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Zum Filmstart von „Beckenrand Sheriff“

Waldkraiburger Waldbad kommt groß raus: Regisseur Marcus H. Rosenmüller über seinen neuen Film

Als grantelnder Schwimmmeister Karl Kruse versucht Milan Peschel „sein“ Grubberger Freibad zu retten. Als Kulisse diente unter anderem auch der Eingangsbereich des Waldbads in Waldkraiburg.
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Als grantelnder Schwimmmeister Karl Kruse versucht Milan Peschel „sein“ Grubberger Freibad zu retten. Als Kulisse diente unter anderem auch der Eingangsbereich des Waldbads in Waldkraiburg.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Im Grubberger Freibad hat Schwimmmeister Karl ganz klar das Sagen. Weil das Bad aber nicht mehr rentabel ist, soll es geschlossen werden. Und damit nimmt Regisseur Marcus H. Rosenmüller in seiner neuen Komödie „Beckenrand Sheriff“ deutlich mehr in den Fokus, als nur den grantelnden Hauptdarsteller.

Waldkraiburg – Der Geruch von Chlor und Sonnencreme, das Lachen der Kinder und Pommes rot-weiß: Mit Freibädern verknüpft jeder seine eigenen Erinnerungen. Das Freibad als Sehnsuchtsort, als Gefühl von Heimat, rückt Regisseur Marcus H. Rosenmüller in den Fokus seines neuen Films „Beckenrand Sheriff“. Waldkraiburg und das Waldbad dienten bei den Dreharbeiten als Kulisse. Am 8. September ist Kinostart.

Die Farbe abgeblättert, der Architektur einer vergangenen Zeit entsprungen und eine veraltete Technik: Das Waldbad hat seine besten Tage hinter sich und doch ist es noch immer ein Ort vieler Emotionen und glücklicher Momente. Ein Ort, für den es sich zu kämpfen lohnt, wie die vielen Waldbad-Befürworter bewiesen haben. Eine Geschichte, die sich in vielen Gemeinden wiederholt, aber nicht immer ein gutes Ende nimmt.

Milan Peschel (links) und Marcus H. Rosenmüller bei der Filmpremiere von „Beckenrand Sheriff“ in München.

Leute treffen sich in der Badehose

Viele Bäder in Deutschland stehen vor dem Aus – damit greift der neue Film „Beckenrand Sheriff“ von Regisseur Marcus H. Rosenmüller ein aktuelles Thema auf. „So oft haben wir bei der Recherche gehört, dass das Freibad gerettet worden ist, dass darum gekämpft wird oder dass es geschlossen wird.“ Im Film nach dem Drehbuch von Marcus Pfeiffer ist das Freibad Hauptdarsteller. Ein Ort, an dem Freundschaften geschlossen werden, an dem Kinder den Druck der Schule vergessen, an dem man im Jetzt ist und alle gleich sind. „Dort treffen sich die Leute in der Badehose“, sagt Rosenmüller. Das Kreischen der Kinder, das Ratschen der Leute, das Gockeln der Männer und das Lachen und Schimpfen – es sind die Geräusche, die er selber am Freibad so gerne mag.

Einen solchen Ort der Begegnung sieht er aber in Gefahr, weil sich immer mehr Gemeinden ihre Bäder nicht mehr leisten können. „Man muss sich die Frage stellen, was wichtig ist für den Zusammenhalt“, sagt der Regisseur.

Freundschaft als Gefühl von Heimat

Freundschaft, Geborgenheit und das Zusammenleben machen das Gefühl von Heimat aus. „Freundschaft, das ist wie Heimat“ – das Kurt-Tucholsky-Zitat ist dem Film vorangestellt und zieht sich wie ein roter Faden durch die Komödie. Für den grantelnden Schwimmmeister Karl Kruse (Milan Peschel) ist das Freibad seine Heimat. Und die ist akut gefährdet. Weil das Freibad in Grubberg zu alt, zu teuer und nicht mehr tragbar ist, soll es abgerissen werden. Stattdessen will Bauunternehmer Albert Dengler (Sebastian Bezzel) dort neue „Townhouses im Landhausstil“ bauen.

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Die Geschichten des fiktiven Grubberger Freibads und des Waldbads ähneln sich: Das Waldbad hätte zwar nicht für immer geschlossen, sondern an anderer Stelle neu gebaut werden sollen. Trotzdem wurde um den Erhalt an der Reichenberger Straße gekämpft, neue Freundschaften geschlossen. So erlebt es auch Schwimmmeister Karl, der als Außenseiter gilt. Ganz anders Bademeister-Azubi und Flüchtling Sali (Dimitri Abold) als dessen Gegenpol, der sich längst integriert und Freundschaften geschlossen hat.

Nicht das typische Klischee-Bayern

Der Eingangsbereich vom Waldbad, das alte Volksbank-Gebäude oder die Berliner Straße – Waldkraiburg entspricht nicht dem typischen Klischee-Bayern in Filmen und doch spielen hier viele Szenen des Films. „Wir wollten kein Märchen von der Szenerie erzählen. Es sollte nicht märchenhaft sein“, sagt Rosenmüller.

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Gedreht wurde in der Stadt vergangenen Oktober. Dass wegen Corona einzelne Szenen anders umgesetzt werden mussten, als ursprünglich geplant, sei gut gelöst worden. „Es war eine Herausforderung, und wir hatten auch viel Glück, dass es keinen Drehstopp gegeben hat. Wir hatten keinen Corona-Fall“, sagt Rosenmüller.

Ernste Themen in Komödie verpackt

Den Kampf um das Grubberger Freibad verpackt Rosenmüller in einer Komödie, findet aber die Balance zu den ernsten Themen des Films. „Das hat mir am Drehbuch gefallen. Ein tiefes Thema, das mir etwas bedeutet, verpackt in einer Komödie.“

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Dramaturgie gepaart mit Wortwitz. Wie in einem Louis-de-Funès-Film, in dem man den Hauptdarsteller trotz seiner grantelnden Art sympathisch findet. „Milan Peschel war eine Bank für mich.“ Schauspieler, Kamera oder Musik – die Arbeit durch alle Abteilungen habe den Film an den entscheidenden Stellen mal lustig, mal emotional werden lassen. So, wie auch die Realität ist.

Die neue Komödie von Marcus H. Rosenmüller ist ab 8. September im Kino zu sehen. Im Cinewood Waldkraiburg ist der Film bereits am 7. September in der Preview zu sehen.

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