Debatte im Bauausschuss

Wer hat Vorfahrt in der Berliner Straße in Waldkraiburg –Radler oder Parkplätze?

Der Kiesplatz an der Berliner Straße wird überbaut. Neben dem Radweg sollen nun entlang des Grundstücks einige öffentliche Stellplätze entstehen.
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Der Kiesplatz an der Berliner Straße wird überbaut. Neben dem Radweg sollen nun entlang des Grundstücks einige öffentliche Stellplätze entstehen.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Was geht vor? Der Radverkehr? Oder der Autoverkehr, für den es Stellplätze braucht? Diese Grundsatzfrage stellte sich kürzlich im Bauausschuss am Beispiel der Berliner Straße.

Waldkraiburg – Das Gremium sollte darüber befinden, ob es auf Höhe des Kiesplatzes in der Berliner Straße, der mit einem Wohn- und Bürogebäude überbaut werden soll, künftig neue öffentliche Längsparkplätze braucht? Oder ob sich die Stadt diese Parkplätze zugunsten der Verkehrssicherheit für die Radfahrer sparen sollte?

Kiesparkplatz wird neu bebaut

Für den geplanten Neubau seien die Stellplätze nicht nötig, so Bauamtsleiter Carsten Schwunck. Bislang gibt es in diesem Bereich keine straßenbegleitenden Längsstellplätze. Ob es welche braucht. hängt auch davon ab, ob die leer stehenden Geschäfte auf der gegenüber liegenden Seite reaktiviert oder durch eine Wohnbebauung ersetzt werden. So viel ist klar, die vom Stadtrat gewünschte Breite von 2,50 Metern für Längsparkstreifen ist hier nicht möglich. Mehr als 2,30 Meter ist laut Schwunck nicht drin. Gegen die Parkplätze spricht, dass der Radweg von der Bayernbrücke an der Kreuzung mit der Ratiborer Straße verschwenkt werden müsste.

Eine Frage der Verkehrssicherheit

Karl Heinz Stocker (CSU) sieht das aus Gründen der Verkehrssicherheit als Problem, schon wegen der vielen Schüler, die mit dem Radl ins Schulviertel fahren. Ein bis zwei der geplanten fünf Parkplätze will er herausnehmen, drei belassen. „Parkplätze sind rar.“ Ähnlich äußerte sich Fraktionskollege Anton Sterr. Mit dem Neubau falle der Kiesparkplatz weg. Er sehe zwar den Leerstand in der Berliner Straße, wolle sich damit aber nicht abfinden. „Mir tut jeder Parkplatz weh, den wir nicht realisieren können.“ Die Hauptgefahrenquelle für Radler sei im Übrigen die Bayernbrücke.

„Die Geschäftszeile wird nicht mehr so werden wie es war.“

Christoph Vetter (UWG)

Verkehrsreferent Harald Jungbauer (CSU) hält eine Verschwenkung des Radwegs nicht für sinnvoll. „Wenn der Radweg durchgehend neben der Straße läuft, ist es sicherer.“

UWG-Stadträte: Parkplätze zugunsten des Radverkehrs weglassen

Christoph Vetter (UWG) plädierte dafür, die Stellplätze ganz zu streichen. Der Radverkehr nehme deutlich zu. „Die Geschäftszeile wird nicht mehr so werden wie es war.“ Auch Wolfgang Hintereder (UWG) will der Verkehrswende auf dieser Hauptachse ins Zentrum Rechnung tragen. „Wir sollten Zeichen setzen, die Parkplätze raus lassen und den Radweg betonen.“

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Der Vorschlag Ulli Maiers (UWG), statt der Stellplätze in der Berliner Straße, den Platz für zwei zusätzliche Parkplätze in der Ratiborer Straße zu nutzen, hat einen Haken. Der Platz dafür sei da, doch die Stadt nicht Grundeigentümer. Sie müsste mit dem Bauherrn verhandeln, so Schwunck. Notwendig seien die Parkplätze in der Ratiborer Straße nicht. „Dort parken nur Anwohner.“

Ganz will die Ausschussmehrheit nicht auf die Stellplätze an der Berliner Straße verzichten. Mit 10:4 Stimmen wurde Karl Heinz Stockers Vorschlag angenommen, ein bis zwei Stellplätze wegzulassen, mindestens drei aber zu errichten. hg

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