Nach Anschlägen in Waldkraiburg: Zahlreiche Rohrbomben in Garching sichergestellt

In einer Tiefgaragein Garching an der Alz stellte die Polizei zahlreiche Rohrbomben sicher, die der „Bomber von Waldkraiburg“ dort deponiert hatte. Eß
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Nachdem der mutmaßliche Attentäter der Anschläge auf türkische Geschäftsleute in Mühldorf festgenommen worden war, gab der 25-Jährige bei seiner Vernehmung durch die SOKO „Prager“ an, dass er weiteren Sprengstoff habe, der sich in einem Auto in einer Tiefgarage in Garching an der Alz befinden würde.

Waldkraiburg/Garching – Außerdem gab er an, dass in seiner Wohnung in Waldkraiburg eine Waffe mit Munition, Schwarzpulver, Phosphor und andere verschiedene Stoffe vorhanden seien.

Aufgrund dieser Angaben wurden im Rahmen parallel laufender Einsatzmaßnahmen durch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Garching an der Alz gegen 23.20 Uhr zwei Gebäude vorsorglich evakuiert. Für die 24 betroffenen Personen wurde in einer Turnhalle eine vorübergehende Unterkunft bereitgestellt.

Das Motiv des mutmaßlichen Täters wird weiter erforscht

Unter größten Sicherheitsvorkehrungen barg die Technische Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamts unter anderem eine größere Anzahl weiterer Rohrbomben aus dem Fahrzeug und sorgte für den gesicherten Abtransport. Gegen 4.45 Uhr konnten die evakuierten Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren.

Auch nach der Festnahme des 25-jährigen Mannes werden die Ermittlungen bei der Sonderkommission „Prager“, die seit Dienstag, 28. April, unter der Leitung von Kriminaldirektor Hans-Peter Butz ermittelt, in enger Zusammenarbeit mit der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München mit Hochdruck fortgeführt. Insbesondere zur Motivlage des Mannes und zu den genauen Tatabläufen sind noch weitreichende Ermittlungen und Recherchen erforderlich.

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Polizeipräsident Kopp: Weitere schwerste Straftaten verhindert

Außerdem sind weit über 150 gesicherte kriminaltechnische Spuren zu analysieren sowie äußerst umfangreichen Daten (unter anderem aus Videoaufzeichnungen) und Zeugenaussagen akribisch auszuwerten. Polizeipräsident Robert Kopp: „Ich bin ausgesprochen erleichtert, dass diese feige und niederträchtige Straftatenserie gegen türkischstämmige Mitbürger beendet ist und von dem gefährlichen Täter keine Gefahr mehr ausgeht. Für mich steht fest, dass wir mit der Festnahme auch schwerste Straftaten verhindern konnten. Wie immer braucht es dabei auch das „Glück des Tüchtigen.“ hsc

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