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3G, Maske und Kontrollen

Wieder ein trauriger Winter? Waldkraiburgs Bürgermeister sieht schwarz für Christkindlmarkt

Süße Baumstriezel will Katharina Liess auch heuer mit ihrer Familie und Freunden backen und auf dem Christkindlmarkt verkaufen. Sie ist überzeugt: Der Markt würde von den Menschen angenommen. „Die Leute sind so ausgehungert.“
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Süße Baumstriezel will Katharina Liess auch heuer mit ihrer Familie und Freunden backen und auf dem Christkindlmarkt verkaufen. Sie ist überzeugt: Der Markt würde von den Menschen angenommen. „Die Leute sind so ausgehungert.“
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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3G, Maske und Kontrollen – wer will unter solchen Bedingungen auf einen Christkindlmarkt? Diese Frage wirft Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch auf – und erntet damit Widerspruch.

Waldkraiburg – Kaum haben die Wiesnfans die pandemiebedingte Absage der Volksfeste mit Mühe verdaut, da droht ein trauriger Herbst und Winter.

Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) sieht jedenfalls schwarz für den Waldkraiburger Christkindlmarkt. Er kann sich nicht vorstellen, dass ein Weihnachtsmarkt „mit Maske und Kontrollen vorne und hinten“ machbar ist.

Bürgermeister: Wir planen und hoffen – die Chancen sind gering

„Da hat keiner Lust drauf“, sagt Pötzsch. „Wir planen und hoffen, dass wir einen Christkindlmarkt durchführen können“, betonte der Bürgermeister im Stadtrat. Die Stadt werde so lange wie möglich bis zu einer Absage warten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Veranstaltung stattfindet, hält er allerdings für „sehr gering“.

Den Markt nicht zu früh in Frage stellen

Denn ganz anders sieht das Katharina Liess. Sie glaubt nicht, dass sich die Leute von den Corona-Regeln vom Marktbesuch abhalten lassen. Es brauche einfach wieder Veranstaltungen wie den Christkindlmarkt.„Die Leute sind so ausgehungert“, meint die Waldkraiburgerin, die mit Familie und Freunden auf dem Markt Jahr für Jahr Baumstriezel backt, eine typische Spezialität aus Siebenbürgen. Sie verstehe nicht, den Markt schon so früh in Frage zu stellen. Überall werde derzeit doch gelockert.

Baumstriezel „to go“ hat im Vorjahr funktioniert

Die Leute seien sehr diszipliniert, findet Liess. Im vergangenen Dezember habe deshalb auch unter wesentlich schwierigeren Bedingungen der Baumstriezel-Verkauf „to go“ funktioniert. Gebacken wurde zuhause mit Abstand, dort holten die Leute auch das süße Gebäck ab, mit Abstand und Maske.

So könnte es heuer wieder laufen, „aber es wäre schon schade um das Flair des Christkindlmarktes“.

Große Sehnsucht nach Unterhaltung

Martina Arnusch-Haselwarter sieht es ähnlich: „Die Großstädte sind voll in der Planung, die Christkindlmärkte mit guten Konzepten durchzuziehen. Auf die Schnelle geht nichts mehr.“

Die SPD-Stadträtin und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Waldbad, die das Thema auf der jüngsten Sitzung angesprochen hatte, spürt „eine große Sehnsucht nach Unterhaltung.

Es gibt „eine große Sehnsucht nach Unterhaltung“, weiß Stadträtin Martina Arnusch-Haselwarter aus eigener Erfahrung.

Vor dem Kino stehen die Leute Schlange.“ Und beim Sommertollwood, das sie heuer besucht habe, sei der Besuch ebenfalls sehr gut gewesen.

Der Förderverein wollte schon im Vorjahr böhmische Liwanzen „to go“ anbieten, musste dieses Projekt aber wegen eines Infektionsfalls und Quarantäne-Maßnahmen abblasen. Heuer will der Verein wieder Liwanzen anbieten. Am liebsten auf dem Christkindlmarkt.

SPD-Stadträtin: So lange Tests nichts kosten, gehen auch Ungeimpfte hin

Jeder entscheide selber, ob er hingeht, meint Arnusch-Haselwarter. Der große Teil der Geimpften werde das Angebot annehmen. Auch viele Ungeimpfte würden sich für den Besuch wohl testen lassen, glaubt sie, schränkt aber ein, „so lange die Tests nichts kosten“. Das sei für viele auch ein finanzielles Problem.

Eine hohe Impfquote würde helfen

„Es muss einfach bleiben, sich testen zu lassen“, sagt Katharina Liess, die die Impfskepsis bei Corona allerdings nicht verstehen kann. „Man lässt sich doch heute gegen so Vieles impfen.“

Auf 3G, Maske und Kontrollen hat auf dem Christkindlmarkt keiner Lust, glaubt Bürgermeister Robert Pötzsch.

Waldburgia-Präsident stellt sich auf traurigen Winter ein

Charly Salinger, Präsident der Faschingsgesellschaft Waldburgia, schätzt die Aussichten auf Herbst und Winter ähnlich ein wie der Bürgermeister und fürchtet: „Das könnte wieder ein trauriger Winter werden. Mir blutet das Herz, aber man muss realistisch bleiben: Die Skepsis gegen Großveranstaltungen ist nach wie vor da.“

Erst vor Kurzem wurde das Stadtparkfest der Vereine abgesagt, bei dem die Waldburgia erstmals als Veranstalter mit dabei gewesen wäre.

An Alkoholständen übernimmt kein Veranstalter Verantwortung

„Beim Essen könnte es ja noch funktionieren“, sagt Salinger. „Aber wir verkaufen an unserem Stand am Christkindlmarkt Finnenpunsch. Da schaut das anders aus. Alkohol macht leichtsinnig.“

Wie solle das kontrolliert ablaufen? Kein Veranstalter übernehme da die Verantwortung.

Fasching: Düstere Prognosen

Auch für die Ballsaison sieht Bürgermeister Robert Pötzsch schwarz. „Stand heute kann ich mir nicht vorstellen, dass wir einen Fasching organisieren können, wie wir ihn kennen“, sagt er den OVB Heimatzeitungen. „Wir bereiten uns vor. Die Frage ist: Wäre ein Stadtball mit 100 Leuten sinnvoll? Heißt es dann: Jetzt darf Tisch 1 zum Tanzen? Da bin ich gespannt.“

„Die Skepsis gegen Großveranstaltungen ist nach wie vor groß“, sagt Waldburgia-Präse Charly Salinger.

Für Charly Salinger, Präsident der Waldburgia, ist schon jetzt klar: „ Den Umzug machen wir hundertprozentig nicht. Da kommen 5000 bis 10.000 Leute. Wie soll man da kontrollieren?“ Und das bunte Treiben danach, bei dem viel Alkohol im Spiel ist, „geht erst recht nicht“.

Den Inthroball könne die Faschingsgesellschaft zwar relativ kurzfristig auf die Beine stellen. Auch eine Marschgarde könne auftreten. Doch die Weichenstellungen für die Saison müssten jetzt fallen. Die Faschingsgesellschaften brauchen Planungssicherheit. „Die Saison muss gesichert sein. Sonst mobilisiere ich kein Prinzenpaar. Und ich gebe keinen Cent für Kostüme aus. Wir können unsere Leute nicht für ein oder zwei Auftritte verheizen. Am meisten tut es mir für unsere Gardemädel Leid.“ Salingers düstere Prognose: „Wenn es heuer wieder nichts wird, dann wird es einige Faschingsvereine nicht mehr geben.“

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