Wegen Neubau des Innkraftwerks: Kläranlage braucht eine neue Notableitung

Wenn zwischenzeitlich der Wasserpegel im Innkanal wegen der Bauarbeiten zum Inn-Kraftwerk abgesenkt wird, braucht die Kläranlage eine neue Notableitung. Dazu muss der sogenannten Munakanal (die untere der beiden Leitungen) ab der Harter Brücke saniert werden, um bei Regenwetter die Wassermassen aufnehmen zu können. Grundner

Nach rund 15 Jahren wird der Wasserpegel des Innkanals 2021/022 wieder abgesenkt. Das hängt mit dem Bau des neuen Inn-Kraftwerks zusammen. In dieser Zeit darf kein Wasser in den Innkanal abgeleitet werden, weshalb die Kläranlage zwischenzeitlich eine andere Notableitung benötigt.

Waldkraiburg – Die Kläranlage braucht eine neue Notableitung. Im Zuge der Bauarbeiten am neuen Inn-Kraftwerk muss zwischenzeitlich der Wasserstand im Innkanal abgesenkt werden. In dieser Zeit darf dann kein geklärtes Wasser in den Innkanal eingeleitet werden, weshalb der Munakanal ertüchtigt werden soll. Erste Pläne wurden im Werkausschuss vorgestellt.

Es ist ein Relikt aus der Kriegszeit: der Munakanal. Als eine Ableitung aus der Rüstungsfabrik wurde der Munakanal in den 1930er Jahren gebaut. Über die Ratiborer und Berliner Straße führt er über die Bayernbrücke Richtung Waldstück und geht weiter über die Balthasar-Neumann-Straße den Hang hinunter Richtung Innkanal, den er an der Harter Brücke überquert. Dann geht es weiter Richtung Lindenweg und schließlich zum Inn. Der Munakanal wird auch heute noch dazu genutzt, Kühlwasser zweier Industriebetriebe und damit sauberes Wasser in den Inn zu leiten. Für den Unterhalt sind die Stadtwerke zuständig.

Kein Wasser darf in den Innkanal

Die Notableitung der Kläranlage führt im Normalbetrieb direkt in den Innkanal. Sobald aber die Arbeiten am Inn-Kraftwerk im Jahr 2021 und 2022 ein Absenken des Wasserpegels am Innkanal nötig machen, braucht es eine Alternative. „In dieser Zeit darf kein Wasser in den Innkanal eingeleitet werden“, erklärte Christian Erdösi, Leiter Geschäftsbereich Abwasser, im Werkausschuss.

Stattdessen muss das geklärte Wasser am Innkanal entlang zur Harter Brücke geführt werden, wo es sich mit dem Munakanal kreuzt. Mittels eines Pumpwerks werden die beiden über Kreuz gesetzt. Das bedeutet: Sobald eine Notableitung nötig wird, fließt das Wasser der Kläranlage über den Munakanal in den Inn, das Kühlwasser wird in den Pürtener Bach geleitet.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Allerdings seien die Leitungen des Munakanals nicht entsprechend dimensioniert, um bei Regenwetter die Wassermengen aufzunehmen, erklärt Christian Erdösi auf Nachfrage. „Bis zu 300 Liter pro Sekunde müssen in einem solchen Fall dann abgeleitet werden.“ Aus diesem Grund müsse der Munakanal von der Harter Brücke weg bis zur Einleitstelle am Inn entsprechend saniert werden.

Lesen Sie auch:

Relikt aus der Kriegszeit wird erneuert

Nur auf diese Weise könne gewährleistet werden, dass während der Stilllegung des Innkanals das Wasser aus der Kläranlage sicher abgeleitet werden kann. Zudem brauche es neue Pumpen. Diese könnten aber nach Ende der Maßnahmen am Innkanal weiter in der Kläranlage verwendet werden, um auf diese Weise Kosten zu sparen.

Die Stadtwerke sind jetzt dazu in der Planungsphase. Erste Kostenschätzungen belaufen sich auf rund 502 923 Euro. Der Werkausschuss stimmte den Planungen einstimmig zu.

Kommentare