Wegen Äußerung zu Rassismus: Linken-Kreisrat übt scharfe Kritik an Waldkraiburgs Bürgermeister

Dennis Uzon (rechts), Kreisrat der Linken und Versammlungsleiter der Demo auf dem Festplatz, übte heftige Kritik an Bürgermeister Robert Pötzsch. Dessen Aussage, in Waldkraiburg gebe es keine Rassisten, sei durch die zweistelligen Wahlerfolge der AfD, einer Partei „mit offen rassistischem Programm“, widerlegt.
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Dennis Uzon (rechts), Kreisrat der Linken und Versammlungsleiter der Demo auf dem Festplatz, übte heftige Kritik an Bürgermeister Robert Pötzsch. Dessen Aussage, in Waldkraiburg gebe es keine Rassisten, sei durch die zweistelligen Wahlerfolge der AfD, einer Partei „mit offen rassistischem Programm“, widerlegt.

Scharfe Kritik an Bürgermeister Robert Pötzsch übten Redner bei der Demonstration gegen Rassismus, zu der die Linksjugend und die Jusos im Landkreis aufgerufen hatten.

– Pötzsch als „Miniatur- Trump“ bezeichnet

Eine „Miniatur-Ausgabe“ des US-Präsidenten Donald Trump nannte Max Brym den Waldkraiburger Bürgermeister und kritisierte, dass Pötzsch 2015 „AfD-nah“ gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Waldkraiburg positioniert habe.

Linken-Kreisrat Dennis Uzon, der zugleich Versammlungsleiter war, griff den Bürgermeister für eine Äußerung an, die dieser nach der Verhaftung des mutmaßlichen Urhebers der Waldkraiburger Anschlagsserie gemacht hatte. Er sei froh, so der Bürgermeister unter dem Eindruck der Festnahme eines türkischstämmigen Täters, dass es in der Stadt keinen Rassismus gebe. Der Bürgermeister wisse wohl nicht, in welcher Stadt er lebe, sagte der Redner und verwies auf die zweistelligen Wahlergebnisse der AfD, „die ein „offen rassistisches Programm“ habe.

Rund 80 Teilnehmer und Schaulustige

Uzon kritisierte gleichzeitig die aus seiner Sicht „überzogenen Polizeieinsätze“ in der Ankerdependance für Flüchtlinge und forderte, die Einsätze auf ein Minimum zu reduzieren.

Fast 80 Teilnehmer und Schaulustige, darunter auch eine Reihe von Asylbewerbern, die in Waldkraiburger Einrichtungen leben, waren zu der Kundgebung auf den Festplatz gekommen. Um sich mit der internationalen Protestbewegung gegen rassistische Polizeiübergriffe in den Vereinigten Staaten zu solidarisieren, wie es im Aufruf der Veranstalter hieß.

Asylbewerber spricht über Diskriminierung

Uzon betonte allerdings, dass es mit dieser Demonstration auch darum gehe, „Druck zu machen“ auf die Ermittlungsbehörden, die rassistischen antitürkischen Anschläge in der Stadt lückenlos aufzuklären. Der Kreisrat sieht bei dem mutmaßlichen Täter, der aufflog, weil er keine Bahnfahrkarte hatte, „wenig kriminelle Energie“. Er meldete Zweifel an, dass die Anschlagsserie bereits aufgeklärt sei.

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Für Verena Wiltschka, stellvertretende Vorsitzende der Jusos im Unterbezirk, soll von der Demo ein Zeichen der Toleranz und Gleichberechtigung ausgehen. Wer sich nicht gegen Rassisten stelle, mache sich mitschuldig.

Anthony Godsent Michael aus Nigeria, der in der Ankerdependance in Waldkraiburg lebt, berichtete über „diskriminierende Erfahrungen und unfaire Behandlung“. Und er appellierte an die Zuhörer, zusammenzustehen, ohne Ansehen der Hautfarbe und Kultur.

Die Tatsache, dass in den USA auch viele Weiße mit den Schwarzen auf die Straße gehen, stimme „sehr optimistisch, so Max Brym. Das Credo des Marxisten: Kapitalismus und Rassismus gehören zusammen. Beides müsse überwunden werden.

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