Weltmarktführer will weiterwachsen

OVB
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Präsentieren im Jubiläumsjahr "erfreuliche Zahlen" für die Netzsch Mohnopumpen GmbH in Waldkraiburg wie für den gesamten Geschäftsbereich Pumpen und Systeme: die Geschäftsführer Felix Kleinert und Jens Niessner.

Waldkraiburg - Vor einem halben Jahrhundert startete die Netzsch Mohnopumpen GmbH am Standort Waldkraiburg eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte:

Aus dem kleinen bayerischen ist längst ein internationales Unternehmen geworden, das die Position eines Weltmarktführers erobert hat. Neue erfolgsversprechende Produkte und Anwendungen sowie der Ausbau des globalen Vertriebs- und Servicenetzes lassen die Geschäftsleitung im Jubiläumsjahr mit großem Optimismus in die Zukunft schauen. Bis 2016 soll der Jahresumsatz gegenüber 2011 verdoppelt werden.

Zwölf Mitarbeiter gehörten zur Gründungsmannschaft vor 50 Jahren. Heute sind es allein am Standort Waldkraiburg mehr als 480. Hier ist und bleibt die Kopffirma des Geschäftsbereichs Pumpen und Systeme der Netzsch-Firmengruppe, in dem derzeit 1800 Mitarbeiter weltweit beschäftigt sind. In diesen Tagen wird der Pumpenhersteller beim Jahresumsatz erstmals die 200-Millionen-Euro-Marke überschreiten. 207 Millionen sollen es bis zum Abschluss des Geschäftsjahres 2011/2012 Ende Juni sein. Auf das Rekordjahr 2010/11 folgt eine weitere Steigerung. Kein Wunder, dass die Geschäftsführer Felix Kleinert und Jens Niessner von "sehr erfreulichen Zahlen" sprechen. Dem Ziel, von 2011 bis 2016 mit einem jährlichen Plus von etwa 15 Prozent den Umsatz weltweit zu verdoppeln, sei man damit sogar voraus.

Das Unternehmen sei das "größte, innovativste, am schnellsten wachsende und profitabelste" in der Branche, stellt Felix Kleinert im Blick auf die Konkurrenz selbstbewusst fest. Eine Krisenphase vor gut einem Jahrzehnt, als zwischenzeitlich auch ein Stellenabbau in Waldkraiburg notwendig wurde, ist längst überwunden. Die Weichen sind auf Wachstum gestellt, in jeder Beziehung. Bei den sogenannten Exzenterschneckenpumpen, die in den verschiedensten Anwendungsgebieten, etwa in der Chemie, bei der Energieförderung, aber auch in der Nahrungsmittelbranche, zum Einsatz kommen, ist das Unternehmen "mit Abstand Weltmarktführer", so Kleinert.

Früher und konsequenter als Mitbewerber hatte Netzsch den Geschäftsbereich international aufgestellt. Neben den drei Werken in Waldkraiburg gibt es Produktionsstandorte in Brasilien, China, Indien und den USA. Mit der Maxime "nah am Kunden" zu produzieren, ist man laut Jens Niessner gut gefahren. "Die Globalisierung hat uns geholfen, die Position in Deutschland zu sichern."

Wachstum in allen Regionen und Produktionsstandorten

Auch der Pumpenhersteller legt vor allem in den Boomregionen Asiens und Südamerikas zu. "Aber wir wachsen in allen Regionen und Produktionsstandorten." Um sechs Prozent steigt im laufenden Geschäftsjahr der Umsatz am Standort Waldkraiburg auf rund 75 Millionen Euro, 2015 sollen es laut Niessner annähernd 100 Millionen Euro sein.

Die außerordentlich positiven Prognosen gründet die Geschäftsführung auf wichtige Weichenstellungen. So wurden in wenigen Jahren 15 weitere Vertriebs- und Servicegesellschaften auf dem ganzen Globus gegründet. Im Hinblick auf die Erschließung des Marktes erwartet Felix Kleinert sich davon "einen enormen Schub". Großes Potenzial für den Pumpenhersteller sieht er bei den erneuerbaren Energien, etwa bei Biogasanlagen, aber auch Windenergie und Fotovoltaik. Kleinert: "Wir wachsen mit unseren Kunden." Die Tatsache, dass die Ausbeutung von Rohstoffen, etwa Platin, immer schwieriger und technisch aufwändiger wird, kommt dem innovativen Unternehmen zugute. "Unsere Technik wird gebraucht", stellt der Geschäftsführer ebenso für den Bereich Öl- und Gasförderung fest. Förderung und Transport von Öl-/Gas-/Wasser-/Sand-Gemischen werden immer anspruchsvoller. Und die konventionellen Energiequellen bleiben noch viele Jahre lang ein wichtiger Markt, ist Kleinert überzeugt.

Neu entwickelte Drehkolbenpumpe nährt große Hoffnung

Große Hoffnungen knüpft die Geschäftsleitung an eine Waldkraiburger Neuentwicklung, eine Drehkolbenpumpe, die laut Felix Kleinert bei der jüngsten Fachmesse IFAT bereits "sensationell eingeschlagen hat". Die Vorzüge dieser Pumpe: Sie ist besonders kompakt, arbeitet energieeffizient, ist wartungsfreundlicher als Konkurrenzprodukte. Bislang macht das Unternehmen mit Drehkolbenpumpen nur wenige Millionen Euro Umsatz. Jetzt strebt man auch hier eine dominierende Position am Weltmarkt an. Kleinert: "Das wird den Geschäftsbereich Pumpen und den Standort Waldkraiburg in die nächste Generation tragen."

Fünf Millionen Euro wurden seit 2008 allein für die Entwicklung der neuen Drehkolbenpumpe in Waldkraiburg ausgegeben. Das jährliche Investitionsvolumen weltweit steigt laut Jens Niessner von vier Millionen im Jahr 2006 auf 25 Millionen im neuen Geschäftsjahr 2012/13.

Investitionen für 13 Millionen Euro in Waldkraiburg

Ein großer Teil dieser Summe, rund 13 Millionen Euro, wird in Waldkraiburg investiert. Nach Werkserweiterungen in Brasilien, China und Indien folgt jetzt wieder der Standort, an dem vor einem halben Jahrhundert die Erfolgsgeschichte begann und fortgesetzt werden soll. Ein großer Teil der Mittel fließt in den Bau einer 4000 Quadratmeter großen Halle für Elastomertechnik und in ein rund 1000 Quadratmeter großes Technikum. Der Spatenstich ist im Herbst geplant, die Fertigstellung im Sommer 2013.

Mitarbeiterzahl soll kontinuierlich steigen

Die Zahl der Mitarbeiter wird laut Niessner voraussichtlich im September wieder bei 500 liegen. Alle Azubis werden übernommen, 40 Neueinstellungen sind im nächsten Geschäftsjahr vorgesehen. Dazu kommen weitere zehn Arbeitsplätze mit der Verlagerung der Tochtergesellschaft Netzsch Oilfield Products von Selb nach Waldkraiburg. Pumpen für diesen Bereich kamen bislang aus Brasilien und werden künftig in Waldkraiburg produziert.

Wenn die eingeschlagene Strategie mit neuen Produkten und der Markterschließung wie erwartet greift, geht die Geschäftsleitung davon aus, dass künftig pro Jahr 25 bis 30 neue Mitarbeiter am Standort eingestellt werden können. In Zeiten des Fachkräftemangels dauere die Stellenbesetzung durch geeignete Mitarbeiter zwar etwas länger, der Arbeitsmarkt gebe das aber her, so Niessner. Voraussetzung dafür sei es, das Unternehmen, etwa im Hinblick auf die Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, attraktiv zu präsentieren.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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