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KAMPF GEGEN CORONA-PANDEMIE

Zu wenig Impfstoff: Waldkraiburger Ärztin klagt über mangelnden Nachschub für Erstimpfung

Der Impfstoff von Biontech ist stark nachgefragt, die Mengen reichen aktuell nicht für alle Erst- und Zweitimpfungen aus. Ab Juni soll mehr Impfstoff geliefert werden.
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Der Impfstoff von Biontech ist stark nachgefragt, die Mengen reichen aktuell nicht für alle Erst- und Zweitimpfungen aus. Ab Juni soll mehr Impfstoff geliefert werden.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Ein erster Impftermin mit dem Impfstoff Biontech ist bei Hausärzten aktuell nur schwer zu bekommen. Denn in den Praxen kommt meist zu wenig Impfstoff an. Ärztin Ilona Sobol-Engl musste deshalb alle Termine für eine Erstimpfungen in dieser Woche absagen. Ob sie weiterhin die Zweitimpfung durchführen kann, weiß sie nicht.

Waldkraiburg – Es war ein großer Lichtblick im Kampf gegen das Corona-Virus: Seit Anfang April dürfen auch Hausärzte impfen. Die Nachfrage ist groß, viele Patienten hoffen auf einen früheren Termin als im Impfzentrum. Auch Dr. Ilona Sobol-Engl hat schon einige ihrer Patienten geimpft, diese Woche hätten die nächsten ihre erste Impfung mit Biontech bekomen sollen. Doch daraus ist nichts geworden: Etwa 30 Personen musste sie kurzfristig absagen.

Hoher bürokratischer Aufwand

„Wir haben einfach zu wenig Impfstoff bekommen“, erklärt sie. Die Apotheke hatte sie vorige Woche darüber informiert, dass die bestellte Menge nicht lieferbar sei. Deshalb konnte sie ihren Patienten nur Termine für eine Zweit-, nicht aber für eine Erstimpfung anbieten. „Ob die Menge reicht, dass ich nächste Woche wenigstens die Zweitimpfung anbieten kann, weiß ich noch nicht“, sagt sie. Auch von Kollegen habe sie ähnliches gehört.

Ein Ärgernis, für die Patienten, die schon lange auf einen Ersttermin warten und ein Ärgernis für die Praxis. „Der bürokratische Aufwand für die Praxen ist enorm“, sagt Ilona Sobol-Engl. Es erfordere eine genaue Terminplanung für Erst- und Zweitimpfung, außerdem müsse man konsequent die Patienten in die Praxis holen, damit kein Vakzin verloren geht.

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„Man kann sich nicht darauf verlassen, dass man genügend Impfstoff bekommt. Und keiner fühlt sich dafür zuständig, dass die Ärzte zu wenige Dosen bekommen. Auf der anderen Seite schimpfen die Patienten, weil sie nicht geimpft werden“, sagt Sobol-Engl, die den Frust ihrer Patienten versteht. Irgendwohin müssen die Impfdosen ja geliefert werden. Diese Woche kann die Ärztin zumindest alle Zweitimpfungen durchführen. Ob das auch nächste Woche klappt, erfährt sie nur wenige Tage vorher.

Dass der Impfstoff Biontech stark nachgefragt und noch immer knapp ist, weiß auch Pandemiearzt Dr. Stefan Feige. Kurz vor den Pfingstferien sei die Nachfrage sogar noch größer: „Viele Patienten haben den Termin für ihre Zweitimpfung vorgezogen.“ Deshalb ließen sich aktuell meist nur die Termine für die Zweitimpfung bedienen.

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Obwohl Hausärzte auch Astrazeneca und mittlerweile auch das Vakzin von Johnson&Johnson impfen, bleibt der Wunsch nach Biontech groß. „Astrazeneca will kaum jemand haben“, sagt Feige. Deshalb brauchen die Patienten noch etwas Geduld. „Diese und nächste Woche ist der Impfstoff noch knapp, ab Juni ist aber mit mehr zu rechnen“, erklärt Feige.

3,3 Millionen Dosen ab Juni

Das bestätigt auch Axel Heise, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Noch bis Ende Mai sollen bundesweit rund 2,7 Millionen Impfdosen für Arztpraxen bereitgestellt werden. Davon sind rund 1,6 Millionen von Biontech, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitteilt. Ab Juni sollen dann mehr Impfstoffe – vor allem von Biontech – geliefert werden. Rund 3,3 Millionen Dosen von Biontech sollen dann an die Ärzte geliefert werden. Bis dahin gibt es Biontech hauptsächlich für Zweitimpfungen.

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„Ärzte müssen bis jeweils Dienstag die Impfstoffe getrennt nach Erst- und Zweitimpfungen bestellen“, erklärt Heise. Die gelieferte Menge falle aber meist geringer aus, Impftermine müssten dann neu organisiert werden. Ein zusätzliches Ärgernis für die Ärzte sei, dass sich manche Patienten in mehrere Praxen und im Impfzentrum gleichzeitig anmelden, sich aber nicht mehr abmelden, sobald sie einen Termin erhalten haben.

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