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Waldkraiburg attraktiver machen

Jugendparlament traf sich zur ersten Sitzung: Wie es frischen Wind ins Rathaus bringt

Neuer und jünger: So präsentierten sich die frisch gewählten Mitglieder des Jugendparlaments, die Bürgermeister Robert Pötzsch (links) und Jugendreferent Christoph Arz (Zweiter von rechts) bei der konstituierenden Sitzung begrüßten. Niklas Renner (Sechster von rechts) und Maria Partsch (Vierte von links) sind die neuen Vorsitzenden, unterstützt von Beisitzerin Elisabeth Nitsch (Dritte von rechts) und Schriftführer Alexander Putze (Fünfte von links).
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Neuer und jünger: So präsentierten sich die frisch gewählten Mitglieder des Jugendparlaments, die Bürgermeister Robert Pötzsch (links) und Jugendreferent Christoph Arz (Zweiter von rechts) bei der konstituierenden Sitzung begrüßten. Niklas Renner (Sechster von rechts) und Maria Partsch (Vierte von links) sind die neuen Vorsitzenden, unterstützt von Beisitzerin Elisabeth Nitsch (Dritte von rechts) und Schriftführer Alexander Putze (Fünfte von links).
  • Jörg Eschenfelder
    VonJörg Eschenfelder
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Das frisch gewählte Waldkraiburger Jugendparlament traf sich zur konstituierenden Sitzung. Welche Wünsche sie dem Bürgermeister ins Stammbuch schrieben und wie sie selber anpacken wollen.

Waldkraiburg – „Wer würde als Vorsitzende kandidieren?“ Die Hand von Maria Partsch (15) schießt sofort in die Höhe; feste Stimme: „Ich wäre bereit.“ Sie zuckt, ist selber überrascht, schaut sich kurz um und schiebt etwas leiser nach: „Wenn keine andere möchte.“ Erneuter Blick in die Ruhe und noch etwas verhaltener: „Ich möchte niemandem etwas wegnehmen.“

Zwei von drei Mitgliedern sind neu

Macht sie nicht. Einstimmig wird sie zur weiblichen Vorsitzenden des neuen Jugendparlaments gewählt. Sie, die das erste Mal für dieses Gremium kandidiert hatte und erstmals hier sitzt, ist sogleich zusammen mit dem wiedergewählten alten Hasen Niklas Renner (22) Chefin der 15 Jungparlamentarier, die sich im großen Sitzungssaal des Rathauses zu ihrer konstituierenden Sitzung getroffen haben.

15 Mitglieder hat das Jugendparlament; zehn sind erstmals dabei und frischen das Gremium auf – mit ihren Ideen, mit ihrer Sicht auf die Stadt und mit ihrem Alter. Immerhin sind sie in der Regel 15 bis 16 Jahre alt, während die fünf wiedergewählten Mitglieder die 20 schon erreicht oder überschritten haben.

„Es ist toll, dass jetzt Jüngere dabei sind“, freut sich Renner. „Sie haben eine ganz andere Lebenswelt, ganz andere Bedürfnisse und Themen“. Während die „Alten“ schon studieren oder im Beruf stehen, brennt den Schülern das Alltagsleben in der Stadt aus anderer Perspektive auf den Nägeln. Gerade die jüngeren wünschen sich ein Jugendzentrum mit Kicker und Tischtennis, mehr Sportmöglichkeiten, ein Bike-Track oder Veranstaltungen für die Jugend.

„Alle sind gefordert“

Das war nicht die einzige Neuerung. Das Parlament hat jetzt zwei gleichberechtigte Vorsitzende – eine weiblich, der andere männlich, eine Beisitzerin (Elisabeth Nitsch) und einen Schriftführer (Alexander Putze). Sie kümmern sich um Termine und Projekte, sind Ansprechpartner für die Verwaltung, die Stadträte und für den Jugendreferenten Christoph Arz, der sogleich betonte: „Es darf und soll jeder mitarbeiten und sich einbringen. Ihr seid alle gefordert.“

„Ich freue mich wahnsinnig auf die Zusammenarbeit“, begrüßte Bürgermeister Robert Pötzsch die Jungparlamentarier und überließ ihnen den Bürgermeisterstuhl, während die anwesenden zwölf Stadträte im Sitzungssaal diesmal auf den Besucherstühlen Platz nahmen.

„Die Wahlen waren eine super Grundlage“, so Pötzsch. „Wir wollten möglichst viele informieren und begeistern.“ Das ist gelungen. „Ich habe mich spontan zur Kandidatur entschlossen.“ Dieser Satz war öfter zu hören, nicht nur von der 16-jährigen Realschülerin Vanessa Alt: „Ich bin beim Kreisjugendring aktiv und dachte mir, ich probiere es einfach mal aus.“

Mehr Sportangebote und endlich ein Jugendzentrum

Bei allen Unterschieden eint die Jugendlichen ein Wunsch, den sie Bürgermeister Pötzsch und den Stadträten in die Stammbücher schrieben: „Ich möchte Waldkraiburg attraktiver machen“, so zum Beispiel Leni Hanesch (15). Ludwig Stocker (15) war noch direkter: „Die Stadt ist ein bisschen heruntergekommen.“ Alle waren der Meinung: Waldkraiburg hat Potenzial und könnte deutlich mehr machen – gerade für Jugendliche.

Ihre Wünsche sind keine Großprojekte: mehr Sportangebote, einen renovierten Skaterplatz, mehr Veranstaltungen für die Jugendlichen – sei es unterm Jahr oder während des Volksfestes – und endlich ein Jugendzentrum.

Die Jugendlichen wollen auch selber anpacken. Zum Beispiel, wenn die Stadt Veranstaltungen plant. Selber einen deutsch-französischen Austausch organisieren, eine Übersicht über das Vereinsangebot erstellen, Möglichkeiten zur Berufsfindung anbieten und in den sozialen Medien präsenter sein.

„Hat sich gut angefühlt“

Zurück zu Maria, der neuen Vorsitzenden. Kaum waren die Wahlen vorbei, durfte sie mit Niklas Renner die Versammlung leiten. Also: Ab nach vorne, auf den Bürgermeisterplatz. Niklas steuert ihn sicher und erfahren an; Maria noch etwas zögerlich, mit dem ein oder anderen unsicheren Blick zu Seite, leicht eingezogenem Kopf. Doch nach wenigen Minuten war es damit vorbei. Maria ergreift das Wort, antwortet sicher auf Vorschläge, ruft souverän den nächsten Redner auf – und Niklas kann sich entspannt zurücklehnen.

Um 19.20 Uhr war die Sitzung vorbei und Maria erleichtert. „Ich bin sehr glücklich.“ Wie war es, die Sitzung zu leiten? „Das hat sich sehr gut angefühlt.“ Sie lächelt. Diese junge Frau weiß, was sie will und lässt sich davon anscheinend nicht so leicht abbringen.

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