Es wird wieder gebohrt

Für Besucher gibt es eine Aussichtsplattform an der Bohrstelle. Die zweite Bohrung ist in vollem Gange und wird vermutlich bis Mitte März dauern. Foto kla
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Für Besucher gibt es eine Aussichtsplattform an der Bohrstelle. Die zweite Bohrung ist in vollem Gange und wird vermutlich bis Mitte März dauern. Foto kla

Die zweite Geothermie-Bohrung TH2 läuft bereits seit einer Woche. Sie soll bis etwa Mitte März dauern. Dann erst werden die Langzeitpumpversuche gemacht und entschieden, über welches Bohrloch das Wasser gefördert wird.

Waldkraiburg - Seit vergangenem Samstag wird an der Geothermie-Baustelle wieder gebohrt. Da die beiden Bohrlöcher der TH1 und TH2 (TH steht für Thermalbohrung, Anm. d. Red.) an der Erdoberfläche sieben Meter weit auseinander liegen, wurde der Bohrturm um diese Entfernung verschoben. Als der Bohrplatz vergangenen Sommer eingerichtet wurde, wurden schon beide Standrohre für zwei Bohrungen gesetzt. Das sei technischer Standard, erklärt Bernd Schott, stellvertretender Projektleiter.

Die TH2 könnte noch effektiver sein, als das Ergebnis der ersten Bohrung. Es habe zwar nur einen Kurzzeitpumpversuch gegeben, doch der brachte das gewünschte Ergebnis von etwa 100 bis 104 Grad warmem Wasser und einer Schüttung von 80 Litern pro Sekunde. Der Versuch musste abgebrochen werden, weil es Unklarheiten mit der wasserrechtlichen Genehmigung gab. "Nun warten wir die zweite Bohrung ab, um dann die Langzeitpumpversuche zu machen", so Schott. Das dauere bis etwa Mitte März. "Die Erkenntnisse aus der ersten Bohrung machen uns sehr zuversichtlich."

Am Donnerstag kam eine Abordnung aus Zorneding und Vaterstetten. Die Gemeinden haben ein Erlaubnisfeld, ein Claim, und deren Bürgermeister machten sich in Waldkraiburg schlau. "Sie überlegen, ob sie es ebenfalls wagen sollen", sagte Stadtwerkechef Norbert Weigl, als er die Delegation zusammen mit Bürgermeister Siegfried Klika über die Bohrstelle führte. Zu diesem Zeitpunkt war eine Bohrtiefe von 630 Metern erreicht. "Wir sind kurz vor Abschluss der ersten Bohrtour", so Weigl.

Auf Anfrage erklärte er, es sei noch nicht geklärt, ob der Gaseintrag, der bei der ersten Bohrung auftrat, energetisch genutzt werden könne. Es habe durch die Gaseinperlung Mehrkosten gegeben. "Aber die Kosten wurden nicht regelrecht in die Höhe getrieben", so Weigl, der die Endabrechnung abwarten will, um genaue Zahlen zu nennen.

Die Versorgungsinseln, die an einzelnen Punkten bestimmte Teil des Stadtgebietes wärmetechnisch anbinden, werden ausgebaut, um schließlich an die Geo-Fernwärme angeschlossen zu werden. Momentan sind sie noch ans Blockheizkraftwerk angeschlossen. Als nächstes sei man dabei, die Insel in der Warnsdorfer Straße anzuschließen. Der Zeitpunkt sei aber noch nicht klar. kla

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