„Weitgehend entschärft“: Entspannung bei Unfallschwerpunkten in und um Waldkraiburg

Der schlimmste Verkehrsunfall des Jahres 2019 im Bereich der PI Waldkraiburg ereignete sich in Kraiburg: Ein 26-jähriger Mann fuhr mit dem Motorroller gegen das Markttor und verstarb an der Unfallstelle, sein 23-jähriger Sozius erlitt schwerste Verletzungen. Beide Männer trugen keinen Helm. Fib/Eß
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Der schlimmste Verkehrsunfall des Jahres 2019 im Bereich der PI Waldkraiburg ereignete sich in Kraiburg: Ein 26-jähriger Mann fuhr mit dem Motorroller gegen das Markttor und verstarb an der Unfallstelle, sein 23-jähriger Sozius erlitt schwerste Verletzungen. Beide Männer trugen keinen Helm. Fib/Eß

Die Zahl der Unfälle ist 2019 im Dienstbereich der Polizeiinspektion Waldkraburg leicht gestiegen. Doch es waren weniger Todesopfer und Verletzte zu beklagen. Und: An einstigen Unfallschwerpunkten hat sich die Situation entspannt.

Von Hans Grundner

Waldkraiburg – Die Pürtner Kreuzung, der Ensdorfer Berg, die Kreuzung am Stockhamer Berg, die Einmündung der Bahnhofstraße in die Staatsstraße 2091 – sie waren einmal berüchtigt als gefährliche Unfallschwerpunkte im Dienstbereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg. In der Unfallstatistik für 2019 spielen sie gar keine oder nur noch eine untergeordnete Rolle. Nur mit der Entwicklung auf der Staatsstraße 2352 ist Erich Gottwald, Polizeioberkommissar und Verkehrsbeamter der PI nicht ganz zufrieden.

Mehr Unfälle auf Staatsstraße 2352 in Richtung Mühldorf

Im Bereich von Waldkraiburg, das ist die Strecke bis zum sogenannten Rotkreuzplatz, bleibt es auf der 2352 seit einem Jahrzehnt bei einer relativ hohen Zahl von Unfällen. Von 13 (2018) auf 17 ist sie zuletzt gestiegen. Drei Personen wurden verletzt (2018: 2). Der Anteil der Wildtierunfälle ist mit neun relativ hoch. Trotz der Beschränkung auf 80 und obwohl die Polizei laut PI-Leiter Georg Deibl regelmäßig kontrolliere und messe, werde „zu schnell gefahren und zu gach überholt“, so Gottwald.

Pürtner Kreuzung ist längst kein Unfal-Hotspot mehr

Die Pürtner Kreuzung dagegen hat ihren Ruf als Unfall-Hotspot endgültig verloren. Die Zahl der Verkehrsunfälle hat sich dort noch einmal verringert, von sechs auf drei. Nur eine Person wurde verletzt. Der geplante Umbau der beampelten Kreuzung in einen Kreisverkehr wird nach Einschätzung des stellvertretenden PI-Leiters Franz Lohr noch mehr Sicherheit an dieser Stelle bringen.

Tempobeschränkung „trägt Früchte“

Auch am Ensdorfer Berg, wo sich noch vor einigen Jahren schwere und folgenreiche Unfälle ereigneten, scheint sich die Situation „weitgehend entschärft“ zu haben, so Gottwald. Die Zahl der Unfälle ist gegen über 2018 zwar wieder leicht gestiegen, von fünf auf acht. Dabei wurde ein Beteiligter verletzt. Doch der Trend der letzten Jahre sei klar: Die 2016 veranlassten Geschwindigkeitsbeschränkungen für den ganzen Berg auf 70, beziehungsweise 50 Kilometer in der Stunde „tragen bereits Früchte“.

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Weitere ehemalige Unfallschwerpunkte sind verschwunden: An der Einmündung der Bahnhofsstraße in die Staatsstraße 2091 Nähe des Bahnübergangs gibt es keine gravierenden Vorkommnisse mehr, seit das Linksabbiegen unterbunden wird. Gleiches gilt für die Kreuzung Aussiger Straße/Graslitzer Straße. Die lange Sperrung aufgrund von Baumaßnahmen hat 2019 sicher auch einen Teil dazu beigetragen.

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Mit dem Roller gegen das Kraiburger Markttor gekracht: 26-Jähriger stirbt

Insgesamt haben sich im Zuständigkeitsbereich der PI – dazu gehören neben der Stadt auch die Gemeinden Aschau, Kraiburg, Jettenbach, Taufkirchen und Unterreit – im Vorjahr 911 Unfälle ereignet. Das sind 3,41 Prozent mehr als 2018. Zwei Todesopfer (2018: 3) waren zu beklagen: ein 81-jähriger Radfahrer, der von einem Müllwagen in der Aussiger Straße erfasst wurde, und ein 26-jähriger Mann, der ohne Helm unterwegs war und mit seinem Motorroller frontal gegen das Markttor in Kraiburg fuhr.

Bei acht Unfällen war Alkohol im Spiel

Die Zahl der Verletzten ist 2019 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen – von 150 auf 114.

Bei acht Unfällen saß der Verursacher laut Statistik alkoholisiert am Steuer.

Alle Zahlen auf einen Blick:

Gesamtzahl der Unfälle im Bereich der PI: 911 (2018: 881).

Davon im Stadtgebiet: 625 (598).

Todesopfer: 2 (3).

Verletzte:114 (150).Kleinunfälle.

Kleinunfälle/Blechschäden:555; davon 180 Wildunfälle.

Fahrerflucht:(196 (177); davon aufgeklärt: 61.

Ursachen: zu hohe Geschwindigkeit (28 Fälle); Alkohol am Steuer (8).

Unfallträchtigste Wochentage: Dienstag (160) und Freitag (143).

Unfallträchtigste Stunde: zwischen 17 und 18 Uhr.

Die Zahlen für den Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Haag (aufgenommen durch die Station Haag und die PI Waldkraiburg): 638 Unfälle (617); 3 Todesopfer (4); 111 Verletzte (124).

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