Wasser: Polling setzt auf kleine Lösung - Verbundleitung mit Taufkirchner Gruppe geplant

Nur die kleine Lösung: Pollings Hochbehälter wird nicht mit einer Notleitung angeschlossen.
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Nur die kleine Lösung: Pollings Hochbehälter wird nicht mit einer Notleitung angeschlossen.

Der Pollilnger Gemeinderat will die Trinkwasserverbundleitung mit der Taufkirchner Gruppe bauen. Von einer großen Lösung mit Anschluss des Hochbehälters nahm der Gemeinderat aber Abstand. Der Grund: Zu teuer.

Polling – Einstimmig hat der Gemeinderat auf seiner Septembersitzung die Planung für eine Trinkwasserverbundleitung mit dem Wasserzweckverband der Taufkirchener Gruppe von Kainau nach Pullach beschlossen. Dazu gehört auch eine Druckerhöhung auf Pollinger Seite.

Voraussetzung für die Zustimmung ist, dass die Anschlusswilligen die Beteiligung aus den bestehenden Sondervereinbarungen übernehmen. Der ursprüngliche Plan, die sogenannte große Lösung mit Anschluss des Hochbehälters wurde mit 4:13 Stimmen abgelehnt.

63 000 Euro für alle Gehührenzahler

Bei einer großen Lösung hätte die Gemeinde den Ausfall der Einnahmen aus der Sondervereinbarung für drei Anwesen übernehmen müssen, die der Vereinbarung nicht zugestimmt haben. Das hätte zu Mehrkosten von 63 000 Euro geführt, die in die Gebühren für allen Abnehmer eingeflossen und somit eine Anhebungdes Wasserpreises für die ganze Gemeinde bedeutet hätten.

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Der Abstimmung vorausgegangen war eine intensive Diskussion. So bedauerte beispielsweise Stefan Mooshuber (CSU), dass man mit dieser „kleinen“ Lösung einen Kompromiss eingehen müsse, obwohl man im Vorfeld eine optimale Lösung zur Versorgung aller Anwesen erarbeitet habe. Auch Lena Koch (Grüne) sprach sich für die große Lösung aus, schließlich gelte es, den Klimawandel zu berücksichtigen, der eine Absenkung des Wasserspiegels mit sich bringe und aus ihrer Sicht die Grundversorgung gefährde.

Dem widersprach Bürgermeister Lorenz Kronberger (UWG), der die aktuelle Situation bei der Wasserversorgung als sicher einstufte und die Gemeinde als „selbstversorgend“ bezeichnete: „Wir haben kein Wassermengenproblem“, sagte Kronberger, der die aktuelle Planung von Pullach nach Kainau als pragmatische Lösung bezeichnete, die keinen finanziellen Nachteil für die Gemeinde bringe. Auch Reinhard Oberstarr (CSU) sah es ähnlich: „Eine Verbundleitung bekommen wir ja trotzdem“, sagte der Gemeinderat.

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Thomas Jobst (CSU) und Mooshuber kritisierten die Präsentation der Kosten, die sich bei der kleinen Lösung auf 855 000 Euro inklusive der Druckerhöhungsanlage reduzieren, bei der großen etwa 1,2 Millionen Euro betrage. Jobst meinte, es wäre sinnvoll, wenn man die Zahlen zumindest auf Papier oder auf der Leinwand gesehen hätte, und nicht nur vorgelesen bekäme. Dem entgegnete Kronberger, dass er die neuen Berechnungen erst kurz vor der Sitzung erhalten habe und diese ja eigentlich nicht Bestandteil der Abstimmung gewesen wären.

Unvollständige Unterlagen kritisiert

Mooshuber sah das Ingenieurbüro in der Bringschuld und monierte, dass eine visuelle Darstellung schon sinnvoll sei und man diese Visualisierung von einem Ingenieurbüro durchaus erwarten könne: „Dies trägt wesentlich zur Transparenz bei“, sagte Mooshuber. Letztendlich entschied sich das Gremium, wie eingangs erwähnt, einstimmig für die Lösung einer Verbundleitung von Pullach nach Kainau, sofern die betroffenen Anlieger zustimmen.

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