Projektgruppe hat entschieden, wieviel vom Waldkraiburger Waldbad noch übrig bleiben soll

Das Waldbadbleibt wohl doch am Standort: Die Projektgruppe, die der Stadtrat eingerichtet hatte, hat sich in ihrer Abschlusssitzung für die Teilsanierung ausgesprochen. Jetzt liegt der Ball bei Stadtwerken und Stadtrat. Grundner
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Über ein Jahr hat die Projektgruppe aus Bürgern, Vereinsvertretern und Kommunalpolitikern über die Zukunft des Waldbads beraten, verschiedene Varianten diskutiert. Jetzt hat das Gremium mit einem klaren Votum für eine Teilsanierung des Bades am bestehenden Standort seine Arbeit beendet.

Waldkraiburg – Das hat Bürgermeister Robert Pötzsch im Stadtentwicklungsausschuss mitgeteilt.

Ohne Wellenbecken – mit Familienanlage

„Fast einstimmig“ sei diese Variante befürwortet worden, so Pötzsch. Diese umfasst nach seinen Worten ein Sportbecken mit 50 Metern Länge sowie ein Angebot zum Springen. Das Angebot für Familien mit Kindern solle zudem deutlich verbessert werden. Auch der Schallschutz sei untersucht worden und dürfte kein Problem darstellen. Es seien aber noch baurechtliche Fragen zu klären. Weitere Details wollte der Bürgermeister auf Anfrage noch nicht nennen.

Nach Informationen unserer Zeitung ist ein Wellenbecken nicht mehr vorgesehen. Es soll durch eine familienfreundliche Anlage ersetzt werden. Die Projektgruppe spricht sich zudem für eine Ausführung der Becken in Edelstahl aus. Das Budget für das Projekt hatte der Stadtrat auf elf Millionen Euro gedeckelt. Ob der in Aussicht gestellte Zuschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro aus einem Förderprogramm des Bundes für die Sanierung kommunaler Einrichtungen tatsächlich fließt, sei nicht endgültig eklärt, so Pötzsch. Die Prüfung laufe, eine schriftliche Zusage gebe es nicht.

Jetzt muss der Stadtrat entscheiden

Die Entscheidung über die Zukunft das Waldbads liegt nun beim Stadtrat. Doch mit ihrem Votum hat die Projektgruppe eine entscheidende Weichenstellung vorgenommen. Das Gremium hat sich damit gegen einen Neubau an anderer Stelle oder auf dem bestehenden Gelände ausgesprochen. Auch diese Varianten waren im Gespräch, als die Gruppe im Frühjahr 2019 eingerichtet wurde, nachdem ein interkommunales Freibadprojekt an einem Bürgerentscheid in Aschau gescheitert war.

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Jetzt ist es an den Stadtwerken, die das Bad im Auftrag der Stadt betreiben, den Vorschlag im Hinblick auf Becken- und Raumprogramm, Kostenziele und betriebliche Anforderungen zu bewerten und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorzulegen. Dazu Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner, der der Stellungnahme nicht vorgreifen will: „Es gibt natürlich Vor- und Nachteile dieser Variante. Aber wenn der Stadtrat das so beschließt, werden wir es umsetzen.“

In der Sitzung am 21. Juli soll der Stadtrat laut Bürgermeister informiert werden und eventuell bereits einen Beschluss fassen. Auch eine Bürgerinformationsveranstaltung ist geplant, aber noch nicht terminiert.

Stimmen zur favorisierten Variante

Von einem „guten Kompromiss“ spricht Jürgen Zabelt, Vorsitzender des Fördervereins Waldbad, der in der Projektgruppe mitgearbeitet hat: „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Bei einem Kompromiss muss jede Seite Wünsche aufgeben.“ Wichtig sind aus seiner Sicht zwei Dinge: Der zentrale Standort bleibt erhalten. „Das Waldbad bleibt, wo es hingehört.“ Und: das klare Votum. „Die Projektgruppe hat fast einstimmig entschieden.“ Vor allem aus Sicht der Sportler sei von großer Bedeutung, dass es bei einem wettkampftauglichen Sportbecken mit acht Bahnen bleibe.

Aufeinander zubewegt

Ähnlich positiv äußert sich Anton Sterr, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Stadtrat und ebenfalls Mitglied der Projektgruppe. Aus seiner Sicht ist der entscheidende Punkt der Erhalt des Waldbades am bestehenden Standort in der Reichenberger Straße. „Das war auch Gegenstand des Bürgerentscheids in Waldkraiburg, nicht die Ausführung des Bades.“ Sterr steht voll hinter den Vorschlag.

Richard Fischer (SPD) ist zurückhaltender: „Trotz des Wegfalls des Wellenbeckens ist das ein tragbarer Kompromiss. Diesen Weg können wir gehen.“

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Dr. Frieder Vielsack, Sprecher der UWG-Fraktion, begrüßt das Ergebnis. Es sei in Anbetracht der Umstände „das beste aus allen möglichen Lösungen, nachdem die Geschichte an anderer Stelle gescheitert ist“. Diese Variante berge die wenigsten Risiken.

Er hoffe, so Vielsack, dass der Vorschlag von einer breiten Mehrheit getragen wird. Einen „großen Wurf“ sieht Vielsack aber nicht in der jetzt favorisierten Variante. Ein Manko aus seiner Sicht: „Die Parkplatzsituation konnten wir nicht lösen. Sie wird sich an diesem Standort nur schwer lösen lassen.“

Projektgruppe hat sich bewährt

Sehr positiv werten die Beteiligten die Form der Entscheidungsfindung. Die Einrichtung einer Projektgruppe mit Bürgern und Vertretern von Vereinen habe sich bewährt, findet Antoin Sterr., Bei großen Maßnahmen sei dies ein guter Weg, „weil die Meinungsvielfalt in der Bevölkerung abgebildet wird“. Jürgen Zabelt hat „das Gefühl, dass durch die intensive und sachliche Arbeit in der Gruppe viele Spannungen herausgenommen wurden“.

„Verhärtete Fronten“ seien aufgebrochen worden, glaubt Frieder Vielsack. „Meine Hoffnung ist, dass Ruhe in das Thema einkehrt.“

Waldbad wird wohl erst am 11. Juni aufgemacht

Ab Montag , 8. Juni, dürfen die Freibäder in Bayern wieder aufmachen. So sehr sich Bürgermeister Robert Pötzsch darüber freut, so sehr bedauert er, dass das Waldbad diesen Termin nicht halten kann. „Es ist zwar alles hergerichtet, aber wir brauchen einen Vorlauf von mindestens 14 tagen, um den Betrieb aufzunehmen“, sagte er im Stadtentwicklungsausschuss.

„So schnell wie möglich“ will Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner starten. Als Ziel gibt er den Feiertag am 11. Juni aus. Dann sollten die ersten Becken, das Sportbecken und das Sprungbecken bereit stehen, wenige Tage später das ganze Bad.

Die Verzögerung liegt daran, dass die Becken noch nicht mit Wasser befüllt sind. Lechner: „Wir haben damit gerechnet, dass es noch länger dauert, bis wir wieder öffnen können.“ Bewusst habe man sich aus Kosten- und Sicherheitsgründen gegen das vorzeitige Befüllen entschieden, weil damit auch Umwälzung, Chlorung, Hydraulik, Wasseraufbereitung anlaufen und überwacht werden müssen.

Am Mittwoch haben die Mitarbeiter, die in Kurzarbeit geschickt wurden, die Arbeit im Bad wieder aufgenommen. Erst wenn die Becken befüllt sind, kann die Beprobung des Wassers beginnen. „Bis die Ergebnisse da sind, dauert es fast eine Woche.“

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