VOLKSFEST 2018

Wegen WM eine Woche später

Damit das Volksfest auch im Jahr 2018 wieder so gut besucht ist, wie auf diesem Bild, das heuer entstand, wird der Beginn wegen der Fußball-WM eine Woche nach hinten verlegt. Die Festtage kollidieren dann mit dem Aschauer Sommerfest. Der Musikverein Aschau ist nicht erfreut und sieht sich in Zugzwang. Archiv/stl
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Damit das Volksfest auch im Jahr 2018 wieder so gut besucht ist, wie auf diesem Bild, das heuer entstand, wird der Beginn wegen der Fußball-WM eine Woche nach hinten verlegt. Die Festtage kollidieren dann mit dem Aschauer Sommerfest. Der Musikverein Aschau ist nicht erfreut und sieht sich in Zugzwang. Archiv/stl

Die Fußball-WM 2018 wirft ihre Schatten voraus. Die Viertelfinalspiele sind zeitgleich zum Volksfesteinzug, ein Halbfinale ist am Tag der guten Nachbarschaft und das Finale findet am letzten Volksfestsonntag statt. Um sich nicht von der WM das Wasser abgraben zu lassen und mit leeren Zelten und Fahrgeschäften da zu stehen, verlegt Waldkraiburg den Volkfestbeginn um eine Woche nach hinten.

Waldkraiburg – Spätestens seit dem Sommermärchen 2006 ist bei Welt- und Europameisterschaften gemeinsames Fußballgucken mit Freunden oder gar beim Public Viewing sehr beliebt bei den Deutschen. Die Fußball-WM in Russland beginnt am 14. Juni 2018 mit dem Titelverteidiger Deutschland und endet am 15. Juli – mitten in der Waldkraiburger Volksfestzeit.

„Es ist zu befürchten, dass uns wegen der Endspiele zu viele Leute wegbleiben“, sagt Bürgermeister Robert Pötzsch im Ferienausschuss. Große Einbußen wären zu befürchten. Die Stadt habe sich bereits mit Festwirt Jochen Mörz, den anderen Wirten und großen Fahrgeschäften besprochen – die sehen das genauso, wie Pötzsch mitteilt. Darum stand eine Verschiebung des Volksfestes um eine Woche nach hinten auf der Tagesordnung.

Ursprünglich würde der Wiesnbeginn in Waldkraiburg im Jahr 2018 auf den 6. Juli fallen und Ende wäre am 16. Juli. Der Termin hängt an einem Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 1965, nach dem das Fest jeweils am Freitag oder Samstag vor dem zweiten Sonntag im Juli beginnt.

Verschiebt man den Start um eine Woche, beginnt das Volksfest 2018 am 13. Juli und dauert bis 23. Juli.

Das Problem: Hier gibt es dann eine Überschneidung mit dem Aschauer Sommerfest, das 2018 am 19. Juli beginnen sollte.

Laut Pötzsch habe man mit der Gemeinde Aschau diesbezüglich Kontakt aufgenommen – vielleicht könnte man das Sommerfest der Nachbargemeinde auch eine Woche nach hinten verlegen. „Aschau hat nichts gegen unseren Plan, hat uns aber kurzfristig nun darauf hingewiesen, dass nicht die Gemeinde der Organisator sei, sondern der Musikverein Aschau. Die Verantwortlichen konnten vor der Sitzung nicht mehr erreicht werden.

Done Brunnhuber sagte, er würde lieber erst mit dem Musikverein reden und nichts ohne ihn entscheiden. Anton Sterr war anderer Meinung. „Die Fakten liegen auf dem Tisch. Und unser Volksfest ist mir näher als das Aschauer Sommerfest. Unsere Entscheidung darf nicht vom Musikverein abhängen“, so Sterr.

Eva Köhr schlug eine Verlegung nach vorne, um eine Woche, vor. Laut Pötzsch rücke man dann zu nahe ans Stadtfest.

Musikverein Aschau in Zugzwang

Frieder Vielsack stellte fest, die Gemeindeoberen von Aschau seien ja nicht abgeneigt und geben grünes Licht. „Die sind aber nicht die Organisatoren“, stellte Pötzsch klar, der auf keinen Fall das gute nachbarschaftliche Verhältnis zu Aschau trüben möchte.

Das Gremium beschloss die Verschiebung des Volksfesttermines einstimmig und als einmalige Sache.

Wolfgang Duschek vom Musikverein Aschau zeigt sich am Tag nach dem Beschluss nicht erfreut. „Unsere Gemeinde hat das Anliegen Waldkraiburgs zur Kenntnis genommen. Ich war im Urlaub und inzwischen wurde es ja konkret“, erklärt der Vorsitzende auf Nachfrage der Heimatzeitung. Er sei nun in Zugzwang und müsse alle Beteiligten abklappern, wenn das Aschauer Sommerfest auch um eine Woche nach hinten verlegt werden sollte. Auftakt wäre dann am 26. Juli. „Das ist ungut, weil wir in die Ferien reinkommen. Da stellt sich dann die Frage, bleiben uns die Leute weg, weil sie gleich in Urlaub fahren?“, so Duschek.

Er weist zudem darauf hin, dass der Musikverein, der das Fest gemeinsam mit Bräu Georg Ametsbichler durchzieht, die komplette Organisation und Durchführung ehrenamtlich stemmt. „Das machen wir neben unserer normalen Arbeit, alles umplanen bedeutet Stress. Wir haben keinen Wiesnbürgermeister.“ Er müsse nun klären, ob die Schausteller, mit denen der Verein Langzeitverträge hat, auch zum neuen Termin Zeit haben. Das Gleiche gilt für das Rote Kreuz, den Fischbrater und etwa die vielen Schüler, die mithelfen.

Duschek fürchtet, aus der „einmaligen Sache“, dass Waldkraiburg seinen Termin verschiebt, könnte was Dauerhaftes werden; er weist auf die WM und EM hin, die alle zwei Jahre stattfinden und damit die Terminprobleme wieder Thema werden.

Ihm wäre es am liebsten, Waldkraiburg würde sich an seinen eigenen Stadtratsbeschluss von 1965 halten und alles bliebe beim Alten – so wie das die letzten 50 Jahre auch funktioniert hat.

„Wir werden auf jeden Fall nochmal das Gespräch mit Waldkraiburg suchen“, sagt er.

Er weist außerdem noch darauf hin, dass sie Aschauer Trachtler, die bisher immer im am zweiten Juli-Sonntag im Waldkraiburger Festzelt aufgetreten sind, beim neuen Termin verhindert wären. „Da ist das Gaufest der Trachtler. Das ist immer am 3. Sonntag im Juli, ein fixer Termin.“

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