Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Nicht überall reicht es aus

Wo hakt es bei der Digitalisierung? Schüler und Lehrer vom Waldkraiburger Gymnasium diskutieren

Mit den digitalen Fortschritten ist man am Gymnasium ganz zufrieden: (von links) Carmen Hansmaier, Emily Deitzer, Nico Kraxenberger, Luitpold Godl und die beiden Lehrer Andreas Nicklbauer und Christina Wessely.
+
Mit den digitalen Fortschritten ist man am Gymnasium ganz zufrieden: (von links) Carmen Hansmaier, Emily Deitzer, Nico Kraxenberger, Luitpold Godl und die beiden Lehrer Andreas Nicklbauer und Christina Wessely.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
    schließen

Spätestens die Corona-Pandemie hat es gezeigt, dass in Sachen Digitalisierung an vielen Schulen Nachholbedarf besteht. Wo nicht zuletzt viel passiert ist, ist am Gymnasium Waldkraiburg. Jetzt gab es ein Gespräch zwischen Lehrern und Schülern darüber, was gut läuft und wo es noch hakt.

Waldkraiburg – Die Digitalisierung an Schulen hat zwar mit dem ersten Corona-Lockdown einen gewaltigen Schub bekommen, aber vielerorts reicht es immer noch nicht aus. Erst im Sommer hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ergebnisse einer Studie vorgestellt, wonach es weiterhin große Lücken bei der technischen Ausstattung gebe. Über mangelnde technische Ausstattung mag sich am Waldkraiburger Gymnasium niemand beschweren. Dort ist man gut aufgestellt: Im Schulhaus gibt es WLAN, Beamer in jedem Klassenzimmer und iPads für den digitalen Unterricht. Die Umstellung von Präsenz- auf Heimunterricht klappte daher gut.

Jüngere versuchen sich schon früh

„Es war ein Sprung nach vorne, dass wir alle die Internet-Plattform Teams nutzen können“, sagt Schüler Luitpold Godl. Auf diese Weise lief der Unterricht digital weiter, Referate, mündliche Prüfungen und Präsentationen waren auf diese Weise möglich. „Es war zwar erst einmal eine Herausforderung, aber der Kontakt war da, und man hatte gleich direkte Rückmeldung von den Schülern“, sagt Lehrer Andreas Nicklbauer. So habe man sich auch in den Fremdsprachen gut vorbereiten können, erzählt Carmen Hansmaier. „Die Schüler hatten auf diese Weise Sprecherfolg. Das wäre traurig gewesen, wenn der Unterricht nur per E-Mail hätte stattfinden können“, sagt Nicklbauer. Dass alle Schüler über die gleiche Software verfügen, sei von Vorteil. Die Jüngeren würden sich jetzt früher mit den Programmen versuchen.

Lesen Sie auch: „Unpraktisch und laut“: Stadt denkt um bei mobilen Lüftungsgeräten

Internetrecherche und Präsentationskompetenzen seien schon lange im Unterricht verankert, doch durch Corona ging der digitale Umbruch noch schneller vonstatten. „Vor drei Jahren war vieles noch nicht Standard“, meint Nicklbauer. Doch wenn er heute in seine Klasse geht, hat er sein Notebook dabei, das er an den Beamer anschließt. Damit können die Schüler die Notizen später digital abrufen oder sich zuschalten, wenn sie krank daheim sind. „Es bietet aber auch die Möglichkeit, den Unterricht abwechslungsreicher zu gestalten.“ Zum Beispiel mit Videos oder Links für mehr Hintergrundinformationen, Online-Recherche oder Podcasts. Die Tafel werde kaum noch im klassischen Stil benutzt.

Lesen Sie auch: Kinderansturm ist ungebrochen – Alpenverein Mühldorf ist auch in Corona-Zeiten attraktiv

Einen internationalen Vergleich hat Emily Deitzer, die mit ihrer Familie mehrere Jahre in den USA lebte. Schon sehr früh werden dort digitale Kompetenzen vermittelt. „Alle Schüler lernen das Schreiben mit dem Zehn-Finger-System und Internet-Recherche. Ab der vierten Klasse geht es los, dass die Kinder mit iPads arbeiten: Seiten einscannen, Programme verwenden oder Videos machen.“ Digital hinterlegt sind auch alle Noten der Schüler. „Damit sieht man immer sofort, wo man steht.“ Die Digitalisierung bringe eine Selbstständigkeit mit sich, die für das spätere Arbeitsleben wichtig sei. „Aber es braucht auch einen kritischen Umgang.“

Digitales Handeln hat auch Konsequenzen

Denn zu den Kompetenzen gehören nicht nur die richtigen Quellenangaben, sondern auch Wissen darüber, was alles passieren kann, wenn man sich im Internet bewegt. Beim Thema Cyber-Mobbing hilft nur Aufklärung. Am Gymnasium setzt man in der fünften Klasse an. „Schüler nutzen die Medien, wissen aber oft nicht, dass ein Klick Grenzen überschreiten kann“, erklärt Christina Wessely, die an der Schule das Projekt „Medienhelden“ betreut.

Mit älteren Schülern werden untere Jahrgangsstufen sensibilisiert, welche Konsequenzen digitales Handeln haben kann. „Wir vermitteln das Wissen, was das Tun auslösen und was die Klasse dagegen tun kann.“

Lesen Sie auch: Geplanter „Führerschein mit 16“ bereitet Waldkraiburger Fahrschulen Sorge

Denn im weltweiten Netz herrscht oft eine andere Stimmlage, es kann auch verletzend werden. „In den sozialen Medien können Nachrichten ganz schnell falsch interpretiert werden, und es gibt moralisch wenig Gewissensbisse“, sagt Nico Kraxenberger. Guten Umgang fordere man als Lehrer bereits im Klassenzimmer ein. Diesen gelte es in den digitalen Raum zu übertragen, wie Nicklbauer erklärt.

Der digitale Raum bietet auch außerhalb des Schulgeländes Möglichkeiten: „Über Teams schließen wir uns vor Klausuren in Lerngruppen zusammen“, sagen Godl und Kraxenberger. Ohne den Lockdown hätte es so etwas nicht gegeben.

Mehr zum Thema

Kommentare