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Tierschau „Insectophobie“ kommt in die Schenkerhalle

Liebling mit acht Beinen: Wie sich die Angst vor Spinnen in Waldkraiburg vertreiben lässt

Angst vor Spinnen muss nicht sein: Kinder verlieren in der Ausstellung schnell die Scheu vor den achtbeinigen behaarten Tieren.
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Angst vor Spinnen muss nicht sein: Kinder verlieren in der Ausstellung schnell die Scheu vor den achtbeinigen behaarten Tieren.

Die Angst vor Spinnen ist nicht selten. Giovanno Neigert zieht mit seiner Tierschau „Insectophobie“ durch Europa und zeigt, wie sich die Arachnophobie vertreiben lässt.

Waldkraiburg – Was bringt einen Mann dazu, für seinen Lebensunterhalt mit mehr als 500 Spinnen, darunter 80 größere und kleinere Vogelspinnen, Gottesanbeterinnen, Gespenstschrecken, Raubwanzen, Tausendfüßler, großen Fauchschwaben und Skorpionen auf Tour zu gehen? Giovanno Neigert macht genau das. Die außergewöhnliche Tierschau des 35-jährigen Nürnbergers gehört heute zu den größten ihrer Art in Europa und gastiert am 18. September in Waldkraiburg.

Verständnis für Spinnen wecken

Neigert will seine Tiere nicht nur zeigen, er will auch Verständnis für sie wecken. Das gilt vor allem für die Spinnen. Die sind, wie er erklärt, keine Insekten wie die anderen „Stars“ seiner Ausstellung. „Spinnen haben acht Beine, Insekten haben sechs, das unterscheidet sie. Sie gehören zu einer eigenen Tierklasse, den Arachniden“, sagt Neigert, der sich seit vielen Jahren mit ihnen beschäftigt.

Erste Vogelspinne zum zwölften Geburtstag

Die erste Vogelspinne bekam er zum zwölften Geburtstag geschenkt. Er hatte seine Mutter so lange überredet, bis das Tier einer Tierhandlung gegenüber der elterlichen Wohnung erstanden wurde – der junge Giovanno hat dort schon als Kind gerne mitgeholfen.

Damit war der Grundstein für die Tierschau gelegt, mit der Neigert seit 2011 mit Erfolg in Europa unterwegs ist. Viele Besucher finden offensichtlich Gefallen an dem leichten Grusel, der sich insbesondere beim Blickkontakt mit Vogelspinnen einstellt.

Angst vor Gift oder ungewöhnlichem Aussehen?

Doch es gibt auch Menschen, bei denen die Angst vor Spinnen extrem ist. Fünf Prozent aller Menschen in Deutschland leiden Untersuchungen zufolge an „Arachnophobie“, der Angst vor Spinnen. Kann sich Neigert diese Angst erklären? „Da gehen die Meinungen auseinander. Manche Wissenschaftler sprechen von einer Urangst des Menschen vor giftigen Tieren wie Spinnen oder Schlangen, andere Experten sind davon überzeugt, dass die Angst vor Spinnen auf dem ungewöhnlichen Aussehen und der Bewegungsart der Tiere beruht.“.

Neigert hat eine eigene Meinung: Er sieht die Spinnenangst von einer Generation auf die nächste weitergegeben. „Wenn schon die Mutter auf einen Stuhl oder Tisch steigt, wenn eine kleine Spinne am Boden herumläuft, dann verhalten sich die Kinder irgendwann genauso.“ Er verweist auf das Beispiel seiner eigenen Tochter: „Mit sechs Jahren hat sie sich um ihre eigene Vogelspinne gekümmert, so wie andere Kinder ein Meerschweinchen halten. Da ist es fast schon logisch, dass sie nie Angst vor Spinnen hatte“.

Aber Neigert macht sich nicht lustig über Spinnen-Phobiker, im Gegenteil: Wenn ihm ein Besucher berichtet, dass er Angst oder Panik vor Spinnen hat, dann versucht er, diese Angst zu nehmen oder zumindest abzumildern: „Zu Beginn lege ich diesem Menschen eine alte Spinnenhaut auf die Hand. Wenn er sich an das Gefühl gewöhnt hat, dann probieren wir es mit einer ganz kleinen Spinne, oft geht das dann schon. Dann werden, im Idealfall, die Tiere größer und die Angst immer kleiner – ich freue mich immer, wenn das klappt. Und es klappt immer wieder“.

19 Zentimeter große Vogelspinne

Der „Star“ seiner Schau ist eine 19 Zentimeter lange Vogelspinne, sie gehört zu den größten weltweit. Ein eindrucksvolles Tier, das vor allem die ganz jungen Besucher fasziniert.

Um dieses und alle anderen Tiere kümmert sich Neigert mit seinem Team fast schon liebevoll. Tierschutz steht bei ihm ganz oben. Er hat sich zu Insekten und Spinnen viel Wissen angeeignet. „Wenn möglich, soll keine Frage der Besucher unbeantwortet bleiben. Ich will die Leute vor allem begeistern für die Artenvielfalt und die Schönheit unserer Tierwelt, die doch so faszinierend ist“.

Verlosung:

Am Sonntag, 18. September, gastiert Giovanni Neigert, mit „Insectophobie“ von 10 bis 18 Uhr in der Schenkerhalle Waldkraiburg. Die OVB-Heimatzeitungen verlosen hierzu Eintrittskarten. Wer einen freien Eintritt zu der Ausstellung möchte, kann am Dienstag, 13. September, ab 13 Uhr unter der Telefon 08631/9878-26 anrufen. Die fünf ersten Anrufer erhalten je zwei Karten.esc

krb

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