Zuerst Polittalk, dann „Nightlife“: Waldkraiburger Bürgermeisterkandidaten diskutieren

Beim kommunalpolitischen Talk für Neuwähler debattierten (von links) Valentin Clemente (FDP), Stephanie Pollmann (CSU) in Vertretung des erkrankten Bürgermeisterkandidaten Wolfgang Nadvornik, Niklas Renner, Vorsitzender des Jugendparlaments, Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) und Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD) über Jugendthemen. Danach waren die rund 60 jungen Leute, die ins Kino gekommen waren, zur Premiere des Films „Nightlife“ und Popcorn eingeladen. Grundner

Themen, die vor allem die jungen Waldkraiburger betreffen, standen bei einer Podiumsdiskussion des Jugendparlaments mit den Waldkraiburger Bürgermeisterkandidaten im Kino Cinewood im Mittelpunkt. Nicht nur beim Waldbad wurden dabei unterschiedliche Positionen deutlich.

Waldkraiburg – Aus dem Kandidatenquartett, dass zur Podiumsdiskussion des Jugendparlaments (Jupa) ins Kino Cinewood geladen war, wurde ein Trio. CSU-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Nadvornik konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Ihn habe die Influenza erwischt, meinte Stadtratskandidatin Stephanie Pollmann, die Nadvorniks Part übernahm.

Sie diskutierte mit Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG), Zweitem Bürgermeister Richard Fischer (SPD) und Valentin Clemente (FDP). Jupa-Vorsitzender Niklas Renner führte durch das Gespräch und konfrontierte die Bürgermeisterkandidaten mit den Fragen des Jupa.

Jugendzentrum

„Wie geht es weiter mit dem Haus der Jugend?“, wollte Renner wissen. Das Jugendzentrum ist seit Anfang des Monats zu, weil eine Mitarbeiterin gekündigt hat, eine erkrankt ist. Und: Das Jugendzentrum, das sich die Räume mit dem wachsenden Familienzentrum teilen muss, wird immer kleiner. Dabei seien die Besucherzahlen zuletzt stark angestiegen. Das Jupa habe im Haus keinen Besprechungsraum mehr.

Dass in einer Stadt dieser Größe das Jugendzentrum zu sei, nannte Valentin Clemente ein „Unding“. Man müsse schnell eine Lösung finden, eventuell auch mit Ehrenamtlichen.

„Eine schnelle Lösung und langfristig genug Personal“, fordert Stephanie Pollmann, die vorschlägt, Jupa-Satzungen künftig im Rathaus oder im Haus der Kultur zu halten. Gemeinsam sollten Jugendliche und Vereine die Disco im Keller wieder herrichten und gestalten.

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Die baulichen Mängel im Haus der Jugend seien so groß, dass nicht Jugendliche, sondern Fachfirmen an die Arbeit gehen müssen, so Robert Pötzsch. „Da müssen wir viel Geld reinstecken. Wir wollen das auch angehen.“ Sobald die Kündigung bekannt war, habe man die Stelle ausgeschrieben. Gesucht werde auch ein Streetworker, der aus dem Haus raus zu den „Hot Spots“ geht. Das Problem: „Kurzfristig ist der Arbeitsmarkt leer.“

Für Richard Fischer steht fest: „Wir brauchen ein Jugendzentrum, in dem junge Menschen auch Verantwortung übernehmen für das Haus und ein Stück weit auch grade stehen, dass das funktioniert.“ Wichtig ist ihm, die betriebliche Jugend ins Haus rein zu holen.

Feiern am Festplatz

Das Jupa bedauert, dass es am Volksfestplatz keine Veranstaltungen mehr für junge Leute gibt. Das „Woodsmash“-Festival findet dort seit 2015 nicht mehr statt, weil das Jupa ein Veranstaltungsende um 21 Uhr nicht akzeptieren konnte. Früher habe es auch andere Events mit Antenne Bayern oder dem BR gegeben.

Großveranstaltungen am Volksfestplatz: „Ein sehr sensibles Thema“

An 18 Tagen im Jahr dürfen größere Veranstaltungen auf dem Festplatz stattfinden, elf Tage sind durch das Volksfest belegt. Stephanie Pollmann weiß um diese Situation. Für die CSU und ihren Bürgermeisterkandidaten stellte sie klar: „Wir wollen, dass Großveranstaltungen für junge Leute am Volksfestplatz stattfinden.“ Man müsse im Vorfeld mit Nachbarn reden, da könne man Lösungen finden.

Das sei ein „sehr sensibles Thema“, meinte Robert Pötzsch. Er ist gegen weitere Großveranstaltungen am Festplatz. „Man sollte Alternativen suchen, andere Standorte.“ Auch das „Woodsmash“ wäre damals auf einem Firmengelände im Industriegebiet möglich gewesen.

„Wir müssen was für die jungen Leute in Waldkraiburg machen, sonst gehen die jungen Leute halt überall hin, aber nicht nach Waldkraiburg“, sagt Richard Fischer. Er kennt die Regularien, die solche Veranstaltungen erschweren. Er will aber lieber zugunsten der Jugend andere Veranstaltungen auf den Prüfstand stellen. Ähnlich sieht das Valentin Clemente: „Wir müssen Möglichkeiten schaffen, vielleicht nicht jedes Jahr.“

Waldbad

Für das Jupa ist klar: Das Waldbad ist im Sommer ein wichtiger Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Wie soll es damit weitergehen?

„Wir wollen und wir können uns in Waldkraiburg weiter ein Freibad leisten. Das ist mein Credo“, sagte Robert Pötzsch, der den Vorschlag der Projektgruppe abwarten will. Dann werde der Stadtrat entscheiden, ob Sanierung oder Neubau kommen. Er bleibt dabei: „Wir haben eine Riesenchance vertan, mit Aschau zusammen ein interkommunales Bad zu bauen. Wir hätten uns die Kosten teilen sollen.“ Im Übrigen sei seit vielen Jahrzehnten bekannt, dass das Waldbad saniert werden muss.

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Richard Fischer spricht sich für die stufenweise Sanierung aus. „Wir brauchen unser Schwimmbad in Waldkraiburg, Es ist unser Schwimmbad. Das ist der Bevölkerung wichtig.“

Für Valentin Clemente ist das Waldbad ein „Stück Waldkraiburger Identität.. Wir müssen mit allen Mitteln versuchen, das Bad, so wie es ist, zu sanieren.“ Kinder müssen schwimmen lernen. Es dürfe kein weiteres Bad dem Bädersterben zum Opfer fallen. Er wünscht sich mehr Engagement von der Stadt, um das Bad attraktiv zu machen. „Wir sollten es nicht schlechter machen, als es ist.“

Stephanie Pollmann trat der Kritik entgegen, die CSU habe es versäumt, das Bad zu sanieren. Alle, die im Stadtrat Verantwortung getragen hätten, „haben da etwas versäumt, nicht nur die CSU“. Die Wasserflächen seien sehr groß. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, räumte sie ein, sprach sich aber klar für die Sanierung aus, in welcher Form auch immer. Die CSU und ihr Bürgermeisterkandidat stehen hinter dem Waldbad.

Stadt und Vereine

Der Christkindlmarkt wäre schöner im Stadtpark, findet das Jupa. Und: Für Vereine wie das Jugendparlament sind die Saalmieten im Haus der Kultur zu teuer. Was wollen die Bürgermeisterkandidaten tun, damit es mehr Veranstaltungen in Waldkraiburg gibt und diese attraktiver werden?

Richard Fischer ist dafür, den Stadtpark wieder mehr zu nutzen, auch für junge Veranstaltungen wie ein Liedermacherfest. Er bedauere es sehr, dass es einige Veranstaltungen im Haus der Kultur nicht mehr gibt, weil die Vereine die Saalmieten nicht finanzieren können.

Reduzierung der Saalmieten für Vereine gefordert

„Wenn ich höre, dass das Jugendparlament eine Veranstaltung im Haus der Kultur wegen der Miete nicht machen kann, stellt es mir die Haare auf“, sagte Valentin Clemente. Die Stadt müsse es Ehrenamtlern und Vereinen „so einfach wie möglich machen“. Auch Initiativen von Gastronomen und Gewerbetreibenden sollte die Stadt unterstützen, unnötige Bürokratie abbauen, die Gebührensatzungen kritisch anschauen.

Stephanie Pollmann ist dafür, den Vereinen bei den Saalmieten im Haus der Kultur entgegen zu kommen. „Wir wollen die Nutzungsgebühren für die Vereine wieder senken“, ob auf 25 Prozent oder dadurch, dass jeder Verein einmal im Jahr kostenlos rein darf, ließ sie offen.

„Wir haben einen Super-Stadtpark, der wird das ganze Jahr bespielt“, so Robert Pötzsch. Auch er hätte sich den Christkindlmarkt dort gewünscht. Das sei genau geprüft worden und an den hohen Kosten gescheitert. Und: „Sobald es regnet, versinken wir dort.“ Es gebe bereits Ermäßigungen für die Vereine im Haus der Kultur. Doch dieses Haus koste eben auch viel Geld. Es gebe zudem Verträge mit dem Wirt, „der davon lebt“.

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