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50 JAHRE OSTERMONTAGSWALLFAHRT NACH WALDWINKEL

Wallfahrt für alle Generationen

Kardinal Julius Döpfner schickte per Eilbrief seine Grußworte.
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Kardinal Julius Döpfner schickte per Eilbrief seine Grußworte.

Vor 50 Jahren fand die erste Ostermontagswallfahrt nach Waldwinkel in der Gemeinde Aschau statt. Ins Leben gerufen hatte die Wallfahrt der damalige Kreisvorsitzendes des Landvolks, Otto Stimmer aus Thal bei Aschau am Inn. Ihm und dem damaligen Kreisvorsitzenden der Katholischen Landjugend (KLJB), Josef Lackermeier aus Flossing, war es ein besonderes Anliegen, dass es wieder mehr Priesterberufe gibt.

Aschau – Schon damals war die Tendenz sehr deutlich zu spüren, dass die geistlichen Berufe stark abnahmen. Auf Frage im Gespräch mit Otto Stimmer, ob denn nun die Wallfahrt etwas genützt hätte, sagt der heute 92-Jährige: „Ja, teilweise schon“, zwar seien die Priester- und Ordensberufe nicht mehr geworden, sehr wohl aber sei die Anzahl der kirchlichen Laienberufe deutlich angestiegen. Auch das zeigt die aufgeschlossene Einstellung von Otto Stimmer, der auch Landesvorsitzender des Landvolkes war.

Als Ort der Wallfahrt wählten die beiden Initiatoren vor 50 Jahren Waldwinkel aus, fast am Ende des damaligen Landkreises Mühldorf. Die Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungswerk der Salesianer in Waldwinkel klappte von Anfang an hervorragend.

Zu Beginn waren die Landkreise Wasserburg, Mühldorf und Altötting die Gastgeber, nach der Gebietsreform erstreckte sich die Wallfahrt dann im Wesentlichen auf den größer gewordenen Landkreis Mühldorf. Als Veranstalter wechseln sich Landjugend und Landvolk jetzt jährlich ab.

Der damalige Kardinal Julius Döpfner hatte in seinem schriftlich übermittelten Grußwort für die erste Ostermontagswallfahrt geworben. Obwohl der Brief als Eilbrief aufgegeben wurde, kam dieser erst am Osterdienstag in Waldwinkel an, also einen Tag zu spät. Das tat dem Erfolg der Wallfahrt keinen Abbruch.

Schon bei der ersten Wallfahrt waren es nach einem Bericht in der Zeitung von 1968 etwa 400 Besucher. „Und seitdem war die Kirche immer voll“, sagt Otto Stimmer. Seit der ersten Wallfahrt wird am Schluss das Wallfahrtsgebet gesprochen, das sich nach einigen Jahren der Veränderung wieder weitgehend am Original-Gebet orientiert. Die weithin bekannte Aschauer Rhythmusgruppe begleitete lange Jahre die Wallfahrt musikalisch, auch dieses Jahr umrahmt die Familie Stimmer mit Freunden den Gottesdienst. Hauptzelebrant in diesem Jahr ist der bayerische Landespfarrer des Katholischen Landvolkes, Josef Mayer.

Durchblättert man die Archive, fallen zwei Themen besonders auf. Einmal die schon vor 50 Jahren ausgedrückte Sorge um den Nachwuchs der Priester. Es war 1968 schon sehr deutlich absehbar, dass nicht mehr jede Pfarrei einen eigenen Pfarrer haben kann. Einiges liest man folgerichtig dazu auch, dass Laien in der Kirche mehr Verantwortung übernehmen müssten. Das Zweite Vatikanische Konzil lag hier gerade einmal fünf Jahre zurück.

Zum anderen machte man sich manche Wallfahrer über den Charakter der Wallfahrt. „Alle fahren mit dem Auto her“, schrieb beispielsweise ein engagierter Leserbriefschreiber und Fußwallfahrer aus Gars. Man solle doch wenigstens in Thann parken und die letzten Meter zu Fuß gehen. „Den von den Traktoren durchgeschüttelten Rückgrate der Bauern würde dies sicher guttun.“ Das Zu-Fuß-Gehen habe sich nicht bewährt, meint Otto Stimmer im Rückblick schmunzelnd, „die Auswärtigen kamen trotzdem meist frühzeitig mit dem Auto, besetzten die besten Plätze und die Einheimischen kamen mit der Fußwallfahrt zu spät.“

Das Thema Rüstung war dann bei der dritten Wallfahrt 1970 das große Thema. Jährlich wurden damals 800 Milliarden Mark für Rüstung ausgegeben. Nur ein Zwanzigstel davon, nämlich 40 Milliarden, für die Entwicklungshilfe. Zum Vergleich: Aktuell werden für Rüstung etwa 1,5 Billionen Euro ausgegeben. Die Ausgaben für Entwicklungshilfe betragen 120 Milliarden.

Was ist das Besondere an dieser Wallfahrt? Es kommen ganze Familien, Alt und Jung. Bei herkömmlichen Wallfahrten oder vielen anderen kirchlichen Veranstaltungen wird meist nur eine Altersgruppe angesprochen, oft die Älteren. In Aschau werden am Ostermontag auch dieses Jahr bei der Wallfahrt wieder Landjugend, Familien mit Kindern dabei sein und damit viele Ehemalige. Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr, zu dem alle eingeladen sind.

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