Zu wenig Platz: So verändert sich die Schullandschaft in Waldkraiburg

Der geplante Schultauschzwischen Förderzentrum und Liszt-Mittelschule ist eine große Herausforderung. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis ist nötig. Grundner

Die Förderschule in Waldkraiburg braucht mehr Platz. Deshalb ist ein Schultausch mit der Liszt-Mittelschule geplant. Wie sich die Schullandschaft verändern könnte, dazu hat der CSU-Arbeitskreis „Schule, Bildung und Sport“ eine Informationsveranstaltung organisiert.

Waldkraiburg – Nicht nur Lehrerschaft und Eltern, auch die Öffentlichkeit wartet seit Monaten darauf, welche Lösung für die Raumsituation der beiden Mittelschulen und der Förderschule in der Stadt gefunden und verwirklicht wird. Deswegen hatte der Arbeitskreis „Schule, Bildung und Sport“ der CSU zu einer Informationsveranstaltung in die Taverne Korfu eingeladen. Ihr waren zahlreiche Schulleiter und Elternvertreter gefolgt.

Einleitend stellte AKS-Vorsitzender Bernd Freudenstein fest, dass man sich in der Sache engagieren wolle und dies nicht von einer Parteizugehörigkeit abhänge. Unter diesem Gesichtspunkt hatte auch der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Mühldorf Max Heimerl die Aufgabe übernommen, für das Landratsamt die Sachlage aufzuzeigen.

Flächendefizit von 2200 Quadratmetern

Ausgangspunkt sei schon vor Jahren die Situation an der Förderschule gewesen, die damals bereits ein Flächendefizit von 2200 Quadratmetern gehabt hatte und kein Ganztagsangebot machen konnte. Die Option eines Schultausches mit der Liszt-Mittelschule stand im Raum. Drei Varianten kamen ins Spiel, die von den Leitern der beiden Mittelschulen aus pädagogischen Gründen aber abgelehnt wurden. Auch die Verkehrsbelastung sowohl im Bereich der Diesel- wie auch der Liszt-Schule sollte entschärft werden.

Verkehrssituation verbessern

So haben sich der Kreistag und die Stadt Waldkraiburg für eine Variante C entschieden. Als Erstes wird, selbst bei einer Erhöhung der Schülerzahl, mit dem Bau einer zentralen Bushaltestelle die Trennung von Bus- und Elternverkehr und damit die Verbesserung der Verkehrslage realisierbar. Für die gesamte Umstrukturierung ist jedoch vorrangig das Anmieten einer Modulschule nötig, also einer zeitweiligen Unterbringung der Liszt-Schule im hochmodernen Container, bis die Schule saniert ist.

Die beiden Mittelschulen können nicht fusionieren, da sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die Schüler brauchen überschaubare Systeme, eine enge Verbindung zu ihren Lehrern, und die kann, auch aus verwaltungstechnischen Gründen, ein „Schulmoloch“ nicht bieten. In die generalmodernisierte Liszt-Schule würde dann die Förderschule einziehen und nach einem Umbau der Förderschule in eine Mittelschule könnten die beiden Schulen eigenständig nebeneinander existieren. Auch der Hort wird aus dem bestehenden Gebäude ausgelagert und anschließend in einem Neubau untergebracht.

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„Eine enge Zusammenarbeit von Landkreis und Stadt ist aus diesem Grund notwendig, wobei Elternbeiräte und Schulen bei jedem Schritt mit einbezogen werden“, sagte Max Heimerl, „ein Vorvertrag mit einer Anwaltskanzlei ist in Arbeit.“ Die Kosten für den Landkreis beliefen sich auf rund 17,3 Millionen Euro, die für die Stadt auf etwa 6,6 Millionen. Diese Summen müssten jedoch zum Wohl der Kinder so bald wie möglich aufgebracht werden, wobei eine zeitliche Fixierung sehr schwierig sei.

Den Nachteilen bei diesem Großprojekt, wie vor allem der Auslagerung in eine Modulschule, den Umbauten an den Standorten Süd und Mitte, stehen jedoch die eindeutigen Vorteile gegenüber: Die Verkehrssituation in Waldkraiburg Süd soll entlastet werden, räumlich werden klar die Schulen in Stadt- und Landkreisnutzung getrennt.

Außerdem sind ausreichend Turn- und Außensportanlagen bereits an den Standorten vorhanden, weder ein Neubau noch Busfahrten ins Jahnstadion seien notwendig und der Landkreis werde Miete an die Stadt für die Nutzung der Dreifach-Turnhalle zahlen. „Dies sind also Vorteile für alle Beteiligten und es stehen auch alle dahinter. Das Ganze ist zwar ein Ergebnis offener Prozess, aber wir können nicht noch zehn Jahre warten“, sagte Max Heimerl.

Platz für Modulschule konzipieren

In der anschließenden Aussprache gab Anton Sterr zu, dass Eltern und Lehrer in der Vergangenheit nicht optimal eingebunden worden seien. „Wir hingen ständig in der Luft. Warum hat das Landratsamt nicht schon längst etwas unternommen?“, sagte ein Elternbeiratsmitglied.

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Einen ersten großen Schritt muss nun die Stadtverwaltung gehen, den Platz für die Modulschule konzipieren und mitfinanzieren. „Eine solche Container-Schule ist eine absolut sinnvolle Sache. Ich spreche aus Erfahrung“, ergänzte Helmut Wittmann, Schulleiter des Gymnasiums.

AKS-Vorsitzender Bernd Freudenstein betonte abschließend noch einmal, dass sich keiner – weder in der Stadt noch im Landkreis – die Sache leicht gemacht habe. „Der Arbeitskreis will der Bevölkerung nur den aktuellen Stand darlegen.“

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