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Waldkraiburger Wochenschau: Der große Enthüller

Ein Corona-Test enthüllt...
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Ein Corona-Test enthüllt...
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Corona – man kann über das penetrante Virus nun wirklich viele schlechte Dinge sagen.

Grade im Moment werden seine bedrohlichen, gefährlichen Seiten allen, die nicht als verquere Realitätsverweigerer durch die Welt und den Landkreis laufen, wieder überdeutlich.

Doch eins lässt sich nicht von der Hand weisen: Corona zeigt sich als großer Enthüller.

Und was wir da alles lernen können! Schon vor Wochen fiel es uns wie Schuppen von den Augen, dass die Leute in den Schlachthöfen beengt und gar nicht coronakonform arbeiten und wohnen müssen. Wenig später – als ein mutiger Bürgermeister in Mettenheim öffentlich seinem Ärger über menschenunwürdige Verhältnisse in der Asylunterkunft Luft machte – hat sich plötzlich rausgestellt, dass dort nur dann nicht gegen Abstandsregeln verstoßen wird, wenn man auch die Hühneraugen zudrückt.

Und irgendwann war nicht mehr nur den Eltern von Fahrschülern klar, dass sich viele Kinder nicht in Bussen, sondern eher in Sardinenbüchsen auf den Weg zur Schule machten. Und dass dem Kultusministerium im Fach Homeschooling möglicherweise die Zeugnisbemerkung „Vorrücken gefährdet“ droht.

In dieser Woche ist uns dann aufgefallen, was für eine Sauerei es ist, wenn in der Waldkraiburger Innenstadt Einwegmasken herumliegen. Achtlos weggeworfen, neben die Zigarettenkippen und den restlichen Müll. Ekelhaft. Und anstatt sich zu schämen, macht mancher Schmutzfink auch noch auf dicker Max.

Alles Dinge, die sich hätten erkennen lassen, auch ohne das Virus.

Vermutlich gilt das ebenso für die grandiosen Leistungen der freiwilligen Feuerwehr, für die ein Wahnsinnsjahr zu Ende geht, mit Einschränkungen und Erschwernissen durch Corona, mit Brandanschlag und Großbränden und weiteren Einsätzen, die selbst unter ganz normalen Bedingungen eine Herausforderung wären. Was die Waldkraiburger Feuerwehren drauf haben, hätte man wissen können.

Und wahrscheinlich gilt das sogar für den Stadtrat, der zuletzt gezeigt hat, wie schnell man eine Sitzung durchpeitschen kann, wenn nur das Virus dazu zwingt, den Kontakt in Gruppen so kurz wie möglich zu halten: 25 öffentliche Tagesordnungspunkte in weniger als 75 Minuten.

Für Wolfgang Nadvornik gilt es wohl nicht. Denn er hat so oft im Stadtrat gefehlt, dass man sich kein Bild machen konnte vom politischen Quereinsteiger. Und jetzt die Frage stellt, ob man sich überhaupt noch ein Bild machen möchte, von einem, der das Mandat eines Stadtrats so gering achtet, dass er es nicht ernsthaft ausüben will. Der vielleicht das ausgeprägte Ego, nicht aber das Verantwortungsbewusstsein mitbringt, das es für öffentliche Ämter braucht. Doch damit spielt man nicht. Eine öffentliche Entschuldigung wäre das Mindeste, was seine Wähler erwarten dürften. Der politische Anstand legt andere Schritte nahe.

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