Nur eine hat Zuwächse

Weniger als 60 Prozent der Waldkraiburger gehören noch einer christlichen Kirche an

Die Kirchen werden immer leerer. Die großen christlichen Glaubensgemeinschaften haben in Waldkraiburg auch im Vorjahr Mitglieder im dreistelligen Bereich verloren. Laut einer aktuellen Statistik des Einwohnermeldeamtes ist damit die Zahl der Waldkraiburger, die einer christlichen Kirche angehören, unter 60 Prozent gesunken.
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Die Kirchen werden immer leerer. Die großen christlichen Glaubensgemeinschaften haben in Waldkraiburg auch im Vorjahr Mitglieder im dreistelligen Bereich verloren. Laut einer aktuellen Statistik des Einwohnermeldeamtes ist damit die Zahl der Waldkraiburger, die einer christlichen Kirche angehören, unter 60 Prozent gesunken.

Erstmals ist in der Stadt Waldkraiburg die Zahl der Bürger, die einer christlichen Kirche angehören, unter 60 Prozent gesunken. Der Mitgliederschwund geht zu Lasten der katholischen und evangelischen Kirche. Zuwächse verzeichnen die orthodoxen Kirchen, und da insbesondere die rumänisch-orthodoxe Kirche.

Waldkraiburg – Die Mitgliederzahlen bei den großen christlichen Kirchen sind in der Stadt Waldkraiburg im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Das geht aus einer aktuellen Statistik des Einwohnermeldeamtes hervor. Demnach waren am 31. Dezember 2020 genau 10 948 Bürger römisch-katholisch. Ein Jahr davor lag diese Zahl noch bei 11 116. Das entspricht einem Minus von 1,5 Prozent. Vor fünf Jahren gab es noch 12 091 Katholiken in der Stadt, vor zehn Jahren waren es fast 13 000.

Vor zehn Jahren noch deutlich mehr

Die evangelische Kirche in Waldkraiburg zählte Ende 2019 3199 Mitglieder. Ein Jahr später war diese Zahl um 62 auf 3137 evangelische Christen gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 1,9 Prozent. Vor fünf Jahren bekannten sich 3623 Christen zur evangelischen Kirche, vor zehn Jahren über 4000.

Schon über 900 rumänisch-orthodoxe Christen

Deutliche Zuwächse verzeichnen dagegen die orthodoxen Kirchen in Waldkraiburg, der wohl auf den anhaltenden Zugang von EU-Arbeitnehmern aus Südosteuropa zurückzuführen ist. Das betrifft vor allem die rumänisch-orthodoxe Kirche, deren Mitgliederzahl im vergangenen Jahr um mehr als sieben Prozent (64) von 84 auf 908 anstieg. Der russisch-orthodoxen Kirche gehören 92 Einwohner an (2019: 76), der griechisch-orthodoxen Kirche 78 (2019: 71). Zur kleinen altkatholischen Gemeinde bekennen sich 20 Bewohner der Stadt (2019: 19).

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Damit ist die Zahl der Waldkraiburger, die einer christlichen Kirche angehören, im Jahr 2019 erstmals unter 60 Prozent gesunken. Bei über 10 000 Bürgern gibt es keine Angaben zur Religion. Das sind zum Teil Muslime, zum weit überwiegenden Teil aber Personen, die aus einer Kirche ausgetreten sind oder nie getauft wurden. hg

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