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AKTIV WÄHREND DER SCHLIEßUNG

Wieder offen nach dem Lockdown: Waldkraiburger Feuerwehrmuseum mit neuen Attraktionen

Alexander Süsse (links) und Markus Zawadke im neu gestalteten Eingangsbereich des Feuerwehrmuseums.
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Alexander Süsse (links) und Markus Zawadke im neu gestalteten Eingangsbereich des Feuerwehrmuseums.
  • vonSonja Hoffmann
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Ein Besuch im Feuerwehrmuseum nach dem zweiten Lockdown könnte auch für Fans noch ein paar Überraschungen bereithalten. Denn der Trägerverein war in den langen Monaten der erzwungenen Schließung alles andere als untätig. Schon im ersten Lockdown hat man alles neu strukturiert. Nun ist noch einmal viel passiert.

Waldkraiburg – „Wir haben eine ganz neue Struktur geschaffen und eine Besucherführung an der Historie entlang aufgebaut. Dazu sind auch einige neue Exponate gekommen“, erklärt der historische Leiter Markus Zawadke, einer derjenigen Feuerwehrbegeisterten im Verein, der hier letzthin viel Zeit verbracht hat. Bereits am Wochenende hatte das „neue“ Museum erstmals seine Pforten wieder für Besucher geöffnet, natürlich mit einem kompletten Hygienekonzept.

Mit viel Pragmatismus

„Mit Corona ist mein Umsatz auf Null gefallen“, erzählt Markus Zawadke, der sonst in der Veranstaltungs- und Messeausstattung gearbeitet hat. „Die Arbeit hier hat mich wirklich vor der Depression bewahrt“, nickt er, sichtlich stolz auf das Geschaffene. Er hat 2500, sein Bruder Stefan Zawadke hat 1800 Stunden auf der Uhr. Der gelernte Schreiner hat vieles im Museum umgesetzt, vom Kassenbereich bis zum Umbau von gebrauchten Vitrinen in der Modellbauabteilung.

Die rund 600 Modelle sind aber nur einer der Ausstellungsbereiche, die jetzt endlich im richtigen Gewand daher kommen. Die Kasse befindet sich nun in einem Häuschen, das wie ein Feuerwehrauto aussieht und wo man künftig die Ausstattung für eine Digitale Schnitzeljagd oder einen Audioguide bekommt, für Kinder direkt aus der Feder von „Was ist Was“.

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Dann betritt man linker Hand den Bereich mit den ältesten Exponaten. Die gut erhaltene Handdruckspritze von ca. 1800 bis 1850, die noch mit einer Eimerkette befüllt werden musste, ist ein beeindruckendes Zeugnis frühester Feuerwehrgeschichte. Über deckenhohe Holzleitern, die ersten motorisierten Feuerwehrautos und die „Wegwerfmodelle“ aus dem Zweiten Weltkrieg gelangt man schließlich in die Bereiche der kleineren Exponate, der Helme, Spritzen, Uniformen, Blaulichter und, ganz zum Schluss, in den Flohmarkt.

„Das ist auch recht neu, daran besteht sehr viel Interesse. Wir haben ja Hunderte von alten Lampen oder zum Beispiel Uniformen. Daraus nähen die Leute Taschen oder Grillschürzen für Männer“, erzählt der Vorsitzende des Vereins Alexander Süsse, der selbst seine Blaulichtsammlung beigetragen hat. Seit 2015 führt er auch das Museum und hat zwischenzeitlich viele Veränderungen angestoßen und durchgeführt.

„Wir haben die Lockdowns als Chance gesehen, die Defizite aufzuarbeiten. Im Tagesgeschäft wäre das nicht machbar gewesen“, sagt Alexander Süsse, der mit dem Vorstand selbst schon 450 Stunden in die Neustrukturierung investiert hat.

Hygienekonzept dämpft Erlebnis

Eine der beeindruckenden Neuerungen ist der„Rettungsgassensimulator“, der aber leider dem Hygienekonzept zum Opfer gefallen ist. Erst, wenn diese Beschränkungen komplett aufgehoben werden dürfen, können Besucher darin einen Eindruck bekommen, wie es ist, mit einem großen Feuerwehrauto zum Einsatz unterwegs zu sein.

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Ebenso verhält es sich mit dem Einsteigen und Anfassen im Museum. Weil nach jedem Besucher desinfiziert werden müsste, kann man dieses bei Kindern beliebte Erlebnis aktuell nicht zulassen. Aber auch nachher wird vermutlich nicht mehr jedes Fahrzeug zugänglich sein, sondern einige ausgewählte. Dafür soll es im Außenbereich noch Veränderungen geben: eine Spritzwand, ein Spielauto und eine kleine Feuerwache – „das wäre der Traum“, spinnt Markus Zawadke seine Ideen weiter.

Ein „Mystery Tester“ hat dem neuen Konzept schon den Ritterschlag erteilt. Die Witwe des verstorbenen Initiators Karl Seegerer hat das neue Museum bereits besucht, ohne sich vorab anzukündigen, und war positiv überrascht: „‘Ja, jetzt ist es ein Museum‘, hat sie gesagt“, berichtet Alexander Süsse und fügt hinzu: „Ich glaube, wir müssen uns jetzt vor professionellen Museen nicht mehr verstecken.“

Das Museum in Zahlen

Feuerwehrmuseum Bayern e.V.: 80 Mitglieder

Im Museum:

Ca. 5000 Exponate insgesamt: 140 Großexponate, davon 100 Fahrzeuge

600 Modellfahrzeuge

1200 Ärmelabzeichen

500 Meter B-Schlauch und 1000 Meter Vierkantholz verarbeitet

Für Kinder wird es zwar viel zu bestaunen, aber aktuell leider weniger anzufassen geben im Museum.
Seit der Neustrukturierung gibt es zu den Exponaten Erklärungen, die auch per QR-Code auf das Handy geladen werden können.
Ganz neu im Museum: Markus Zawadke zeigt einen perfekt erhaltenen Tragkraftspritzenanhänger, umgangssprachlich auch „Papp-TSA“ genannt aus dem zweiten Weltkrieg. In Waldkraiburg steht der einzig bekannte, der noch voll ausgestattet ist.

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