Wegen 700 Euro zugestochen: Waldkraiburger steht wegen Mordversuchs vor Gericht

19. Oktober 2019:  Polizeibeamte sicherten die Spuren der Bluttat, die sich in der Nähe des Kinos ereignet hatte. Der Geschäftsführer eines Clubs leistete dem 40-jährigen Opfer Erste Hilfe und verständigte den Notruf.
+
19. Oktober 2019: Polizeibeamte sicherten die Spuren der Bluttat, die sich in der Nähe des Kinos ereignet hatte. Der Geschäftsführer eines Clubs leistete dem 40-jährigen Opfer Erste Hilfe und verständigte den Notruf.

Am 10. September beginnt vor dem Schwurgericht Traunstein ein Prozess gegen einen Waldkraiburger, der am 19. Oktober 2019 einem 41-jährigen Mann schwerste Verletzungen mit dem Messer zugefügt hat. Die Staatsanwaltschaft klagt den 40-Jährigen wegen versuchten Mords aus Heimtücke an.

Traunstein/Waldkraiburg – Wegen 700 Euro ist im Oktober 2019 zwischen zwei Männern am Kreisverkehr vor einem Kino in Waldkraiburg ein heftiger Streit entbrannt, der in lebensgefährlichen Messerstichen gegen einen 41-Jährigen gipfelte. Das Opfer überlebte dank sofortiger ärztlicher Versorgung und Notoperation.

Der mutmaßliche Täter, ein 40 Jahre alter Lagerist aus Waldkraiburg, muss sich ab 10. September wegen versuchten Mords aus Heimtücke und wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs verantworten. Der Prozess wird am 11. und 15. September, ebenfalls jeweils um 9 Uhr, fortgesetzt.

Drei Prozesstage sind angesetzt

Gemäß Anklage der Staatsanwaltschaft entwickelte sich der verbale Streit zu einer handfesten Auseinandersetzung. Nach gegenseitigen Schlägen telefonierte der 41-Jährige etwas abseits mit einem Verwandten. Der mehrfach vorbestrafte 40-Jährige soll zu einem breiten Messer mit sechs Zentimeter langer Klinge gegriffen und damit zugestochen haben.

Lesen Sie auch:

Angriff vor Kino in Waldkraiburg: Blutüberströmtes Opfer schrie um Hilfe – Tatverdächtiger auf der Flucht

Nach Messerattacke in Waldkraiburg: Polizei durchkämmt Tatort

Messerstecher muss sechs Jahre in Haft

Zwei potenziell lebensbedrohliche Stiche trafen Brust und Bauch. Bei Abwehrversuchen erlitt der Geschädigte weitere erhebliche Verletzungen – an einer Hand und an einem Unterschenkel. Der Tatverdächtige wollte weglaufen und wurde von dem Schwerverletzten noch über eine kurze Strecke verfolgt. Dann jedoch brach der 41-Jährige im Freien zusammen.

Türsteher leisteten Erste Hilfe

Türsteher einer nahen Diskothek entdeckten ihn zufällig und sorgten für rasche medizinische Hilfe. Ein Notarzt und eine Notoperation retteten das Leben des Nebenklägers. Der Gesundheitszustand des Opfers besserte sich damals glücklicherweise relativ schnell wieder, wie es kurz nach der Tat in einer Polizeimeldung des Präsidiums Oberbayern-Süd hieß.

Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage von einem heimtückischen Angriff gegen ein arg- und wehrloses Opfer aus. Der 40-Jährige habe tödliche Verletzungen des 41-Jährigen billigend in Kauf genommen. Bei der dreitägigen Hauptverhandlung werden mehrere Sachverständige, darunter Rechtsmediziner, die Ergebnisse ihrer Gutachten vortragen.

Bluttat löste Großfahndung aus

Der Tatverdächtige war nach dem Vorfall am 19. Oktober 2019 gegen 23 Uhr geflüchtet. Die Polizei löste eine große Fahndungsaktion aus. Der Kriminaldauerdienst der Kripo Traunstein übernahm noch in der Nacht unter Leitung der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen und gab sie kurz darauf an die Kriminalpolizeistation Mühldorf ab, die eine eigene Ermittlungsgruppe „Kino“ einrichtete und im Zug der Fahndungsmaßnahmen mehrere Polizeieinsätze im Stadtgebiet von Waldkraiburg veranlasste.

Drei Tage nach der Tat verhaftet

Der Flüchtige konnte am Vormittag des 22. Oktober 2019 in Aschau unter Mithilfe von Beamten der Polizeiinspektion Waldkraiburg und eines Diensthundeführers der Operativen Ergänzungsdienste (OED) Traunstein vorläufig festgenommen werden. Seither saß der 40-Jährige in Untersuchungshaft.

Kommentare