Weidenbach: Nachruf auf Monika Geisberger

Monika Geisberger
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Monika Geisberger

Weidenbach –. Vor wenigen Wochen freute sich Monika Geisberger mit ihrer Familie noch über die Verleihung des Bayerischen Klimapreises.

Mitte September verstarb die Bäuerin und Floristin mit „Leib und Seele“ gänzlich unerwartet.

Die Trauergemeinde, die sich von Monika Geisberger verabschieden wollte, war groß. Während die Familie in der Filialkirche von Weidenbach Abschied nahm, verweilten unzählige Freunde, Nachbarn, Bekannte und Kunden bei Regen und Kälte im und vor dem Friedhof. Ihre Tochter Andrea Deißenböck blickte beim von Diakon Sepp Breiteneicher zelebrierten Gottesdienst in bewegender Weise auf „S´Lem von meina Mama“ zurück.

Als jüngstes Kind von Rosalie und Georg Bumberger kam Monika Geisberger am 22. Mai 1965 zur Welt. Mit vier Geschwistern verbrachte sie ihre Kindheit auf dem „Hellmeier Hof“ in Weidenbach. Bereits mit fünf Jahren wurde sie Mitglied beim Trachtenverein Ampfing. Dort wurde ihr Talent zum Singen und Tanzen entdeckt und gefördert.

Nach der Schule erlernte sie den Beruf der ländlichen Hauswirtschafterin und baute ihr Wissen mit dem Besuch der Winterschule in Mühldorf aus. Schon während der Lehrzeit sammelte sie viele Erfahrungen bei ihren Einsätzen für den Maschinenring. Auch bei ihren Geschwistern war sie stets mit einer helfenden Hand zur Stelle.

1985 lernte sie Helmut kennen und heiratete ihn ein Jahr später. 1989 kam Tochter Andrea zur Welt. Monika Geisberger nannte sie immer ihr „Moastastückl“.

Viele Jahre setzte sie sich als Ortsbäuerin für die Belange der Landfrauen ein. In dieser Funktion organisierte sie Anfang der 1990er Jahre einen Weihnachtsbasar zugunsten der Kirchenrenovierung in Weidenbach. Dabei entdeckte sie ihr Talent und ihre Liebe zur Floristik.

Damit war der Grundstein zu „Floristik Geisberger“ gelegt, mit der sich die Geschäftsinhaberin schnell einen Namen machte. Sie organisierte Ausstellungen, Kurse und Vorträge und steckte viele Menschen mit ihrer Leidenschaft an. Bei Hochzeiten, Taufen, Erstkommunionen, Vereinsfesten und Beerdigungen, überall war Monika Geisbergers Gespür für den richtigen Blumenschmuck gefragt. Meist formulierten die Kunden ihre Wünsche und Vorstellungen und die Floristin setzte diese um. Schritt für Schritt baute sie mit ihrem Ehemann den Betrieb aus. Die Mitarbeiter wurden mehr, und zahlreiche Auszubildende profitierten von der Erfahrung ihrer Chefin.

Im Februar 2015 wurde ihre Enkelin Magdalena geboren. Oma sein, das erfüllte Monika Geisberger mit großer Freude. Ein gemeinsames Picknick auf dem Glatzberg war eines der letzten unvergesslichen Erlebnisse für die beiden.

Geisbergers Lebensphilosophie, all das zu schätzen und zu schützen, was einem der Herrgott schenkt, der achtsame und nachhaltige Umgang mit den Ressourcen der Natur und das Achten auf Regionalität zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Biografie. ers

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