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Erste Teuerungen bei Wohnungsbaugesellschaften

Wenn die Nebenkosten explodieren: Auf Waldkraiburger Mieter kommt ein langer Winter zu

Für Strom müssen Verbraucher oft schon tiefer in die Tasche greifen, auch die Gaspreise zeigen nach oben.
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Für Strom müssen Verbraucher oft schon tiefer in die Tasche greifen, auch die Gaspreise zeigen nach oben.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Heizung runterdrehen, nicht benötigte Elektrogeräte ausschalten und richtig lüften: Es gibt viele Möglichkeiten, um Energie zu sparen. Doch die teuren Nebenkosten-Abrechnungen werden nicht ausbleiben. Was in Waldkraiburg helfen könnte.

Waldkraiburg – Zum Jahresende kommt das dicke Ende. Dann werden Strom- und Gaszähler abgelesen und spätestens jetzt ist jedem bewusst, dass die erste große Nebenkosten-Abrechnung nicht mehr lange auf sich warten wird. Das hat sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs und mit dem explodierenden Nebenkosten abgezeichnet.

Belastungen heuer noch in Grenzen

Entsprechend früh hat man auch bei der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg (WSGW) auf die neuen Gegebenheiten reagiert. „Nach der letzten Nebenkosten-Abrechnung haben wir die Vorauszahlungen angepasst“, erklärt Geschäftsführer Werner Meisenecker und geht davon aus, dass die Belastungen in diesem Jahr bei den meisten ihrer Mieter nicht viel höher sein werden.

Das hat unterschiedliche Gründe: Rund 800 Wohnungen sind an die Geothermie angeschlossen, rund 120 Wohnungen über eine Gas-Brennwerttherme. „Hier laufen erst nächstes Jahr die Verträge aus“, sagt Meisenecker. Danach sei damit zu rechnen, dass die Preise „deutlich angehoben“ werden. Anders gestaltet sich die Situation bei Wohnungen mit Gas-Einzelöfen. „Wir haben darauf keinen Einfluss darauf, aber die Mieter sind stark betroffen“, sagt Meisenecker. Teils würden sie an ihre finanziellen Grenzen stoßen, in Einzelfällen liegen die Nebenkosten sogar höher als die Miete. Doch Alternativen gibt es kaum, bezahlbarer Wohnraum ist knapp.

Spätestens jetzt zeigt sich, dass der Anschluss an die Geothermie vieler WSGW-Gebäude der richtige Weg war. „Die Erstinvestition ist zwar teurer, aber in der Folge sinken die Betriebskosten. Jetzt profitieren unsere Mieter davon.“

Einen Großteil ihrer Wohnungen hat die Stadtbau Waldkraiburg auch längst an das Geothermie-Netz angeschlossen. 74 Prozent beziehungsweise 767 Wohnungen sind es. Bis 2027 sollen 88 Prozent angeschlossen sein. Auch deren Mieter profitieren noch von günstigeren Heizkosten. Aber wie die WSGW-Mieter trifft es auch bei der Stadtbau diejenigen, die über Einzelöfen heizen. Hier hat die Stadtbau keinen Einfluss. Bei den Wohnungen mit Zentralheizung bleiben die Teuerungen auch 2023 noch im Rahmen. „Wir haben frühzeitig die Preise verhandelt und konnten günstige Verträge aushandeln“, sagt Stadtbau-Prokuristin Marion Krämer, die für den Bereich Immobilien-Management verantwortlich ist. Darüber hinaus hat jeder Mieter ein Informationsblatt erhalten, wie man Energie sparen kann.

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Die Heizung komplett ausdrehen, ist keine Lösung. Dann steigt die Gefahr einer Schimmelbildung in der Wohnung. Eine Gefahr, die die Stadtbau, die WSGW und die Kreiswohnbau Mühldorf als gegeben sehen. „Wir weisen unsere Mieter auf eine Mindesttemperatur hin, können aber nur an deren Vernunft appellieren“, sagt Gerhard Mühlhans, Geschäftsführer der Kreiswohnbau Mühldorf. Dazu gehört auch, die Wohnungen nicht zu überheizen. Von ihrer Seite hat die Wohnungsbaugesellschaft in allen Mietshäusern die Heizungsanlagen überprüft und gegebenenfalls richtig eingestellt. „Damit keine Energie verloren geht.“

425 Wohnungen vermietet die Kreiswohnbau, größtenteils werden sie über Zentralheizungen versorgt. Erste Teuerungen habe es zwar bereits gegeben, aber Mühlhans rechnet damit, dass erst nach dem nächsten Winter „der Hammer“ kommt. Denn neben Strom- und Gaspreisen werden auch andere Nebenkosten anziehen. Damit verbunden die Befürchtung, dass sich Mieter das nicht mehr leisten können. „Alle Genossenschaften hängen in der Luft. Wir gehen in Vorleistung und es kann passieren, dass wir auf Kosten sitzen bleiben.“

Gemeinsam nach Lösungen suchen

In der kalten Wohnung will keine der Wohnungsbaugesellschaften ihre Mieter sitzen lassen. Individuell müsse man dann nach Lösungen suchen. „Eine Ratenzahlung war immer schon eine Möglichkeit, wenn Mieter in Zahlungsschwierigkeiten gekommen sind. Aber es hängt davon ab, wie sich die Mieter verhalten“, sagt Meisenecker.

Als besonders betroffen sieht Mühlhans ältere und kranke Menschen. Menschen, die den ganzen Tag daheim sind und leichter frieren als andere. „Die wurden übersehen.“ Mühlhans gefällt die Situation jedenfalls nicht. „Das wird ein heißer Winter.“ Und meint damit nicht die Temperaturen.

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