„Wege und Gezeiten“ – ein treffendes Bild für ein Lebenswerk

Elke Keiper, Gernot Sorgner und Karin Bressel (von links).
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Elke Keiper, Gernot Sorgner und Karin Bressel (von links).

Waldkraiburg – Eigentlich sei über ihn schon ziemlich alles gesagt, wie es so treffend in der Ankündigung der Gernot-Sorgner-Ausstellung in den Medien hieß.

Und dennoch konnte Kulturreferentin Karin Bressel in ihrer Begrüßung bei der Vernissage im Waldkraiburger Haus der Kultur die zahlreichen Besucher auf ein Ereignis verweisen, das den Weg des Lehrers und Künstlers entscheidend bestimmt hatte. Und sie blickt dabei weit zurück.

1963 war es, als Sorgner dem Salzburger Maler und Bildhauer Professor Karl Hittmann begegnete und durch ihn die intensive Atelierarbeit kennenlernte. Und so war für Sorgner der Idealweg vorgezeichnet, ein doppeltes Hobby zum Beruf zu machen: Nach dem Studium von Kunsterziehung und Sport konnte er als Lehrer seine Vorstellungen von Museumspädagogik oder Kunst an der Schule (KIS) verwirklichen, beispielsweise lange als Vorsitzender im Kunstverein Inn-Salzach tätig sein und vor allem seine künstlerische Entwicklung in eigenen Werken ausleben. 30 Jahre setzte er sich so auf vielfältige Weise für die Bildende Kunst und ihre Vermittlung ein – wahrlich ein Lebenswerk, auf das man zu Recht stolz zurückblicken kann.

Nicht so bei Gernot Sorgner, wie Elke Keiper in ihrer Einführung aufzeigte. „Man kann nur zurückblicken auf das von ihm Geschaffene“, so die Museumsleiterin, doch er sprühe weiterhin vor Ideen, suche immer wieder neue Wege, sein Auge folgt einem mäandernden Fluss, beobachtet das Auf und Ab der Meereswellen und so ist auch der Titel der Ausstellung zu verstehen.

Reisen waren und sind immer wieder Quelle seiner Inspirationen, die er dann in seinen Werken umsetzt. So transformiert er nicht nur große Künstler, setzt Stadtansichten wie die von Salzburg um, erfindet Orte neu wie in seiner ältesten ausgestellten Arbeit „Karigador“ oder unternimmt märchenhafte Spaziergänge. Wenn er Material sieht, hängt er dem Gedanken nach „Welche Geschichte erzählt es?“ und unterstützt auf diese Weise seine Träume.

So überlässt er sich dem Finden von verwittertem Holz, kombiniert es mit Metallleisten, setzt seine Bildwelt auf grobem Hopfensackleinen in Aktion oder ergänzt sie mit Sprachfetzen. Er geht von einer Uridee aus – ein Ende ist oft nicht absehbar. Dann wird geschabt, geritzt, genagelt und gepinselt, um aus den vorgegebenen Strukturen seine Vorstellungen umzusetzen. „Neu und faszinierend seine jüngste Verwirklichung, die „königliche Gartenanlage“, eine Hinterglasarbeit.

„So wurde eine vielschichtige Mehrstimmigkeit beim ständigen Suchen und Neu- Sehen sein zentrales Thema“, erläuterte Elke Keiper. Und dies setze er mit den unterschiedlichsten Gestaltungsmitteln um.

„Wenn, durch Wege verbunden, alles mit allem zusammenhängt und die Gezeiten das Auf und Ab des Lebens symbolisieren, so hast du mit diesem Ausstellungstitel ein wirklich treffendes Bild für dein Schaffen gefunden.“ Dem konnte der Künstler nur hinzufügen: „Das gesamte Haus der Kultur half beim Aufbau der Ausstellung zusammen, so viele Leute, die ihre eigene Sicht hatten. Der Nachklang ist wichtig wie bei einem Musikstück.“

Dies war Aufforderung an Rosalyn Sabo und ihr Ensemble „Zitherrausch“, welche die Vernissage mitreißend musikalisch begleitet hatten, mit einer letzten schwungvollen Melodie die Besucher diesen Nachklang beim Betrachten der Bilder spüren zu lassen.

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