Zu wenig Betreuungsplätze: Das plant die Stadt Waldkraiburg jetzt

Der Bedarfan Betreuungsplätzen steigt weiter, die Stadt will sich dafür aufstellen. Eine Machbarkeitsstudie hat vier mögliche Standorte für eine Kita und einen Hort untersucht. Klinger

Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt weiter an – auch in Waldkraiburg. Die Stadt hat deshalb eine Machbarkeitsstudie für Kinderbetreuung an vier Standorten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse lagen nun dem Bauausschuss vor.

Von Raphaela Lohmann

Waldkraiburg – Die städtische Kita Kunterbunt ist in ihrem neuen Gebäude gestartet, die Übergangslösung am Kalander bleibt vorerst bestehen. Dennoch könnten Betreuungsplätze in den nächsten Jahren knapp werden. Um den Bedarf auch künftig zu decken, ist die Stadt auf der Suche nach einem weiteren Standort. Eine Machbarkeitsstudie hat vier genauer untersucht.

„Die Zahlen werden weiter steigen“, war Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) im Bauausschuss überzeugt. Erste Gespräche mit den Kita-Trägern habe es bereits gegeben, wo zusätzliche Gruppen geschaffen werden können. Um den künftigen Bedarf zu decken, brauche es eine weitere Einrichtung. Als Grundlage für die Studie ging die Stadt von vier Krippen-Gruppen, vier Kindergarten-Gruppen, einer Gruppe für integrative Betreuung und drei Hortgruppen für die Schüler der Graslitzer-Schule aus.

Groß genug für alle Gruppen

Vier Standorte hat das Architekturbüro Kessner untersucht: ein Grundstück an der Graslitzer-Schule, ein Grundstück nördlich der Feuerwehr, das Grundstück der Holzkirche und das Grundstück am Kalander, auf dem aktuell die Übergangslösung beheimatet ist. Vorgabe war, dass der Platz groß genug für alle Gruppen sein soll. Damit ergibt sich ein Flächenbedraf von mindestens 5000 Quadratmeter – abhängig von einer zwei- oder dreigeschossigen Bauweise. Das Grundstück der Holzkirche und am Kalander scheiden somit aus.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Groß genug für den gesamten Bedarf ist das Grundstück neben der Graslitzer-Grundschule. Allerding müssten die großzügigen Außenflächen erheblich kleiner werden. Hartplatz, Pausenhof neben der Turnhalle und der Spielplatz der Schule müssten verlegt werden. Die empfohlene Fläche bleibe aber groß genug, sagte Johannes Kessner. Die geplanten Baugebiete in Mitte und West würden den Betreuungsbedarf decken. Mit 10,7 Millionen Euro sei zu rechnen.

Ebenfalls groß genug ist der Standort an der Prießnitz-Straße. Der Waldbestand würde sogar abwechslungsreiche Außenspielflächen ermöglichen. Aber: „Ein Hort macht dort keinen Sinn.“ Der müsste separat an die Graslitzer-Schule angebaut werden. Nicht optimal ist, dass es im angrenzenden Baugebiet keinen erhöhten Anteil an Familien mit Kindern gebe. Die Kosten werden auf rund 11,2 Millionen Euro geschätzt – ohne den Kauf des Grundstücks, das im Eigentum der Stadtbau Waldkraiburg ist. Anhaltswert: rund eine Million Euro.

Nicht zu nah an die Chemie

Mit dem Standort hinter der Feuerwehr konnte sich Annemarie Deschler (CSU) nicht anfreunden: „Wir sollten den Chemiebetrieben nicht zu nah auf den Pelz rücken. Außerdem macht es dort keinen Sinn, weil es zu wenig Kinder gibt.“ Eine Meinung, die auch Margit Roller (CSU) teilte. Kita und Hort sollten voneinander getrennt werden: Der Hort an die Grundschule, die Kita auf das Grundstück der Holzkirche. „Die liegt am nächsten zum Neubaugebiet und die Kita wäre als Hinterlieger geschützt.“ Wald müsste deshalb auch nicht abgeholzt werden.

Das Grundstück liegt laut Bauamtsleiter Carsten Schwunck an der Grenze zur Schutzlinie um die Chemiebetriebe. „Rechtlich wäre es möglich“, sagte er. Ob es sinnvoll wäre, sei eine andere Frage.

„Die Chemie war noch nie ein Thema und das Grundstück an der Holzkirche haben wir schnell verworfen, weil es zu klein ist“, erklärte Pötzsch. Auch die Erschließung ist ein „Riesenproblem“. Ein Abriss der Holzkirche sei endgültig noch nicht geklärt.

Kita St. Christophorus erweitern

Es gibt aber noch eine weitere Option: eine Erweiterung der Kita St. Christophorus. Bei Gesprächen mit den Trägern der Betreuungseinrichtungen habe sich herauskristallisiert, dass dieser Standort am wahrscheinlichsten zu erweitern ist und deshalb enger betrachtet werden soll.

Viel Luft lässt der Zeitplan nicht. Von der Entscheidung bis zur Fertigstellung und Übergabe müsse mit drei bis vier Jahren gerechnet werden, erklärte Kessner. Seine Erfahrung: Verhandlungen mit der Kirche verzögern in der Regel ein Projekt um ein weiteres Jahr.

Mehr zum Thema:

Container und neue Kita: So will Waldkraiburg den Bedarf an Betreuungsplätzen decken

Neue Kita? Schon bald braucht es in Waldkraiburg zusätzlich über hundert Betreuungsplätze

Christoph Vetter (UWG) sah die Vorteile an einem Standort und sprach sich an der Graslitzerschule für einen dreigeschossigen Bau aus. Weiter über den Standort an der Graslitzerschule diskutieren wollte auch Done Brunnhuber (UWG). „Die Holzkirche brauchen wir nicht weiter diskutieren.“

Am Ende einigte sich der Bauausschuss - trotz dreier Gegenstimmen aus der CSU- als erste Variante, die Erweiterung der Kita St. Christophorus zu verfolgen. Ist dies nicht möglich, sollen Betreuungsplätze an der Graslitzerschule geplant werden. Dritte Variante ist der Standort nördlich der Feuerwehr.

Kommentare