Wasserstoff statt Diesel: Südostbayernbahn in Mühldorf will Riesenprojekt angehen

Ein Triebwagen der SOB, der mit Diesel fährt, am Bahnhof in Garching. Ab 2024 sollen Züge Richtung Traunsstein von Wasserstoff-Lokomotiven gezogen werden. Das gilt auch für andere Strecken des Liniensterns Mühldorf. Südostbayernbahn
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Ein Triebwagen der SOB, der mit Diesel fährt, am Bahnhof in Garching. Ab 2024 sollen Züge Richtung Traunsstein von Wasserstoff-Lokomotiven gezogen werden. Das gilt auch für andere Strecken des Liniensterns Mühldorf. Südostbayernbahn

CO2-frei auf vielen Strecken: Bis 2024 sollen Züge rund um den Linienstern Mühldorf mit Wasserstoff statt klimaschädlichem Diesel betrieben werden. Die Südostbayernbahn will sich ab Sommer auf diese Umstellung vorbereiten, die jetzt Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart angekündigt hat.

Von Markus Honervogt

München/Ampfing – Auf breite Zustimmung bei den heimischen Landtagsabgeordneten und der Südostbayernbahn (SOB) trifft der Vorschlag von Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart, ab Ende 2024 in der Region Wasserstoff-Züge fahren zu lassen.

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SOB-Chef Christoph Kraller nannte das Vorhaben „überragend, sehr schön“, und ein „Riesenprojekt“.

SOB will klimafreundlich und CO2-frei fahren

Er rechnet damit, dass der Betrieb von Wasserstoff-Zügen in der Neuausschreibung des Liniensterns Mühldorf zum Jahr 2024 enthalten sein und – wie berichtet – vor allem für die Strecken vorgesehen sein wird, die nicht elektrifiziert werden sollen. „Die Bahn ist ein umweltfreundliches Unternehmen. Wenn uns die Möglichkeit gegeben würde, CO2-frei zu fahren, wäre das super.“

Defizit trägt die Bayerische Eisenbahngesellschaft

Wenn die Ausschreibungsunterlagen im Sommer nächstes Jahr vorliegen, wird die SOB nach Angaben Krallers die Kosten für ein Wasserstoffangebot kalkulieren und mit möglichen Einnahmen durch den Fahrkartenverkauf verrechnen. Die Differenz trägt dann im Rahmen des neuen Betreibervertrags die Bayerische Eisenbahngesellschaft.

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Um den Betrieb auf Wasserstoff umstellen zu können, seien weitgehende logistische Fragen zu klären, betonte Kraller. Es gehe um die Beschaffung von Lokomotiven, den Bau einer oder mehrere Wasserstofftankstellen nicht nur am Bahnhof Mühldorf. Nach Angaben von Abgeordnetem Dr. Marcel Huber (CSU) wird sich der Freistaat im Rahmen der von Minister Reichhart verkündeten Wasserstoff-Region am Bau der Wasserstofftankstelle finanziell beteiligen, um die notwendige Infrastruktur zu schaffen.

Wasserstoff als Abfallprodukt

Wie Marcel Huber befürwortet auch sein Alöttinger Kollege Martin Huber den Einsatz der WasserstoffZüge in der Region. Das bayerische Chemiedreieck ist aus Sicht der beiden Abgeordneten besonders für den Einsatz von Wasserstoffzügen geeignet: „Bei der Chemieindustrie im Chemiedreieck fällt der sogenannte ‚braune Wasserstoff‘ als Nebenprodukt an. Diesen könnten wir kostensparend und ohne Effizienzverluste für die Züge einsetzen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Abgeordneten.

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„Nun muss geklärt werden, wo in der Region der erstmalige Einsatz von Wasserstoffzügen erfolgen soll. Grundsätzlich kommen die Strecken Mühldorf – Burghausen, Mühldorf – Passau und Mühldorf – Traunstein in Frage“, erklärte Verkehrsminister Reichhart.

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