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UMSTRITTENER VORSTOß

Zwei Stellplätze je Wohneinheit? Waldkraiburger Bauträger kritisiert „Aktionismus der CSU“

Zwei Stellplätze pro Wohneinheit? Diese Forderung der CSU gehe an der Realität vorbei, finden Georg und Christian Duschl (von links), hier vor dem neuen Büro- und Mietshaus in der Brünner Straße, in dem elf der zwölf Wohneinheiten von Singles belegt sind.
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Zwei Stellplätze pro Wohneinheit? Diese Forderung der CSU gehe an der Realität vorbei, finden Georg und Christian Duschl (von links), hier vor dem neuen Büro- und Mietshaus in der Brünner Straße, in dem elf der zwölf Wohneinheiten von Singles belegt sind.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Der Vorstoß der CSU-Stadtratsfraktion, in einer neuen Stellplatz-Satzung künftig zwei Parkplätze für jede Wohneinheit vorzugeben, schlägt hohe Wellen. Diese Forderung gehe an der Realität vorbei, kritisiert der Waldkraiburger Bauträger Georg Duschl.

Waldkraiburg – Auch Werner Meisenecker, Geschäftsführer der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft, befürchtet von der vorgeschlagenen Erhöhung des Stellplatz-Schlüsesels schädliche Effekte. „Das treibt Baukosten, Mieten und Kaufpreise weiter nach oben.“

CSU: Steigende Zahl der Kraftfahrzeuge pro Haushalt erhöht Stellplatz-Bedarf

Einen Stellplatz schreibt die Satzung bislang für Wohnungen vor, die kleiner als 75 Quadratmeter sind. Das werde dem Bedarf nicht mehr gerecht. Ständig steige die Zahl der Kraftfahrzeuge pro Haushalt, heute seien zwei Autos je Wohnung die Regel, begründete Fraktionschef Anton Sterr einen CSU-Antrag, den Schlüssel für alle Wohneinheiten gleich welcher Größe, ob Einfamilienhaus oder 50 Quadratmeter-Wohnung, einheitlich auf zwei Stellplätze festzusetzen. Ausnahmen solle es nur bei sozialen Wohnungsbauten und bei Heimen geben. Sterr argumentiert unter anderem mit dem Mangel an Parkplätzen im Stadtzentrum und zugeparkten Straßen in vielen Wohnvierteln.

Bauträger: CSU-Fordereung geht an Realität vorbei

Georg Duschl hält die Forderung für völlig überzogen, spricht von „Aktionismus der CSU“. Der Bauträger wörtlich: „Das geht komplett an der Realität vorbei.“ So werden nach seinen Worten nicht alle Stellplätze, die er auf der Grundlage der bisher geltenden Satzung errichten musste, benötigt. Duschl führt als Beispiel die neuen Mehrfamilienhäuser an der Reichenberger Straße an. Für 93 Wohnungen habe er insgesamt 167 Stellplätze errichtet, davon 115 in der Tiefgarage. Alle Wohnungen seien verkauft. Obwohl auch Rentner, die gar kein Auto besitzen, einen Tiefgaragenplatz erwerben mussten, seien zehn Tiefgaragen nicht verkauft. Dabei sei in diesem Bereich die Straße „nicht groß zugeparkt“, sagt Co-Geschäftsführer Christian Duschl.

Probleme in Stadtmitte lassen sich nicht durch mehr Stellplätze am Stadtrand lösen

Beim neuen Büro- und Mietshaus mit zwölf Wohneinheiten in der Brünner Straße machen sie eine ähnliche Erfahrung. In dem Haus wohnt laut Duschl nur eine Familie, ansonsten nur Singles. Von den vorgeschriebenen 24 Stellplätzen seien nur die 14 Tiefgaragen-Plätze vergeben. „Von den zehn Außen-Stellplätzen ist einer vermietet. Hätten wir noch mehr machen müssen, hätten wir nicht mehr bauen können.“

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Die Probleme, die es in der Prager Straße und der Fußgängerzone gebe, gehen auf die 1970er-Jahre zurück, als ein völlig anderer Stellplatz-Schlüssel gegolten habe. An diesen Problemen ändere sich aber auch dadurch nichts, dass man zwei Stellplätze je Wohneinheit am Stadtrand vorgibt, findet Christian Duschl. Eine 50-Quadratmeter-Wohnung und ein Einfamilienhaus im Hinblick auf die Stellplätze gleich zu stellen, sei nicht nachvollziehbar.

Die Duschls sind überzeugt: Die Pläne der CSU würden „unweigerlich zu einer Verteuerung von Wohnraum und zur Verknappung von Grünflächen führen.“

Genossenschaft: Mit Mietern können wir Stellplätze nur zum Teil belegen

„Man wird damit das Wohnen noch einmal verteuern“, meint auch Werner Meisenecker, Geschäftsführer der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg, der ähnliche Erfahrungen macht wie die Baubetreuungsgesellschaft Duschl, zum Beispiel am Iserring, in der Stadtmitte. Die 87 neuen EOF-geförderten Wohnungen, für die 101 Stellplätze geschaffen werden mussten, sind noch nicht alle bezogen. „Wenn wir 75 Prozent der Stellplätze vermieten können, können wir uns glücklich schätzen.“ Mit den Mietern könne die WSGW alle Stellplätze sicherlich nicht belegen.

WSGW-Geschäftsführer: Stadt müsste Dauerparker im Zentrum konsequent sanktionieren

Um ein Umdenken zu erreichen, müsse die Stadt die Dauerparker, die Autos ganze Tage und länger in der Stadtmitte stehen lassen, konsequent sanktionieren, sagt Meisenecker.

Zwei Stellplätze pro Wohnung hält Meisenecker für den falschen Weg. Seine Vorschläge deuten eher in die andere Richtung, jedenfalls für geförderte Wohnungen. Da gehen nach seinen Worten mittlerweile die ersten Kommunen auf einen Schlüssel von 0,5 bis 0,7 pro Wohneinheit. Auch in Waldkraiburg würde für diese Wohnungen eine Vorgabel „deutlich unter eins“ den Bedarf decken, glaubt er.

Für geförderten Wohnraum fordert Werner Meisenecker einen Stellplatz-Schlüssel „deutlich unter eins“.

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