Gewerbebebauung an der A94

Weichen für Fast-Food oder „Boarding House“ an Töginger Autobahnausfahrt gestellt

Das Baugrundstück hat etwa die Fläche eines Fußballfeldes. Etwa zwei Drittel davon soll nun ein „stufiger“ Gewerbebau mit großen begrünten Terrassen und bis zu sechs Stockwerken belegen.
+
Das Baugrundstück hat etwa die Fläche eines Fußballfeldes. Etwa zwei Drittel davon soll nun ein „stufiger“ Gewerbebau mit großen begrünten Terrassen und bis zu sechs Stockwerken belegen.
  • Peter Becker
    vonPeter Becker
    schließen

Es sind Gebäude mit 7000 Quadratmetern möglich – doch der Stadtrat in Töging diskutiert kontrovers. Am Ende gibt es eine Kampfabstimmung.

Töging – Eine mögliche Bebauung an der Autobahnausfahrt – damit beschäftigt sich der Stadtrat von Töging schon seit längerer Zeit. Fest steht, dass das rund 10.000 Quadratmeter große Grundstück zwischen der Amperstraße und der Töginger Ausfahrt der A 94 eine Gewerbebebauung erhalten soll. „Da ist jetzt ein Gebäude mit einer Grundfläche von etwa 7000 Quadratmeter möglich“, erklärte der Töginger Ingenieur Johann Bachmaier, der von der Stadt mit der Erstellung des Bebauungsplans beauftragt war.

SPD will Fast-Food nicht ausschließen

Voraussichtlich wird es ein zweigliedriger Bau mit bis zu sechs Stockwerken, die terrassenartig zurückgesetzt und großzügig begrünt sind. Hinzu käme eine Tiefgarage, wobei das Planungsbüro momentan aber noch nicht in die Details gehen will. Keine großen Probleme erwartet Johann Bachmaier durch die frühere Nutzung des Geländes als Bauschutt-Halde: „Da kann man möglicherweise sogar Material zermahlen und wiederverwenden“, so der Ingenieur.

Windhorst will keine Konkurrenz zum bestehenden Autohof

Meinungsverschiedenheiten über die mögliche Nutzung der Fläche spalten allerdings seit Beginn der Diskussion die Fraktionen von CSU und Freien Wählern. Klare Zustimmung des Stadtrats bekam Töging Bürgermeister Tobias Windhorst dafür, dass beispielsweise kein weiterer Autohof geplant werden soll: „Wir wollen ja der Anlage an der Mühldorfer Ausfahrt keine Konkurrenz machen“, so das Stadtoberhaupt.

Allerdings sprach sich SPD-Fraktion erneut geschlossen dafür aus, dass man eine Fast-Food-Kette nicht kategorisch ablehnen solle. Nach dem aktuellen Beschluss vom vergangenen Donnerstag steht allerdings fest, dass es kein bungalowartiger Bau wird, wie man sie von Fast-Food-Ketten kennt: „Diese Gebäude schauen anderswo inzwischen ja auch wirklich ansprechend aus!“, argumentierte SPD-Stadtrat Marco Harrer dafür, dass man ein Schnellrestaurant nicht vorab ausschließen solle.

Ingenieurbüro plant deutlich größer

Allerdings plant das Ingenieurbüro, das auch mit der Erstellung der Flächennutzungs- und Bebauungspläne beauftragt war, sowieso deutlich größer: „Das Landratsamt wollte zwar nur eine Bauhöhe von 11 bis 15 Metern, aber wir dürfen jetzt mit 19 Meter planen“, freute sich Johann Bachmaier vom Planungsbüro nach der Sitzung.

Lesen Sie auch:

Nazi-Parolen verbreitet: Richter schickt Waldkraiburger (19) zum Nachhilfe-Unterricht in KZ-Gedenkstätte

Motor eines Oldtimers geht in Flammen auf: Ford Thunderbird in Pfaffenhofen zerstört

Ein Schnellrestaurant käme in so einem Gebäudekomplex bestenfalls noch als Mitnutzer im Erdgeschoss in Frage. Denn mit bis zu sechs Stockwerken und einer Tiefgarage wird jetzt bereits konkret geplant. Damit könnte auch ein Hotel oder Motel einziehen, das auch ein sogenanntes „Boarding House“ beinhaltet: großzügig eingerichtete Hotelzimmer könnten dann auch bis zu einem halben Jahr als Ein-Zimmer-Appartements beispielsweise an Projektmitarbeiter der benachbarten Firmen oder andere Interessenten vermietet werden, die dann auch das Hotelrestaurant und die anderen Services, wie den Waschdienst, mit nutzen.

Stufiges Gebäude mit zurückgesetzten Geschoße

„Wir planen jedenfalls ein stufiges Gebäude mit zurückgesetzten Geschoßen und großzügiger Begrünung der Freiflächen“, erklärt Johann Bachmaier, der allerdings noch keine Konzeptskizze vorlegen wollte.

Hotelzimmer und Appartements

Zwölf Stadträte sprachen sich für diesen Beschlussvorschlag aus, bei dem ein Schnellrestaurant als Mitnutzer des Gebäudekomplexes explizit nicht ausgeschlossen wurde.

Neben der SPD-Fraktion waren auch zwei freie Wähler und die Mehrheit der CSU-Stadträte für diesen Vorschlag, um sich weiterhin möglichst viele Optionen offen zu halten.

Schnellrestaurant soll die jungen Leute im Ort halten

CSU-Stadtrat Stefan Grünfelder argumentierte beispielsweise, dass er ein Schnellrestaurant gut fände, damit „die jungen Leute nicht bis Altötting oder Mühldorf fahren“ müssen. Die sieben Gegner hatten jedoch allesamt ebenso gute Gründe, wie Fraktionssprecher Josef Neuberger von den Freien Wählern: „Viel wichtiger wäre es meiner Meinung nach, dass etwas für die Gastronomie in der Stadt gemacht wird!“, so der Stadtrat im Gespräch.

Kommentare