Unbekannte entsorgen Müll vor Waldkraiburger Lokal – und keiner hilft dem Wirt

Werner Huber Waldkraiburg
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Drei Wochen liegt der Abfall am Hintereingang zur Spielothek von Werner Huber. Jetzt ist er ihn endlich los. Die Stadt hat die wilde Müllablagerung nach Anfrage der OVB-Heimatzeitungen am Dienstag Vormittag durch die Straßenreinigung bei den Stadtwerken beseitigen lassen.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Über eine wilde Müllablagerung am Hintereingang zu seiner Spielothek in der Stadtmitte ärgert sich Pächter Werner Huber. Trotz vieler Telefonate fand er niemanden, der sich für den Abfall zuständig fühlte, und kam sich schon wie beim Buchbinder Wanninger vor.

Waldkraiburg – Es geht eng zu am Durchgang zum Spielcafé „Le Clou“ von der Oststraße her. Weil eine Sanierungsfirma die Baustelle zum „Brandhaus“ am Stadtplatz 16 mit Trennwänden abgeschirmt hat, ist der Hintereingang, durch den Gäste die Sportsbar betreten können, kaum einen Meter breit. Und deshalb ärgert sich Pächter Werner Huber umso mehr, dass ausgerechnet an dieser Stelle irgendein unbekannter Schmutzfink vor etwa drei Wochen Müll abgelagert hat.

Nach einer Woche wurde es ihm zu bunt

Eine Woche hat Huber zugeschaut. Dann wurde es ihm zu bunt, auch „weil immer wieder neuer Abfall dazu kam“. Um ihn los zu werden, klemmte sich der 66-Jährige hinters Telefon. Doch bis heute weiß er nicht, wer für sein Problem zuständig ist. „Irgendjemand will mich da verarschen“, glaubt Huber.

Odysee von der Stadt bis zu Hausverwaltungen

Seine erste Adresse war das städtische Ordnungsamt. Im Rathaus habe man ihn an die Stadtwerke verwiesen, die bei Müllablagerungen dafür sorgen, dass schnell Abhilfe geschaffen wird. Dort habe ihm dann eine Dame erklärt, die Stadtwerke seien nicht zuständig, weil die Säcke und die Sperrmüllteile nicht auf öffentlichem Grund liegen.

„Das war alles noch nachvollziehbar“, sagt Huber, der nun sein Glück bei der Hausverwaltung des Hauses auf der rechten Seite des Durchgangs versuchte. Doch auch bei der Bavaria winkte man ab. Die Hausverwaltung sei nur für die linke Seite zuständig. Da könne man nichts machen.

„Wir haben nichts hingeschmissen“

Wem das Grundstück gehört, auch das hat Huber nicht rausgekriegt. Wegen Urlaubs war der zuständige Mitarbeiter seines Vermieters, einer Immobilienverwaltung in Freising, nicht erreichbar.

Der Spielotheken-Pächter, der sich nun langsam wie beim Buchbinder Wanninger vorkam, probierte es also beim Eigentümer des Gebäudes auf der rechten Seite. Andreas Zeiller gesteht gerne zu, sich um den Müll zu kümmern, den sein Mieter hinterlassen habe. Doch für die Müllsäcke, die an seinem Gebäude entsorgt wurden, fühlt er sich nicht zuständig. Seine Mutmaßung: „Das haben ja wohl Brandopfer aus dem Haus dort abgelegt.“ Das sei nicht seine Sache. „Ich bin nicht der Verursacher, und ich bin nicht der Grundstückseigentümer.“ Zeiller spielt den Ball zurück, er sieht die Stadt in der Pflicht. Der Durchgang sei städtisch, ist er überzeugt.

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Seit drei Wochen passiert nichts mit dem Müll. Warum hat Werner Huber das ganze Zeug dann nicht selbst einfach entsorgt? Erstens: „Wir haben nichts hingeschmissen.“ Und zweitens: Hinterher kommt noch jemand, und beschwert sich, wir hätten seine Sachen entsorgt?“

Am Dienstag hat die Stadt Abfall entsorgt

Die Sorgen ist er jetzt los. Wenige Stunden, nachdem die Heimatzeitung mit der Stadtverwaltung Kontakt aufgenommen hatte, um die Zuständigkeiten zu klären, war der Müll nämlich weg.

Der Zugang sei Teil einer Privatfläche, die öffentlich gewidmet ist, teilte eine Sprecherin mit. „Die Stadt hat die Abholung und Entsorgung der wilden Müllablagerungen auf Kosten der Stadt bei den Stadtwerken in Auftrag gegeben.“

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