senioren verschenkt, weil Gärtnereibetriebe im Landkreis Mühldorf derzeit wegen Corona nicht aufmachen dürfen. Stettner

Weil er sie wegen der Corona-Krise nicht verkaufen darf, will ein Ampfinger Gärtner die vielen Blumen, die in voller Pracht und Blüte in den Gewächshäusern stehen, verschenken. Vor allem den Senioren in den Pflegeheimen, die derzeit keinen Besuch empfangen dürfen, will Thomas Igerl damit eine Freude machen.

Ampfing – Eigentlich wäre jetzt in den Gärtnereien Hochsaison, für alles, was man im Frühjahr und fürs ganze Jahr im Garten pflanzt und in die Erde steckt. Auch bei der Gärtnerei Igerl in Holzheim bei Ampfing sind die Gewächshäuser bis in die letzte Ecke brechend voll. Ein Blütenmeer an Primeln, Hornveilchen, Ranunkeln, Gemüse- und Kräuterpflanzen und vieles mehr breitet sich dort aus. Doch wegen der Corona-Pandemie dürfen die Betriebe im Landkreis nicht aufmachen.

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Verstehen kann Seniorchef Konrad Igerl das nicht, denn in anderen Regionen dürfen Betriebe ihre Ware verkaufen. Schließlich ließen sich Kunden auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern bestens verteilen und das Ansteckungsrisiko so auf ein Minimum reduzieren. Igerl ärgert, dass von der Not der heimischen Gärtner der Lebensmitteleinzelhandel profitiert, der Frühjahrsblüher, die er von weit herholt, ins Sortiment nimmt. Wenn das Verkaufsverbot bis in den Mai gilt, sieht er schwarz, nicht nur für die Pflanzen.

Thomas Igerl: Wir wollen den Senioren ein Lächeln ins Gesicht zaubern

Noch hofft die Gärtnerei, die auf Lieferservice umgestellt hat, auf eine Lösung in ihrem Sinne. Doch so lange will Thomas Igerl mit den Blumen nicht warten. „Es wäre schade, sie wegzuwerfen“, findet er. „Wir möchten Menschen, die es derzeit besonders hart trifft, weil sie keinen Besuch empfangen dürfen oder auch nicht rauskommen, mit den Blumen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“ Vor allem die älteren Menschen in den Senioren- und Pflegeheimen sollen sich an den Blüten erfreuen.

Anfragen aus dem weiten Umkreis

Kaum hatte Igerl seine Idee auf Facebook geteilt, kamen von überall her Anfragen, sogar aus Landau an der Isar. Jetzt ist die Gärtnerei fleißig dabei, die Blumen gerecht zu verteilen. Auch ein Zulieferer hat sich gemeldet, der Schnittblumen zur Verfügung stellt, die dann ebenfalls kostenlos mit ausgeteilt werden sollen. „Wir verschenken, solange der Vorrat reicht.“

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Wer welche haben möchte, soll sich bei der Gärtnerei Igerl unter Telefonnummer 0 86 36/2 08 melden. Rund um Ampfing werden die Blumen sogar geliefert, der Rest wartet auf Abholung.

„Die Leute sind sehr dankbar für diese Geste“, sagt Thomas Igerl. Und das zaubert auch ihm in dieser schwierigen Zeit ein Lächeln ins Gesicht.

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