Warnung vor Teerkolonnen

Waldkraiburg/Wasserburg - Vor reisenden Teerkolonnen aus Großbritannien warnt die Polizei. Vermeintliche Schnäppchenangebote werden schnell zur Kostenfalle.

Seit Anfang Januar sind die Arbeitstrupps auch im Raum Wasserburg und Waldkraiburg unterwegs und bieten an, zu besonders günstigen Preisen kleinere Flächen auf Garagenzufahrten, Höfen und Wegen zu reparieren oder zu asphaltieren. Sehr oft wird das Ganze aber zum Fall für die Polizei.

Im Wasserburger Dienstbereich habe ein solcher Arbeitstrupp ohne konkreten Auftrag bei einem Landwirt Arbeiten ausgeführt und diesen dann unter Drohungen zur Bezahlung gezwungen, teilt das Polizeipräsidium Südbayern mit. Noch bevor in einem anderen Fall die Polizei Waldkraiburg vermutlich die selbe Kolonne bei einem Einsatz in Aschau kontrollieren konnte, waren die Arbeiter verschwunden. Obwohl sie den Rechnungsbetrag bereits kassiert hatten, blieb die Arbeit unvollendet.

Auftrag abgesagt: Absichtlich verletzt

In Kraiburg hatte einer aus dem Arbeitstrupp einer Frau offensichtlich aus Verärgerung über deren zurückgezogenen Auftrag eine Autotüre absichtlich gegen den Körper geschlagen. Die Frau wurde leicht verletzt.

Nach entsprechenden Hinweisen spürte die Polizei schließlich im Bereich Heldenstein einen solchen Arbeitstrupp auf, von deren Art angeblich bis zu 30 deutschlandweit unterwegs sind. Beamte der Polizei Waldkraiburg unterzogen gemeinsam mit Kollegen aus Mühldorf und Beamten des Hauptzollamtes Rosenheim mehrere britische und slowakische Staatsangehörige einer Kontrolle. Drei slowakische Schwarzarbeiter und ihre britischen Arbeitgeber wurden zur Anzeige gebracht. Das Hauptzollamt kassierte eine durch die Staatsanwaltschaft Traunstein angeordnete beträchtliche Sicherheitsleistung als Vorgriff auf die zu erwartende Geldbuße.

Noch während der laufenden Ermittlungen hatte der britische Teil des Arbeitstrupps versucht, sich aus der Unterkunft in Wasserburg abzusetzen, was die Beamten gerade noch verhindern konnten.

Einer der Bosse der Teerkolonne hatte sich bei einem anderen Auftrag mit falschen Namen ausgegeben. Auch eine ordentliche Firmenanschrift war auf Rechnung und Auftrag nirgends zu finden. Dies hatte offensichtlich alles zum Ziel, eine Nachverfolgung praktisch zu verhindern. Der selbe Mann konnte auch als derjenige identifiziert werden, der in Kraiburg die abgesprungene Kundin verletzt hatte. Den Antrag auf Haftbefehl konnte der rabiate Mann nur durch eine Sicherheitsleistung von 700 Euro abwenden.

Die Polizei empfiehlt, Angebote der Teerkolonnen kritisch zu prüfen, sich am besten aber gar nicht darauf einzulassen. Schwarzarbeit ist auch für den Auftraggeber strafbar. Aus vermeintlichen Schnäppchenpreisen werde durch unsachgemäße Ausführungen und Pfuscherei oder durch nicht beendete Arbeiten schnell eine Kostenfalle. Regressansprüche sind nur schwer zu verfolgen, da die Trupps üblicherweise keinen festen Sitz haben und reisend tätig sind. re

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